Sinnvolle Gartengestaltung für Doppel- und Reihenhäuser

Sinnvolle Gartengestaltung für Doppel- und Reihenhäuser

Nachdem wir uns vor Kurzem mit dem Thema Reihen- und Doppelhäuser beschäftigt haben, folgt nun ein Artikel über die Gartengestaltung solcher Gebäude. Platz ist hier schließlich Mangelware. Immobilienbesitzer haben bei diesen Gebäuden ohnehin kaum Gestaltungsmöglichkeiten. Im Garten können sie sich allerdings austoben und diesen ihren eigenen Wünschen entsprechend gestalten.

Eindrucksvolle Gärten auf riesigen Flächen zu realisieren ist relativ einfach. Schwierig ist dagegen die Gestaltung eines Gartens von Reihen- und Doppelhäusern. Auf wenigen hundert Quadratmetern müssen Hausbesitzer getreu dem Motto „Weniger ist mehr“ den kleinen Platz perfekt ausnutzen. Klingt unmöglich, ist es aber nicht, wie dieser Ratgeber zeigt.

Ein Paradies auf kleinstem Raum

Reihen- und Doppelhäuser geben selten mit ihrem verfügbaren Platz an. Rechts und links ein Nachbar, der Garten befindet sich hinter dem Haus und ist genauso breit wie das Haus. Hausbesitzer müssen aber nicht verzweifeln, denn mit einem gut angelegten Grundriss mit optimalem Raumprogramm und intelligenter Untergliederung lassen sich Wunder bewirken und eindrucksvolle Weiten schaffen. Bevor wir uns mit den konkreten Planungen für die Gärten befassen, gilt es zunächst die künstlerischen Aspekte zu klären.

In Gärten mit schwierigen Platz- und Raumverhältnissen ist eine sorgfältige Planung das A und O. Entgegen vieler Behauptungen ist es nicht einfacher, ein Konzept für einen kleinen als für einen großen Garten zu erstellen – es ist sogar das Gegenteil der Fall: Je kleiner die Fläche, desto komplizierter ist es, die Fläche gestalterisch gut zu präsentieren und dabei verschiedene Nutzungen unterzubringen. Ein durchschnittlicher Familien-Garten benötigt:

  • Sitzplätze in der Sonne und im Schatten
  • Wege
  • Beetflächen
  • ein Platz für Gehölze
  • Spielmöglichkeiten für Kinder
  • Bewegungsraum

Gerade in kleinen Gärten ist es schwierig, alle oben genannten Dinge perfekt unterzubringen.

Professionelle Hilfe ist ratsam

Für Detailpläne für bauliche Anlagen wie Mauern, Terrassen und Gartenhäuser, aber auch die Ermittlung des Material- und Pflanzenbedarfs können Bauherren professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Sie verleihen einem Fachmann ein Budget und er kümmert sich im Rahmen der Kostenkontrolle um eine fachgerechte Bauleitung. Die letztendliche Ausführung der Arbeiten können Bauherren dagegen selbst übernehmen, um so Kosten zu sparen.

Für die planerischen Grundlagen empfehlen wir Bauherren ein gemeinsames Pow-Wow. Beim Brainstorming werden alle Teilnehmer mit Stift und Zettel ausgestattet, Wunschlisten angefertigt und Beispiele und Ratschläge präsentiert und zusammengefasst. So kann der Planer seinen Entwurf einfacher erstellen und die Zufriedenheit des Ergebnisses ist garantiert.

Schritt für Schritt planen

  1. Bauherren können in einer Baumschule, im botanischen Garten, Magazinen und Gartenbüchern oder auf Reisen und Ausflügen Anregungen zum Traumgarten sammeln.
  2. Wunschliste aufsetzen: Welche Pflanzen und Kombinationen gefallen? Welche müssen in den eigenen Garten und worauf kann man verzichten? Fotos im Urlaub sind besonders hilfreich.
  3. Den favorisierten Gartenstil festlegen: Gemütlicher Sitzplatz mit exotischen Kübelpflanzen, Wassergarten, Spiel- und Familiengarten, immergrüne formale Anlage und so weiter.
  4. In der Konkretisierungsphase können Hausbesitzer mit einem Experten oder Gärtner klären, welcher Gartenstil realisierbar ist. Untersucht werden das Platzangebot, die Ausrichtung des Gartens, die Ortsansprüche der Pflanzen und vieles mehr.
  5. Plan des Grundstücks beschaffen oder messen. Wer einen Landschaftsarchitekten beauftragt, hat eine Aufgabe weniger zu erledigen, denn der Experte übernimmt sie. Wichtig ist es, die Maßverhältnisse genau aufzunehmen, um später die verschiedenen Elemente richtig anordnen zu können.
  6. Wer die Messungen in Eigenregie durchführt, sollte sie zeichnerisch festhalten. Mithilfe unterschiedlicher Farben können Immobilienbesitzer Pflasterflächen, Pflanzen sowie vorhandene und neu geplante Bauteile markieren. Die Zeichnung sollte auf Millimeterpapier oder mit einer speziellen Software erstellt werden.
  7. In der Entscheidungsphase müssen die Hobby-Gärtner entscheiden, ob die Gartenplanung zu Ende gebracht wird oder ob sie zu schwierig ist. Bei schwierigen Geländeverhältnissen ist es ratsam, einen Gartenplaner zu beauftragen.
  8. Wer sich für die Fortsetzung der Eigenregie entscheidet, erstellt abschließend den Ausführungsplan und das Pflanzkonzept. Wichtig: Die Einhaltung der richtigen Pflanzabstände ist wichtig. Ansonsten wirkt die Anlage überfüllt oder zu leer.
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Welcher Gartentyp bin ich?

Vor der Inangriffnahme der Planung und Ausführung gilt es die Frage zu beantworten, wie der Traumgarten aussehen soll. Bevorzugt man eher den formalen immergrünen Garten mit natürlichen wirkenden Blumen und Stauden, einen asiatisch beeinflussten Garten mit Bambus, Schilf und Steinen oder ein Wassergarten-Kunstwerk mit Begleitpflanzen? Alles ist möglich, solange man sich genügend Zeit für die Gestaltung, Planung und Ausführung lässt. Bauherren sollten sich ausreichend Zeit nehmen, um ihre Vorliebe für bestimmte Regionen zu entdecken. Wer Sonne nicht lange ertragen kann, muss für ausreichend Schatten sorgen. Umgekehrt benötigen Sonnenliebhaber Plätze, wo sie sich sonnen können. Hobby-Gärtner müssen Elemente festlegen, auf die sie nicht verzichten können – sie sollten sich im Gartenkonzept wiederfinden – aber nicht als eine langweilige Form, sondern als Teil einer spektakulären Gesamtstruktur.

Mit System gestalten

Im Garten eines Reihen- oder Doppelhauses finden nur wenige verschiedene Elemente Platz. Dementsprechend ist es wichtig, sich umfassend mit der Komposition zu befassen, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. In kleinen Gärten müssen Bauherren Einzelteile gezielt auswählen und konzentriert platzieren – ein buntes Sammelsurium ist hier nicht möglich, es würde unruhig und langweilig wirken. Eine klare Struktur mit gut gesetzten Blickfängern entwickelt eine interessante Gesamtwirkung. Genauer gesagt müssen Hobby-Gärtner nicht viele ähnliche und zufällig angeordnete Beete mit denselben Pflanzenpartnern wählen, sondern Größe, Abstände und Bepflanzung planvoll variieren, um eine gestalterische Abstufung erkennbar zu machen. Ein Sonderfall ist der formale Garten: Hier liegt die Spannung beim Rhythmus des Gleichen, aber eben nicht beim zufälligen Nebeneinander, sondern durch die planvolle Besetzung einzelner Elemente. Der Mut zu „Weniger ist mehr“ ist in kleinen Gärten der Schlüssel zum gestalterischen Mehrwert.

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Neben der Beschränkung der einsetzbaren Pflanzenarten gilt es, nicht zu viele Accessoires zu verwenden, und so eine „Übergestaltung“ zu vermeiden. Zu viele Kleinigkeiten lenken vom Gesamtbild ab und gönnen dem Auge keine Ruhe. Besser sind weniger Blickfänge, die dafür hochwertiger sind, etwa ein umpflanzter Natursteintrog als Wasserbecken oder eine edle Sonnenuhr.

Wirkungsvolle Gliederung

Drum herum um Beete und Rasenflächen und andere Gestaltungselemente bilden Wege und Sitzplätze das gestalterische Grundgerüst eines Gartens. Die Wege und andere befestigte Flächen müssen sich an einem Grundkonzept orientieren. Bei einer formalen Gestaltung verlaufen sie häufig rechtwinklig, naturnahe Anlagen dagegen sind von organisch geformten Pfaden beschaffen. Harte Grenzen können Bauherren mit hereinwachsenden Stauden abmildern. Pfade, die sich durch den Garten schlängeln, bieten zusätzlichen Bewegungsraum. Die Wege sollten möglichst schwellenfrei gestaltet sein, um im Alter nicht gefährlich zu werden (Stichwort: Barrierefreiheit).

Die verwendeten Belagsmaterialien spiegeln den Charakter des Gartens wieder: Graue Betonsteine wirken modern, Kies- oder Graswege sind natürlich, Terrakotta und Klinker eignen sich für mediterrane Stilvarianten. Gehölze bestimmen aufgrund ihres Habitus den Gesamteindruck eines Gartens sehr stark. Für formale Reihen- und Doppelhausgärten eignen sich Bäume und Sträucher mit kugel- oder säulenförmigem Wuchs, etwa Kugelahorn oder Säuleneibe.

Gelände und Räume formen

Bereits vorhandene Höhendifferenzen können Hausbesitzer zu ihrem Vorteil nutzen, denn sie bewirken bei schmalen und kleinen Gärten wahre wunder. Ideal ist es, wenn die hausnahe Terrasse einen Ausblick auf den Garten bietet. Steigt das Haus zum Garten an, ist das allerdings nicht umsetzbar. In diesem Fall kann man einen zweiten Aussichtsplatz schaffen. Der Nachteil: Je nach Fläche müssen Trittstuffen, Treppen oder Rampen eingebaut werden. Für Kinder und ältere Menschen ist das bereits ein Problem. Hausbesitzer sollten den zweiten Aussichtspunkt somit nur dazu schaffen, um beispielsweise Wasserelemente oder Beete zu errichten. Zur Befestigung dienen kleine Mauern, deren Höhe vom zu überwindenden Niveauunterschied variiert. Empfehlenswert ist die Verwendung von Natursteinen statt fertigen Formteilen aus Beton.

Die Gestaltung der Grundstücksgrenzen

Auf großzügigem Terrain sind die Grenzen zum Nachbarn in der Regel kein Problem. Dieser Aspekt ist beim Garten eines Reihen- oder Doppelhauses von großer Bedeutung. Die Terrassen sind häufig der Haupt-Aufenthaltsplatz und sollen von neugierigen Blicken geschützt werden. Sofern keine baulichen Abgrenzungen geschaffen sind, können Bauherren Folgendes tun: Die einfachste und häufig günstigste Methode ist die Pflanzung einer Hecke. Hier müssen Hobby-Gärtner natürlich baurechtliche und nachbarschaftsrechtliche Bestimmungen in puncto Wuchshöhe und Abstände beachten. Gleichzeitig sollte das Grundstück auch nicht unnötig durch die Hecke verkleinert werden. Besser ist die abschnittsweise Anordnung, um unerwünschte Blicke auszublenden. Besonders beliebt ist der Buchsbaum, der perfekt mit Kirschlorbeer, immergrünem Deckgehölz oder mediterranen Pflanzen kombinierbar ist.

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Weniger attraktive Begrenzungen, wie Maschendraht-Zäune, können Hausbesitzer mit Pflanzen kaschieren. Auch hier gilt es, die Grundstücksgrenzen nicht einheitlich zu gestalten, sondern Abwechslung ins Spiel zu bringen: In einem Bereich kann eine halbhohe Weißdornhecke stehen, daneben eine Gruppe Bambus. Immergrüne Kletterpflanzen, etwa das Efeu, sind aufgrund ihres kräftigen Wuchses und ihrer Langlebigkeit ebenfalls sehr beliebt.

Nachteile zu seinem Vorteil nutzen

Neben dem bekannten Problem der beschränkten Fläche kommt bei Reihenmittelhäusern die Schwierigkeit dazu, dass die Parzellen häufig schmal und länglich sind. Das ist für viele Menschen ein Nachteil, muss es aber nicht. Wichtig ist es, die Perspektiven gekonnt zu inszenieren, indem man Blickfänge schafft. Im entgegengesetzten Ende des Gartens können Hausbesetzer eine Statue aufstellen oder einen großen knorrigen Baum pflanzen.

Die sogenannten Handtuchgärten können auch einen vielseitigen Charakter annehmen, in denen man sie in mehrere Bereiche mit unterschiedlichen Stilrichtungen und Funktionen gliedert. Vorteilhaft ist es, die Teilräume zueinander versetzt anzuordnen und Blickbeziehungen zulässt, sie gleichzeitig aber auch voneinander abschirmt. Die zentrale Blickperspektive ist meist ein durchgehender Weg. Der gewählte Belag trägt dabei maßgeblich zum Charakter bei: Ein geometrisch strukturierter Platz besitzt quadratische Platten, ein naturnaher Bereich dagegen grob bearbeitete und unregelmäßig geformte Trittsteine.

Stimmung für Groß und Klein schaffen

Die Bewohner des Hauses und ihre Ansprüche müssen gemeinsam über die Funktionen des Gartens entscheiden. Familien mit Kindern wollen wahrscheinlich einen verspielten Garten mit gestalterischen Höhepunkten aber auch ausreichenden Spielmöglichkeiten für die Kleinen. Für Klettermöglichkeiten können Hausbesitzer ein „Hochhaus“ auf Stützen bauen. Unter dem Platz ist Platz für einen Sandkasten oder den Aufbau eines Zelts. Glückliche Besitzer alter Obstbäume können sie auch nutzen, um ein Baumhaus im Geäst zu fixieren.

Größe Kinder, aber auch Eltern, freuen sich über einen großzügigen Rasenbereich, wo sie Volleyball, Badminton oder Fußball spielen können. Spielbereiche sollten grundsätzlich mit Abstand von Beeten platziert werden, sonst ärgert sich die Mutter schnell über in Mitleidenschaft gezogene Blumen.

Wir hoffen, dass Ihnen der Artikel als aktueller oder zukünftigen Besitzern eines Reihen- oder Doppelhauses weiterhilft, ihren Garten sinnvoll und praktisch zu gestalten.

Artikelbild: © Nick_Nick / Shutterstock

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0 Kommentare

  1. Franz Miller 07.05.2020 09:58 Uhr

    Gut zu wissen, dass je kleiner die Fläche ist, desto komplizierter ist es, die Fläche gestalterisch gut zu präsentieren und dabei verschiedene Nutzungen unterzubringen. Interessant, dass man mit einem individuellen Garten- und Landschaftsbau auch kleine Gärten sinnvoll gestaltet werden können. Ich werde mir zunächst bei unserem Vermieter einen Plan des Grundstücks beschaffen.

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  2. Franz Miller 15.05.2020 07:32 Uhr

    Da wir in einer Reihenhaussiedlung wohnen, hat unser Vermieter ziemlich genaue Vorstellungen davon wie die Vorgärten aussehen sollen und wie nicht. Ich werde mal besser meine Nachbarn fragen, ob sie mir ein Unternehmen für Gartengestaltung empfehlen können, damit wir nichts falsch machen. Außerdem werde ich den Vermieter mal nach einem gut angelegten Grundriss mit optimalem Raumprogramm fragen.

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  3. Franz Miller 15.05.2020 09:42 Uhr

    Damit wir den Garten unseres Doppelhauses sinnvoll gestalten können, möchte ich eine Bestandsvermessung machen lassen. Denn nur mit einem gut angelegten Grundriss gelingt ein solches Unterfangen erfolgreich. Gut zu wissen, dass ich für Detailpläne für bauliche Anlagen die Hilfe von einem Fachmann in Anspruch nehmen kann.

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  4. Birte Maurer 15.05.2020 10:16 Uhr

    Danke für den Tipp, dass ich in einer Baumschule, im botanischen Garten, Magazinen und Gartenbüchern oder auf Reisen und Ausflügen Anregungen für meinen Garten sammeln kann. Bevor ich mich an die Arbeit mache, möchte ich eine Online Gartenplanung machen. Damit erspare ich mir auch die Zeichnungen per Hand.

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