Wandsanierung mit Gipskartonplatten statt Putz

Wandsanierung mit Gipskartonplatten statt Putz

Gipskartonplatten sind die Alleskönner im Bereich Innenausbau und bieten viele Vorteile im Vergleich zum traditionellen Ziegelmauerwerk und dem klassischen Putz. Sie sind nicht nur kostengünstiger, sondern der Bauherr bleibt mit Trockenbauwänden auch flexibler in Bezug auf die Anforderungen an seine Immobilie. Dennoch sollte bei der Verarbeitung und gerade beim Verkleben einiges beachtet werden.

“Ein unvollendetes Juwel”, das ist die Standardbeschreibung eines jeden Immobilienmaklers, wenn er eine sanierungsbedürftige Wohnung anpreist. Und da steht man dann und die Wände sind schief und alt und abgenutzt. Vom Enthusiasmus gepackt, geht der Laie ins Internet und versucht herauszufinden, wie er die Sanierung der Wände richtig anpacken soll – sind Gipskartonplatten oder der klassische Wandputz die richtige Wahl? Wie soll man mit dem weiteren Umbau verfahren? Massive Mauern einziehen, oder neue Raumtrennungen mit Gipskartonwänden schaffen?

Trockenbauwand oder Massivbauwand

In Amerika sind Ständerbauweise und Gipskartonwände schon Standard, in Europa werden stabile, massive Ziegelwände noch bevorzugt. Doch es ist eine Trendwende in Sicht, denn auch wenn Massivbauwände viele Vorteile bieten, sind Trockenbauwände in bestimmten Einsatzbereichen bereits das bevorzugte Material, auch in Europa.

So werden sie gerne verwendet, wenn es darum geht, einen Raum im Raum zu schaffen, Decken abzuhängen, Trennwände in Neubauten einzuziehen, oder Wände in Altbauten zu kaschieren. Auf ploetzlichbauherr.de erfahren Hobby-Handwerker, wie man die fertig verlegten Gipskartonplatten abschließend richtig bearbeitet.

Eigenschaften von Trockenbauwänden und ihre Vor- und Nachteile

Trockenbauwände bestehen zum Großteil aus Gips. Gips ist ein sehr natürliches Material und kann gut Feuchtigkeit aufnehmen. Daher sorgen Ständerbauweisen mit Gipskartonplatten auch schnell für ein gutes Raumklima.

Zudem ist eine Gipskartonplatte sehr leicht und kann auch bei statisch heiklen Projekten verbaut werden, da die Traglast kaum beeinträchtigt wird, schon gar nicht im Vergleich zu einer massiven Ziegel- oder Steinwand.

Gipskartonplatten lassen sich sogar mit einem speziellen Verfahren biegen und so zum Beispiel Wandkrümmungen in einem Erker anpassen.

Vorteile:

  • Trockenbauwände lassen sich schnell errichten.
  • Die Zeiten, die klassisches Mauerwerk benötigt, um zu trocken, entfallen.
  • Trockenbauwände sind zu einem späteren Zeitpunkt problemlos zu entfernen, somit bleibt der Grundriss flexibel und die Immobilie lässt sich den Herausforderungen der Jahre anpassen.
  • Trockenbauwände sind deutlich kostengünstiger als klassisches Mauerwerk.
  • Trockenbauwände können auch von geschickten Laien errichtet werden.
  • In Trockenbauwänden können elektrische und andere Versorgungsleitungen “versteckt” werden.

Nachteile:

  • Können kaum Lasten tragen.
  • Wird in Trockenbauwänden kein zusätzlicher Schallschutz und keine zusätzliche Dämmung verbaut, sind die Wände sehr hellhörig.

Massivbauwände und ihre Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Massivbauwände können hohe Lasten tragen, zum Beispiel Waschbecken und schwere Wandinstallationen.
  • Sie sorgen, versehen mit hochwertigen Kalkputzen, für ein gutes Klima im Haus.
  • Massivbauwände isolieren gut.
  • Sie sind ein guter Brand- und Schallschutz.
  • Sie schützen auch bei massiver Krafteinwirkung zuverlässig, zum Beispiel bei Unwettern, umstürzenden Bäumen usw.

Nachteile:

  • Sie sollten von einem Profi errichten werden, um auch tatsächlich sicher zu stehen.
  • Massivbauwände müssen lange trocknen und damit ist die Bauzeit deutlich länger.
  • Sie sind nicht flexibel, eine Wand aufzubauen und zu einem späteren Zeitpunkt einzureißen, sind zudem sehr schmutzintensive Arbeiten.
  • Kabel und Rohrleitungen sind nicht einfach im Inneren versteckt, sondern es müssen aufwändige Kabelschächte geschlitzt werden.
  • Massivbauwände sind in der Herstellung sehr teuer.

Was genau sind Gipskartonplatten?

Trockenbauwände werden auch Gipskartonwände genannt, da sie aus zwei Komponenten bestehen. Einerseits eine Seite aus speziellen Kartonagen, direkt verbunden mit einer Lage aus Gips, diese erneut geschützt durch eine Schicht spezieller Kartonagen. Man muss sich das wie ein Sandwich vorstellen.

Diese Konstruktion macht Gipskartonplatten stabil, erlaubt aber auch die Platten leicht zuzuschneiden. Die Schnittkanten müssen lediglich vorgezeichnet, geritzt und dann gebrochen werden.

Was ist Rigips?

Rigips wird vom Laien gerne mit dem Begriff Gipskartonplatte gleichgesetzt, jedoch steht die Bezeichnung Rigips für eine Gipskartonplatte des Herstellers Saint-Gobain Rigips aus Düsseldorf.

Gipskartonplatten als Alternative zum Putz

Bei Bauprojekten geht es auch um die Gestaltung der Wände. Heutzutage ist der Wunsch vieler Bauherren, dass die Wände absolut glatt sind, unruhige, verputzte Wände werden immer mehr als zu rau empfunden.

Gipskartonplatten beim Neubau

Beim klassischen Verputzen müssen Wände durch sehr aufwändige, mehrfach angewandte Spachtelprozesse geglättet werden. Diese Art der Wandbearbeitung fällt aufgrund der anfallenden Kosten schon in das Luxussegment beim Bau.

Nutzt man gleich Gipskartonplatten, um die Wände zu kaschieren, ist der Aufwand deutlich geringer und auch die Materialkosten sind erschwinglich. Die Wände sind im Anschluss glatt und auch die Übergänge sind nicht zu erkennen, falls sorgfältig gearbeitet wurde.

Da Gipskarton Feuchtigkeit gut aufnehmen kann, ist dieses Vorgehen nicht nur eine zusätzliche Isolierung für die Wände, sondern der Trockenbau sorgt zugleich für ein gutes Raumklima.

Gipskartonplatten in der Altbausanierung

Gerade im Altbau sind die Wände gezeichnet. Sie sind krumm, schief und sehr unruhig durch kaputte Stellen im Putz. Hier mit klassischem Putz für glatte Wände zu sorgen ist eine Herkulesarbeit. Der gesamte alte Putz muss heruntergeschlagen, die Wände vorbereitet und neuer Putz aufgezogen werden.

Das sollte ein Fachmann erledigen und ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch teuer. Hier erfahren Immobilienkäufer, wie sie Renovierungskosten beim Altbaukauf einkalkulieren sollten.

Mit Rigipsplatten lassen sich Wände sehr schnell kaschieren. Loser Putz muss zwar auch abgeschlagen werden, jedoch nicht der Putz flächendeckend. Diese Arbeit kann auch ein Hobby-Handwerker problemlos erledigen. Dann werden die Gipskartonplatten aufgeklebt. Im Gegensatz zum klassischen Putz entfällt die lange Trocknungszeit und durch diesen Prozess wird auch nicht so viel Feuchtigkeit in die Räume getragen.

Gipskartonplatten kleben

Wichtig ist den Untergrund – egal ob Neubau oder Altbau – gut vorzubereiten. Loser Putz muss entfernt werden, sonst kann der Kleber nicht halten. Auch sandige und feuchte Stellen müssen zuvor behandelt werden, um den Halt für die Gipskartonplatten zu gewährleisten. Schließlich muss man auf die gesamte Wandfläche eine Grundierung auftragen.

Bevor man den Kleber anrührt, müssen die Gipskartonplatten bereits vorbereitet, sprich zugeschnitten sein und bereitliegen. Der Kleber trocknet schnell aus und so muss zügig gearbeitet werden.

Den Gipskleber richtig anmischen

Bei Gipskartonplatten benutzt man Gips als Klebemittel. Diese spezielle Mischung gibt es fertig zu kaufen. Es ist sehr wichtig, genau die Mengenangaben des Herstellers zu beachten. Zu viel Wasser ist ebenso schädlich, wie zu wenig. Daher nicht mit Augenmaß mischen, sondern Waage und Messbecher zur Hand nehmen.

Sinnvoll ist immer nur kleine Mengen Gipskleber anzumischen. Das ist zwar aufwändiger, garantiert aber, dass der Klebstoff nicht zu trocken wird, während der Arbeiten.

Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben. Das Gipskleberpulver nun langsam in die vorgegebene Menge Wasser einrieseln lassen. Hier mit Geduld arbeiten, denn vermengt sich das Pulver zu schnell mit dem Wasser, entstehen unschöne Blasen im Kleber. Kurz warten und dann schließlich mit einem Bauquirl nochmal gut durchmischen.

Die Gipskartonplatten kleben – Schritt für Schritt

Nun muss der Kleber auf der Rückseite der Platten aufgebracht werden. Dort, wo in der Wand besonders tiefe Stellen auszugleichen sind, muss auf der Platte ein größerer Gipskleber-Klecks aufgebracht werden. Den Gipskleber nie verstreichen, sondern diese Kleckse in regelmäßigen Abständen von ca. 30 cm auftragen. Zum Rand ca. 5 cm Platz lassen, sonst drückt es den Kleber seitlich heraus.

Nun die Gipskartonplatten mit Druck an die Wand pressen und solange ausrichten, bis die Wasserwaage zeigt, dass die Platte im Lot ist. So Platte an Platte setzen, immer mit der Wasserwaage kontrollieren. Bei Boden und Decke sollten kleine Keile angebracht werden, die für einen regelmäßigen Abstand sorgen.

Fliesen auf Gipskartonplatten kleben

Wer Gipskartonwände in Bad oder Küche einsetzen will, und diese schließlich mit Fliesen zu belegen plant, der sollte gleich zu Beginn Rigipsplatten für den Feuchtbereich wählen. Bei diesen Platten ist die Kartonagenschicht speziell imprägniert und so gegen Wasser und Feuchtigkeit geschützt.

Mit Fliesenkleber auf Trockenbauwänden zu arbeiten ist sehr schwierig, und nur jemand, der sich gut mit dem Verlegen von Fliesen auskennt, sollte sich an solch ein Projekt wagen. Der Untergrund muss nämlich nicht nur absolut staubfrei, sondern auch Kleber und Untergrund müssen aufeinander abgestimmt sein.

Im Zweifel an dieser Stelle lieber einen Fachmann hinzuziehen.

Gipskartonplatten an runde Wände anpassen

  • Hierzu benötigt man eine kleine Rolle, die mit Nadeln versehen ist.
  • Mit dieser Rolle langsam an der Innenseite der Platte entlang fahren, so dass die Kartonage und der darunterliegende Gips mit kleinen Einstichkanälen versehen sind.
  • Nun muss die löchrige Seite vorsichtig mit Wasser benetzt werden. Der Gips wird so weich und die Platte kann gebogen werden.

Gipskartonplatten zuschneiden

  • Die genaue Schnittführung mit einem Bleistift auf der Platte anzeichnen.
  • Mit einem scharfen Cuttermesser die Kartonagenseite einritzen.
  • Dann entlang der Kante die Gipskartonplatte brechen.
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