Was Fledermäuse und Sanierung gemeinsam haben

Was Fledermäuse und Sanierung gemeinsam haben

Alte Immobilien sind charmant – nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Gerade Vögel finden in Dächern und Wänden einen lebenswichtigen Raum. Und gerade sie sind mittlerweile bedroht. Alte Häuser werden energetisch saniert. Die tierischen Mitbewohner bleiben dabei häufig auf der Strecke. Fledermäuse, Schwalben, Mauersegler, Haussperlinge und Hausrotschwanz verlieren ihre Nistplätze, die sie jahrelang genutzt haben.

Eine Sanierung muss die Wohnung der Tiere nicht zerstören. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat mehrere Jahre lang geforscht und an insgesamt 60 energetisch sanierten Immobilien unterschiedliche Artenschutzmaßnahmen getestet. Bauherren können die Tiere mit ein wenig Aufwand schützen.

Fledermäuse sind durch Wärmedämmung an Fassaden bedroht

Die Zwergfledermaus oder die Breitflügelfledermaus gehören zu den Fledermausarten, die Gebäude bewohnen. Auch Mausohren gehören dazu: Sie sind häufig in großen Dachböden von Schlössern, Kirchen und Klöstern zu finden. In den letzten 40 Jahren sind ihre Bestände allerdings stark zurückgegangen. Der Grund für den Rückgang: Nahrungsmangel durch den landwirtschaftlichen Einsatz von Pestiziden, die Vernichtung von Quartieren durch Dacharbeiten sowie die Vergiftung durch Holzschutzmittel in den Gebäudequartieren.

Haben wir Fledermausquartiere?

Ob ein Fledermausquartier im eigenen Haus besteht, ist relativ einfach zu erkennen. Hausbesitzer sollten nach kleinen, länglichen Krümeln Ausschau halten, die sich auf Fensterbrettern oder dicht an der Hauswand befinden. Dabei handelt es sich um Kotkrümel, die die Tiere beim Ein- oder Ausflug fallen lassen. Fledermauskot ist ungefährlich, trocken und nahezu geruchlos. Das Quartier an sich ist häufig schwer zu erkennen, die fliegenden Tiere verstecken sich in winzigen Ritzen und Spalten eines Gebäudes. Sehr beliebt ist die Attika eines Gebäudes. Dort sind häufig auch Winterquartiere zu finden.

Das Problem Wärmedämmung

Bei der Sanierung oder Wärmedämmung von Fassaden und Dächern werden viele Fledermausquartiere zerstört, weil die Zugänge verschlossen werden. An neu gedämmten Gebäuden sollte ein Ersatz für die Tiere geschaffen werden. Fledermäuse sind gesetzlich streng geschützt. Kommt es bei der Sanierung zur Zerstörung des Wohnraumes der Tiere, muss vor der Baumaßnahme bei der Naturschutzbehörde der Region eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Anschließend wird in Zusammenarbeit mit dem Bauherrn versucht, den Wohnraum der Tiere so gering wie möglich zu halten. Können die Quartiere nicht erhalten werden, müssen Ersatzquartiere geschaffen werden.

Im Handel sind heute verschiedene Kästen zu finden, die an die Fassade angebracht werden können und sich auch für eine Wärmedämmung eignen. Das Material der Kästen besteht aus Holz oder Holzbeton. Fledermausspaltenquartiere können Bauherren auch selbst bauen. Diese sollten Feuchtigkeit auf- und abgeben können. Materialien, die bei Bewegung im Quartier Staub erzeugen und trocken sind, sollten vermieden werden, denn die kleinen Tiere benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Fledermäuse benötigen je nach Jahreszeit unterschiedlich besonnte Quartiere. Aus diesem Grund ist es ratsam, gleich mehrere Kästen an jeder Seite des Gebäudes anzubringen. Bauherren finden im Handel Sommer-, Winter- und Ganzjahresquartiere. Eine Bauanleitung für einen Fledermauskasten gibt es auf diesem Link.

Artikelbild: © Sarun T / Shutterstock

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