Tipps zum Kauf eines Aquariums

Tipps zum Kauf eines Aquariums

Die Aquaristik gewinnt in Deutschland immer mehr Anhänger. Mittlerweile sind rund 85 Millionen Zierfische in drei Millionen Aquarien in der Bundesrepublik zu finden. Ein Großteil der Aquarium Besitzer entscheidet sich für die wunderschöne Insel, weil sie eine beruhigende, entspannende Atmosphäre schafft und gleichzeitig ein besonderes Ambiente in der Wohnung schafft. Gleichzeitig ist die Faszination Unterwasserwelt für Kinder eine wertvolle Begegnung mit Mutter Natur.

Doch mit dem Aquarium kommt viel Verantwortung: Besitzer müssen es nicht nur kaufen, mit Wasser füllen und Fische einsetzen. Eine regelmäßige Pflege gehört zur Verantwortung der Besitzer genauso wie die Vorsorge für den Urlaub. Dennoch bedeutet ein Aquarium nicht automatisch viel Arbeit, auch wenn das ein beliebtes Vorurteil ist. Fische sind sehr pflegeleichte Zeitgenossen. Mittlerweile ist die Technik so fortgeschritten, dass Filtersysteme, Dünge- und Futterautomate, geregelte Heizsysteme und Lichtsteuerung einen Großteil der Arbeit abnehmen.

Mit welchen Kosten ist beim Kauf eines Aquariums zu rechnen?

Preisbeispiele für verschiedene Aquarien:

Art des Aquariums Kosten
Dennerle Nano Cube, 30 Liter ca. 99 Euro
Tetra Starter Line, 80 Liter ca. 110 Euro
Eheim Vivaline, 125 Liter ca. 230 Euro
Juwel Rio, 240 Liter ca. 440 Euro
Fluval Panorama, 190 Liter ca. 530 Euro

Nur wenige wissen es, aber es gibt grundsätzlich drei verschiedene Aquarien: Meerwasser-, Kaltwasser- und Süßwasseraquarien. Es kann sich um sogenannte „Artaquarien“ handeln, in denen nur eine Fischart gehalten wird oder es sind „Gesellschaftsaquarien“, wo sich mehrere Arten aufhalten. Die am meisten verbreiteten Aquarien sind Süßwasser-Gesellschaftsaquarien, weil diese sehr interessant und bunt sind. Bevor man sich aber für ein Aquarium entscheidet, sollten sich Interessierte überlegen, wie sie es gestalten, bevölkern und ausbauen möchten und natürlich, wo es stehen soll.

Sinnvolle Aquariengrößen beginnen bei etwa 100 Litern, was zunächst nach viel klingt. Es muss aber bedacht werden, dass viele Fischarten stabile Lebensbedingungen benötigen. Wenn der ökologische Kreislauf funktioniert, dann hält sich auch die Pflege in Grenzen. Kleine Becken benötigen mehr Aufmerksamkeit und somit auch mehr Pflege, da die Wasserqualität schwerer auf hohem Niveau gehalten werden kann.

Im Fachhandel sind Aquarien mit Volumen bis zu 720 Litern erhältlich. Je nach Modell und Preiskategorie besitzen sie raffinierte Ausstattungen. Die Aquarien-Möbel sind in unterschiedlichen Designs erhältlich, sodass sie zu jeder Wohneinrichtung passen.

Für Anfänger gibt es Aquarien-Komplett-Sets, die eine preisgünstige Lösung für diejenigen sind, die sich mit der Aquaristik genauer befassen möchten. Diese Sets bestehen in der Regel aus Becken inklusive Abdeckung, Beleuchtung, Innenfilter und Reglerheizer.

Den richtigen Standort wählen

Das Aquarium wird der zukünftige Blickfang der Wohnung sein und verdient somit auch einen attraktiven Platz. Wichtig ist, dass sowohl die Bewohner als auch die Besucher die Unterwasserwelt gut beobachten, entspannen und träumen können. Des Weiteren zählen folgende Kriterien:

  • Standorte mit viel Tageslicht sowie direkter Sonneneinstrahlung vermeiden, das fördert die Algenbildung und heizt das Wasser unnötig auf.
  • Abstand von Heizkörpern halten.
  • Steckdose sollte in der Nähe sein.
  • Nach oben muss viel Platz zur Verfügung stehen, um die Pflege leicht zu gestalten.
  • Der Stand muss waagerecht sein.

Für Aquarien-Kombinationen gilt zusätzlich:

  • Der Unterbau muss das Gewicht von Wasser, Glasbecken, Aquarieneinrichtung, Technik und so weiter tragen können.
  • Im Handel sind spezielle Matten als Unterlage erhältlich, die gegen Wärmeverlust schützen.

Wichtig: Nach dem Aufbau des Aquariums lässt sich dessen Standort nicht mehr ändern. Transportieren Sie es auch nicht, wenn es mit Wasser gefüllt ist, es besteht Bruchgefahr!

Die Beleuchtung anpassen

Entgegen vieler Behauptungen dient die Beleuchtung des Aquariums nicht in erster Linie dem Betrachter, sondern den Fischen. Grundsätzlich benötigen die kleinen Lebewesen nur wenig Helligkeit. Das Licht ist dagegen wichtig für das Wachstum der Pflanzen sowie die Photosynthese.

  • Pflanzen verrichten ihre „Arbeit“ nur bei Licht. Durch die Photosynthese werden Schadstoffe im Wasser abgebaut und Sauerstoff für die Fische produziert.
  • Für Aquarien ohne Abdeckung sind Hänge- und Aufsatzleuchten erhältlich.
  • Die Beleuchtungsdauer sollte dem in der Natur entsprechen: Das Licht muss somit acht bis zehn Stunden konstant leuchten.
  • Das Licht muss immer zur selben Zeit ein- und ausgeschaltet werden; hierzu gibt es Beleuchtungen mit Zeitschaltuhr.
  • Zeitverschiebungen irritieren die Tiere. Wenn sie dennoch nötig sind, sollte man sie in kleinen Schritten (etwa 30 Minuten) vornehmen.
  • Leuchtröhren nach einem Jahr austauschen, da ihre Intensität nachlässt.

Aquarium Einrichten: Schritt für Schritt

Um einen gesunden und artgerechten Lebensraum für Fische und Pflanzen zu errichten, müssen Sie das Aquarium einrichten – und zwar richtig.

  1. Reinigung: Das Glas mit warmem Wasser und einem sauberen Schwamm gründlich säubern. Der Einsatz von Reinigungsmitteln ist strengstens tabu!
  2. Bodengrund: Damit sich die Pflanzen gut bilden, Wurzeln anlegen und Nahrung aufnehmen können, benötigen sie einen guten Boden. Einige Fischarten durchsuchen ebenfalls den Boden nach Algen und Nahrung.
    • Kies mit mittlerer Körnung von zwei bis drei Millimetern eignet sich in den meisten Fällen am Besten. Eine feinere Körnung oder Sand benötigen nur wenige Tiere. Bei großer Körnung laufen Sie Gefahr, dass sich Futterreste zwischen den Steinen verirren und von den Fischen nicht erreichbar sind.
    • Der Kies sollte rund geschliffen sein, damit sich die Tiere nicht verletzen können.
    • Optimal ist eine natürliche, aber nicht zu helle Färbung. Reflektierendes Licht und heller Boden sorgen bei einigen Fischarten für ein unwohles Gefühl.
    • Kies mit warmem Wasser gründlich waschen.
    • Zunächst eine Schicht Depotdünger anlegen.
    • Erste Kieslage (etwa zwei Zentimeter) mit Bodengrunddünger mischen und über die Depotdünger-Schicht verteilen.
    • Als Letztes folgt die reine Kies-Schicht (drei bis sechs Zentimeter).
  3. Technik: Welche Technik zum Einsatz kommt, hängt von Faktoren wie Größe des Aquariums, Einrichtung, Fischbesatz und nicht zuletzt den eigenen Ansprüchen ab. Zur Grundausstattung wird Folgendes benötigt:
    • gute Beleuchtung
    • Aquarienheizer, Reglerheizer
    • Thermometer
    • effektiver Innen- oder Außenfilter inklusive Filtermedien
  4. Dekoration: Steine und Steinholz machen die Unterwasserwelt nicht nur für die Hausbewohner, sondern auch die Fische interessanter. Gleichzeitig dienen sie den Wasserbewohnern als Reviermarkierung und Versteck. Hier gilt allerdings: Weniger ist mehr, sowohl Pflanzen als auch Fische müssen genug Platz haben.
    • Dekorationsmittel mit Bürste gründlich reinigen.
    • Als Dekoration eignen sich Steine wie Lava- und Schiefergestein, die keinen Kalk enthalten und keine Stoffe abgeben.
    • Steinholz eignet sich ebenfalls als Deko, für andere Hölzer und Wurzeln sollten Sie sich beraten lassen.
  5. Durchweichen: Damit der Boden durchweicht und beschwert wird, ist es nun Zeit, etwas Wasser einlaufen zu lassen. Das Wasser sollte eine Temperatur von etwa 24 °C besitzen, also handwarm sein. Lassen Sie am besten 20 bis 30 Zentimeter Wasser über eine Schale plätschern, damit der Boden nicht aufgewühlt wird.
  6. Pflanzen: Nun kommt die Vegetation, die das Aquarium sauber hält und Sauerstoff für die Fische produziert. Wichtig: Die Pflanzen werden noch etwas wachsen.
    • Kleine Pflanzen nach vorne, große nach hinten.
    • Steinwolle, Bleibänder und Plastiktöpfe vorsichtig entfernen.
    • Eventuell abgestorbene Blätter und Stängel abschneiden.
    • Zu lange Wurzel bei rosettenförmigen Pflanzen kann man um ein Drittel kürzen.
    • Mit einer Pinzette Wurzel und Stängel senkrecht in den Boden drücken und anschließend bis zum Wurzelhals wieder hochziehen.
  7. Wasserbefüllung: Nach der Installation der Geräte kann das Aquarium komplett aufgefüllt werden.
    • Auch hier verwendet man handwarmes Leitungswasser.
    • Bis etwa zwei bis drei Zentimeter zum Beckenrand auffüllen.
    • Für optimale Wasserqualität Wasseraufbereiter dazugeben.
    • Damit die Pflanzen aktiv werden, das Aquarium in Betrieb nehmen.
    • Licht einschalten und acht bis zehn Stunden täglich laufen lassen (evtl. Zeitschaltuhr programmieren).
    • Filter im Dauerbetrieb laufen lassen.
    • Reglerheizer auf 25 °C stellen.
  8. Optimierung: Das Aquarium ist nun in Betrieb, die Fische können aber noch nicht eingesetzt werden. Zunächst müssen Sie warten, bis sich das ökologische Gleichgewicht einpendelt. Diese Phase dauert bis zu drei Wochen. Kontrollieren Sie in dieser Zeit regelmäßig die Wassertemperatur. Nach den ersten beiden Tagen kann man etwas Flüssigdünger für die Pflanzen dazugeben.

Artikelbild: © Michael C. Gray / Shutterstock

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