Sinnvolle Gartengestaltung für Doppel- und Reihenhäuser Teil 2

Sinnvolle Gartengestaltung für Doppel- und Reihenhäuser Teil 2

Im zweiten Teil des Ratgebers „Sinnvolle Gartengestaltung für Doppel- und Reihenhäuser“ befassen wir uns mit der Frage, welcher Gartentyp man ist und wie man seinen Garten systematisch erstellt.

Den ersten Teil des Ratgebers können Sie hier lesen: Sinnvolle Gartengestaltung für Doppel- und Reihenhäuser Teil 1.

Welcher Gartentyp bin ich?

Vor der Inangriffnahme der Planung und Ausführung gilt es die Frage zu beantworten, wie der Traumgarten aussehen soll. Bevorzugt man eher den formalen immergrünen Garten mit natürlichen wirkenden Blumen und Stauden, einen asiatisch beeinflussten Garten mit Bambus, Schilf und Steinen oder ein Wassergarten-Kunstwerk mit Begleitpflanzen? Alles ist möglich, solange man sich genügend Zeit für die Gestaltung, Planung und Ausführung lässt. Bauherren sollten sich ausreichend Zeit nehmen, um ihre Vorliebe für bestimmte Regionen zu entdecken. Wer Sonne nicht lange ertragen kann, muss für ausreichend Schatten sorgen. Umgekehrt benötigen Sonnenliebhaber Plätze, wo sie sich sonnen können. Hobby-Gärtner müssen Elemente festlegen, auf die sie nicht verzichten können – sie sollten sich im Gartenkonzept wiederfinden – aber nicht als eine langweilige Form, sondern als Teil einer spektakulären Gesamtstruktur.

Mit System gestalten

Im Garten eines Reihen- oder Doppelhauses finden nur wenige verschiedene Elemente Platz. Dementsprechend ist es wichtig, sich umfassend mit der Komposition zu befassen, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. In kleinen Gärten müssen Bauherren Einzelteile gezielt auswählen und konzentriert platzieren – ein buntes Sammelsurium ist hier nicht möglich, es würde unruhig und langweilig wirken. Eine klare Struktur mit gut gesetzten Blickfängern entwickelt eine interessante Gesamtwirkung. Genauer gesagt müssen Hobby-Gärtner nicht viele ähnliche und zufällig angeordnete Beete mit denselben Pflanzenpartnern wählen, sondern Größe, Abstände und Bepflanzung planvoll variieren, um eine gestalterische Abstufung erkennbar zu machen. Ein Sonderfall ist der formale Garten: Hier liegt die Spannung beim Rhythmus des Gleichen, aber eben nicht beim zufälligen Nebeneinander, sondern durch die planvolle Besetzung einzelner Elemente. Der Mut zu „Weniger ist mehr“ ist in kleinen Gärten der Schlüssel zum gestalterischen Mehrwert.

Neben der Beschränkung der einsetzbaren Pflanzenarten gilt es, nicht zu viele Accessoires zu verwenden, und so eine „Übergestaltung“ zu vermeiden. Zu viele Kleinigkeiten lenken vom Gesamtbild ab und gönnen dem Auge keine Ruhe. Besser sind weniger Blickfänge, die dafür hochwertiger sind, etwa ein umpflanzter Natursteintrog als Wasserbecken oder eine edle Sonnenuhr.

Wirkungsvolle Gliederung

Drum herum um Beete und Rasenflächen und andere Gestaltungselemente bilden Wege und Sitzplätze das gestalterische Grundgerüst eines Gartens. Die Wege und andere befestigte Flächen müssen sich an einem Grundkonzept orientieren. Bei einer formalen Gestaltung verlaufen sie häufig rechtwinklig, naturnahe Anlagen dagegen sind von organisch geformten Pfaden beschaffen. Harte Grenzen können Bauherren mit hereinwachsenden Stauden abmildern. Pfade, die sich durch den Garten schlängeln, bieten zusätzlichen Bewegungsraum. Die Wege sollten möglichst schwellenfrei gestaltet sein, um im Alter nicht gefährlich zu werden (Stichwort Barrierefreiheit).

Die verwendeten Belagsmaterialien spiegeln den Charakter des Gartens wieder: Graue Betonsteine wirken modern, Kies- oder Graswege sind natürlich, Terrakotta und Klinker eignen sich für mediterrane Stilvarianten. Gehölze bestimmen aufgrund ihres Habitus den Gesamteindruck eines Gartens sehr stark. Für formale Reihen- und Doppelhausgärten eignen sich Bäume und Sträucher mit kugel- oder säulenförmigem Wuchs, etwa Kugelahorn oder Säuleneibe.

Gelände und Räume formen

Bereits vorhandene Höhendifferenzen können Hausbesitzer zu ihrem Vorteil nutzen, denn sie bewirken bei schmalen und kleinen Gärten wahre wunder. Ideal ist es, wenn die hausnahe Terrasse einen Ausblick auf den Garten bietet. Steigt das Haus zum Garten an, ist das allerdings nicht umsetzbar. In diesem Fall kann man einen zweiten Aussichtsplatz schaffen. Der Nachteil: Je nach Fläche müssen Trittstuffen, Treppen oder Rampen eingebaut werden. Für Kinder und ältere Menschen ist das bereits ein Problem. Hausbesitzer sollten den zweiten Aussichtspunkt somit nur dazu schaffen, um beispielsweise Wasserelemente oder Beete zu errichten. Zur Befestigung dienen kleine Mauern, deren Höhe vom zu überwindenden Niveauunterschied variiert. Empfehlenswert ist die Verwendung von Natursteinen statt fertigen Formteilen aus Beton.

Im dritten und letzten Teil unserer Ratgeber-Reihe befassen wir uns mit der Grundstücksbegrenzung, wie man Nachteile zu seinem Vorteil nutzt und vieles mehr.

Artikelbild: © Sofiaworld / Shutterstock

  • Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen?
  • JaNein

Teile diesen Beitrag jetzt:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.