Pro und Kontra: Unkraut vernichten mit Essig, Salz und Spülmittel

Pro und Kontra: Unkraut vernichten mit Essig, Salz und Spülmittel

Wenn die Tage wärmer und länger werden, erwacht die Natur. Auch der Garten erblüht wieder, der Rasen wird grüner, die ersten Blumen sprießen, Wildkräuter wachsen. Doch neben Osterglocken, Forsythie und Co kommen auch die unerwünschten Pflanzen zum Vorschein: das lästige Unkraut! Der Hobbygärtner steht erneut vor der Herausforderung, diese Unkrautpflanzen im Garten zu entfernen.

Wer keine Chemiekeule bei der Unkrautbekämpfung einsetzen möchte, kann neben Unkrautvlies, Herbiziden & Co auch auf sogenannte Hausmittel setzen. Denn mit Essig, Salz und Spülmittel findet sich im Küchenschrank der Unkrautvernichter zum Selbermachen. Doch diese Mittel haben nicht nur Vorteile, falsch angewendet können sie dem Boden schaden. Zudem schreibt der Gesetzgeber vor, wo auch diese selbst hergestellten Pflanzenschutzmittel überhaupt verwendet werden dürfen.

Verschiedene Arten von Unkraut

So wie es viele verschiedene Arten von Pflanzen gibt, gibt es auch viele verschiedene Arten von Unkraut. Zu den häufigsten Unkrautarten gehören Löwenzahn, Fingerhirse und Klee. Während einige Unkräuter einfach nur lästig sind, können andere ernsthafte Schäden an den Kulturen verursachen. Unkräuter konkurrieren mit den Nutzpflanzen um Wasser und Nährstoffe und können auch als Wirte für Schädlinge und Krankheiten dienen. Daher ist es wichtig, das Wachstum von Unkraut zu kontrollieren, um die Nutzpflanzen zu schützen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun, darunter die Bekämpfung von Unkraut mit Hausmitteln, mechanische Methoden wie Bodenbearbeitung und Ausreißen von Hand, aber auch chemische Methoden wie Herbizide. Die Wahl der effektivsten Methode hängt von der Art des Unkrauts und der Größe des Befalls ab. Mit einem sorgfältigen Management ist es möglich, Unkraut unter Kontrolle zu halten und einen gesunden Garten oder Bauernhof zu erhalten.

Die richtige Konzentration ist wichtig: Essigsäure als Unkrautvernichter

Eine Essiglösung kann im Garten als selbst gemachter Unkrautvernichter dienen. Dazu braucht es eine Mischung mit Wasser im Verhältnis von 15 zu 1. Diese Lösung kann in Sprühflaschen gefüllt werden und direkt auf die Pflanzen gesprüht werden. Destillierter weißer Essig ist der säurehaltigste und eignet sich daher am besten zur Unkrautbekämpfung.

Essig hat einen niedrigen pH-Wert, daher eignet er sich gut, um Unkraut zu vernichten. Unkrautpflanzen haben einen pH-Wert von sechs bis sieben. Nach der Behandlung lassen sich die unerwünschten Pflanzen leicht mit einer Unkrauthacke oder einem Unkrautjäter aus dem Boden entfernen. Sie müssen den Essig alle paar Tage erneut auftragen, bis das Unkraut vollständig abgestorben ist. Bei hartnäckigem Unkraut müssen Sie Ihrer Essiglösung eventuell etwas Spülmittel hinzufügen, damit sie an den Blättern haften bleibt.

So mancher Gärtner schwört auf dieses selbst gemachte Unkrautvernichtungsmittel. Doch Essig steht nicht nur in dem Ruf, eine schonende Methode zu sein – es gibt auch Bedenken. Abhängig von der Konzentration der Essiglösung können Boden und andere Wurzeln durch die Essigessenz auch geschädigt werden. Regelmäßig behandelte Stellen können sauer werden. Daher sollte nach einer Behandlung mit Säure aus Essig der Erde Kalk zugeführt werden, um den Boden wieder aufzubauen.

Wer trotz aller Bedenken nicht auf Essig als Unkrautvernichter verzichten will, kann Präparate aus dem Fachhandel kaufen. Diese Produkte und ihre Wirkstoffe sind auf ihre Umweltfreundlichkeit getestet und sichern den Gärtner ab.

Feuchtigkeitsentzug: Unkrautvernichter aus Kochsalz und Wasser

So mancher Hobbygärtner schwört auf Salz als Unkrautvernichter. Hier reicht das handelsübliche Salz aus, das jeder im Küchenschrank aufbewahrt. Mit ihm kann ebenfalls eine Lösung erstellt werden – das Verhältnis in der Mischung zwischen Kochsalz und Wasser sollte 1 zu 5 betragen. Mit der fertigen Lösung können im Garten von Unkraut befallene Stellen gegossen werden.

Die Wirkung dieser selbst hergestellten Unkrautbekämpfung ist einfach: Salz entzieht den unerwünschten Pflanzen das Wasser, dadurch trocknen sie aus und sterben ab. Dieser Prozess dauert rund eine Woche. Anschließend kann auch hier das Unkraut samt Wurzel mit der Hacke leicht aus dem Boden entfernt werden.

Am besten wird das Mittel bei Sonnenschein auf das Unkraut gegossen. Denn bei Regen wirkt es nicht so gut. Mit der Behandlung sollte jedoch vorsichtig umgegangen werden, denn die Salzlösung kann auch andere Pflanzen zum Absterben bringen, die der Gärtner eigentlich wünscht.

pH-Wert senken: Unkraut mit Spülmittel vernichten

Auch Spülmittel hat einen niedrigen pH-Wert und kann somit als Unkrautvernichter dienen. Jedoch laugt Spülmittel in großer Konzentration den Boden aus. Daher sollten nur wenigen Tropfen mittels Esslöffel verwendet werden, die in einen großen Eimer Wasser kommen. Auch diese Lösung wird dann auf die unerwünschten Pflanzen gegossen und sie sterben nach einiger Zeit ab. Anschließend kann das Unkraut wie bei den anderen Methoden mit der Harke leicht aus der Erde entfernt werden.

Dieser Unkrautvernichter zum Selbermachen ist in der Nähe von Kindern und Haustieren sicher zu verwenden und außerdem sehr preiswert. In jedem Fall ist dieses einfache Unkrautvernichtungsmittel eine großartige Möglichkeit, Ihren Garten zu pflegen, ohne das Budget zu sprengen.

Auch eine Kombination aus Essig, Salz und Spülmittel kann als Unkrautvernichter dienen. Dazu braucht es beispielsweise einen viertel Liter Wasser, einen viertel Liter Essig, drei Esslöffel Speisesalz und ein Tropfen Spülmittel. Die kombinierte Wirkung vernichtet Unkraut mit Sicherheit.

Achtung: Gesetzliche Bestimmungen schreiben Verwendung vor!

Die selbst hergestellten Unkrautvernichter aus Salz, Essig und Spülmittel dürfen jedoch nicht bedenkenlos überall im Garten angewendet werden. Denn im Pflanzenschutzgesetz sind diese als Pflanzenschutzmittel vom Gesetzgeber kategorisiert. Das bedeutet, dass die Lösungen nur auf unversiegelten Flächen gesprüht und gegossen werden dürfen – also Beete und Rasen. Auf versiegelten Flächen wie gepflasterten Steinen, Terrassen, geschlossenen Gehwegplatten und Co ist die Anwendung verboten.

Wer gegen das Pflanzenschutzgesetz verstößt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Die Geldbußen können zwischen 50.000 und 80.000 Euro liegen. Grund für die hohen Bußgelder ist der Schutz von umliegenden Böden vor dauerhaften Schäden. Für die Reinigung von Terrasse, Gehweg und Co sollten daher andere Wege gefunden werden. Handarbeit, der Dampfreiniger oder auch der Hochdruckreiniger können hier eine gute Alternative sein.

Pro- und Kontra: Lohnt sich der Unkrautvernichter aus dem Küchenschrank?

Wer sich für die Bekämpfung von Unkraut mit Essig, Salz und Spülmittel entscheidet, meint es in den meisten Fällen gut mit seinem Garten. Denn schließlich wird auf chemische Substanzen verzichtet, die nicht immer unbedenklich sind. Doch auch der Einsatz dieser Hausmittel ist nicht immer unbedenklich und kann den Boden schaden.

Salz kann die Erde dauerhaft austrocknen und ihr wertvolle Nährstoffe entziehen. Essig und Spülmittel können auch ins Grundwasser oder die Kanalisation sickern. Zudem besteht hier die Gefahr, dass der pH-Wert der betroffenen Stellen auf Dauer sinkt. Dann könnten auch andere Pflanzen nicht mehr wachsen. Hohen Strafen erwarten zudem denjenigen, der diese Mittel auf versiegelten Flächen nutzt.

Daher gilt auch bei dem selbst hergestellten Unkrautvernichter, dass weniger mehr ist. Auch mit Essig, Salz und Spülmittel sollte es der Hobbygärtner im Garten nicht übertreiben. Nur bei mäßiger Anwendung können die erwünschten Nutzpflanzen im Garten weiterhin gesund und schön wachsen, erblühen und gedeihen.

Alternativen: Handarbeit und eine andere Perspektive

Die selbst hergestellten Unkrautvernichter haben daher auch Nachteile und sollten nicht bedenkenlos verwendet werden. Daher lohnt sich für den Gartenbesitzer auch ein Blick auf Alternativen. Grün im Gemüsebeet oder Unkrautpflanzen in den Fugen zwischen den Gehwegen können Sie mit bewährter Handarbeit jäten. Dies gelingt besonders gut nach dem Regen, da dann der Boden aufgeweicht ist und auch die Wurzeln leicht zu entfernen sind.

Aber auch Wärme ist ein guter Unkrautvernichter. Gas- und strombetriebene Geräte können beim Abflammen eine Hilfe sein, manchmal reicht auch schon heißes Wasser aus. Elektrisch betriebene Bürsten oder der Hochdruckreiniger sind ebenfalls Hilfsmittel.

Zudem sollte bei Unkraut immer abgewogen werden: Müssen diese Pflanzen wirklich weichen? Wildkräuter, Brennnessel, Löwenzahn und andere Beikräuter können auch wertvolle Mitglieder im Garten sein. Brennnesseln beispielsweise bieten einen wertvollen Lebensraum für viele Insekten und Schmetterlinge. Stehen sie wie andere Beikräuter abseits im Garten, spricht nicht immer alles für eine Entfernung.

Bodendecker sind eine vorbeugende Maßnahme. Diese Pflanzen bieten eine dichte, dauerhafte Pflanzendecke und verhindern die Ausbringung von Unkraut. Zudem bieten Bodendecker in ungenutzten Bereichen des Gartens einen optischen Hingucker – zum Beispiel unter Baumkronen oder an Hängen.

Wer Brennnesseln aus seinem Garten entfernen will, kann aus diesen auch Brennnesseljauche herstellen. Diese Jauche dient wiederum wunderbar als ökologischer Unkrautvernichter. So kann sprichwörtlich Unkraut mit Unkraut bekämpft werden.

So funktioniert die Herstellung von Brennnesseljauche

Brennnesseljauche ist eine effektive Möglichkeit, Ihren Garten zu düngen. Brennnesseln sind reich an Stickstoff, Kalium und anderen Nährstoffen, die Pflanzen zum Gedeihen brauchen. Um Brennnesseljauche herzustellen, zerkleinern Sie einfach ein paar Handvoll Brennnesseln und lassen sie einige Wochen lang in einem Eimer mit Wasser ziehen.

Dann seihen Sie die Pflanzenteile ab und verwenden Sie die entstandene Flüssigkeit zum Gießen Ihrer Pflanzen. Sie können auch eine kleine Menge Brennnesseljauche zu Ihrem Komposthaufen geben, um dessen Nährstoffgehalt zu erhöhen. Brennnesseljauche ist nicht nur gut für Ihre Pflanzen, sie ist auch kostenlos! Warum also nicht einmal ausprobieren?

So manches Unkraut ist gut für die Umwelt

Unkraut wird oft als lästige Pflanze angesehen, die Ressourcen aus unseren Gärten und Höfen stiehlt. Aber nicht alle Unkräuter sind schlecht! Tatsächlich können einige Unkräuter sogar nützlich für die Umwelt sein. Löwenzahn zum Beispiel ist eine Unkrautart, die oft als lästig empfunden wird. Löwenzahn ist jedoch eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber.

Außerdem hilft Löwenzahn, den Boden zu belüften und Verdichtung zu verhindern. So kann er tatsächlich dazu beitragen, die Gesundheit Ihres Rasens oder Gartens zu verbessern. Wenn Sie also das nächste Mal einen Löwenzahn sehen, denken Sie zweimal nach, bevor Sie ihn ausreißen!

Zusammenfassung

Wer im Garten bei den Unkrautvernichtungsmitteln auf die Chemiekeule verzichten will, greift nicht selten zu Essigessenz, Salz und Spülmittel. Doch auch bei diesen Mitteln sollten nicht ohne Bedenken bei der Unkrautbekämpfung agiert werden. Alternativen sind Handarbeit, Abflammen, der Hochdruckreiniger oder gar Unkraut gegen Unkraut – mit der Brennnesseljauche. Beikräuter und Wildkräuter können auch stehen gelassen werden.

Artikelbild: © LenMAXS / Bigstock.com

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