Was ist bei einer Baufinanzierung zu beachten?

Was ist bei einer Baufinanzierung zu beachten?

Für viele Menschen steht heute der Bau des eigenen Hauses ganz oben auf der Wunschliste. Die sich daraus ergebenden Vorteile sind ja auch nicht zu verachten: Man muss keine Angst mehr vor plötzlichen Mieterhöhungen haben, hat einen Rückzugsort in den eigenen vier Wänden und kann die Immobilie später an die Kinder weitergeben. Vor jedem Hausbau steht jedoch die Frage, wie dieser am besten zu finanzieren ist.

Genügt dafür das eigene Kapital oder muss ein Kredit aufgenommen werden? Welcher kommt dafür überhaupt infrage? Das und mehr möchte ich Ihnen im folgenden Artikel näher bringen, damit Ihrer Baufinanzierung nichts mehr im Weg steht.

Ausgangssituation beurteilen

Bevor man sich überhaupt mit zur Verfügung stehenden Immobilien befassen und diese besichtigen kann, sollte die eigene finanzielle Situation ermittelt werden. Was kann ich mir leisten? Diese Frage steht dabei im Mittelpunkt.

Einnahmen und Ausgaben

Am besten funktioniert die Gegenüberstellung in Form einer Tabelle. Auf der einen Seite werden regelmäßige Einnahmen wie das Nettogehalt aufgelistet. In der Spalte daneben stehen die Ausgaben. In Hinsicht auf die Planung eines Kredits oder einer Finanzierung aus Eigenkapital, müssen unbedingt alle Ausgaben, die regelmäßig anfallen, berücksichtigt werden. Unehrlichkeit ist hier fehl am Platz, da sich diese später rächen wird. Einen noch besseren Überblick verschafft ein Kreditrechner, zum Beispiel auf https://www.Baufi24.de/kredit/kreditrechner/.

Folgende Kosten könnten monatlich anfallen:

  • Laufende Lebenshaltungskosten: Lebensmittel, Körperpflege, Kleidung, Telefon- und Mobilfunkverträge, Rundfunkgebühr, Aufwendungen für Kinder
  • Ausgaben in der Freizeit: Ausgehen, Abos, Finanzierung von Hobbys, pro Monat ein 1/12 des jährlichen Urlaubsbudgets
  • Nebenkosten: Strom, Wasser, Heizung, Abfallentsorgung
  • Kfz-Kosten: Inspektion, Reparaturen, Sprit, Kfz-Steuer, Versicherung, Wertverlust des Fahrzeuges
  • Versicherungen aller Art: Haftpflicht, Hausrat, Unfallversicherung und weitere
  • Geldanlagen und Altersvorsorge: laufende Sparpläne
  • Kredite: anfallende monatliche Kreditraten

Ganz wichtig ist auch, dass bei den Ausgaben für das neue Eigenheim nicht nur der Bau berücksichtigt wird. Darüber hinaus fallen Kosten für Eigentümer an, beispielsweise für Reparaturen, eine Wohngebäudeversicherung und – im Falle von Eigentumswohnungen – Gebühren für die Hausverwaltung.

Grundstück wählen

Nachdem man herausgefunden hat, wie viel Geld für den Bau des eigenen Hauses aufgewendet werden kann, steht die Suche nach einem passenden Baugrundstück an. Dabei ist darauf zu achten, dass es den eigenen Ansprüchen genügt. Die Kosten für ein baureifes Land variieren je nach Lage und Region. Durchschnittlich bezahlt man für ein Grundstück von 850 m2 in Deutschland einen Quadratmeterpreis von 104 Euro. Baugrundstücke in der Stadt sind dabei in der Regel teurer als solche in ländlichen Regionen.

Den Finanzierungsbedarf ermitteln

Fallen ein oder mehrere Grundstücke in die engere Auswahl, sollte man anhand der aufgestellten Budgetliste den erforderlichen Finanzierungsbedarf ermitteln. Dieser ergibt sich anhand der Bau- und Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie entsprechende Maklercourtage. Je nachdem, wie viel Eigenkapital zur Verfügung steht und für den Hausbau eingesetzt werden soll, kann ermittelt werden, wie hoch ein eventueller Kredit ausfallen muss, um die Kosten zu stemmen. Oben genannte Nebenkosten sollten dabei immer aus eigener Tasche finanziert werden.

Eigenleistungen einschätzen

Für die meisten anstehenden Aufgaben beim Hausbau werden gut ausgebildete Fachleute benötigt. Daneben ist es natürlich möglich, sich selbst um bestimmte Dinge zu kümmern. Je nachdem, wie viel Erfahrung und handwerkliches Geschick man aufweist, können Malerarbeiten sowie das Verlegen von Parkett oder Teppichboden vorgenommen werden.

Allerdings müssen diese Eigenleistungen zuvor realistisch eingeschätzt werden. Wer sich zu viel zumutet, riskiert Fehler und daraus resultierende Mehrkosten. Man sollte sich also gut überlegen, ob sich mit eigenen handwerklichen Arbeiten wirklich Kosten und Zeit sparen lassen, denn diese Faktoren sollten an erster Stelle stehen. Andernfalls können Frustration und Verzweiflung beim Hausbau die Folge sein.

Was beeinflusst Baukosten zusätzlich?

Die anfallenden Baukosten können sehr unterschiedlich ausfallen. Woran das liegt, habe ich weiter oben schon erklärt. Darüber hinaus spielen noch weitere Faktoren eine Rolle, die sich in erster Linie auf die Immobilie selbst beziehen:

  • Individualität des eigenen Hauses: Wer viel Wert auf ein besonderes Erscheinungsbild des Hauses legt, spielt vielleicht mit dem Gedanken, einen Architekten mit dem Entwurf zu beauftragen. Eigene Vorstellungen können direkt mit diesem abgesprochen werden. Dadurch entsteht ein Haus, das es so nicht noch einmal gibt. Die günstigere Alternative ist jedoch, das Haus bei einem Bauträger auszuwählen. Diese bieten bereits vorgeplante Lösungen und Module an, welche nach den eigenen Wünschen miteinander kombiniert werden kö
  • Fertig- oder Massivhaus?: Auch die Frage nach der Art des Hauses spielt eine Rolle bei der Kostenplanung. Massivhäuser gelten als besonders robust und werden erst auf dem Baugrundstück Stein um Stein zusammengesetzt. Bei Fertighäusern sieht das anders aus: Diese werden in Teilen bereits beim Hersteller erzeugt und erst später zusammengebaut. Das spart Kosten.
  • Siedlungen mit vergünstigtem Bauland: Besonders ländliche Regionen fördern den Zuzug neuer Bürger, indem sie Bauland in bestimmten Siedlungen günstig anbieten. Es lohnt sich also durchaus, über das bevorzugte Baugebiet hinauszusehen, vielleicht findet sich eine günstigere und dennoch attraktive Alternative.

Wie finde ich die richtige Darlehensart?

Ist der Hausbau gedanklich bereits durchgeplant, muss man sich für eine geeignete Darlehensart entscheiden. Dabei wird beim Hausbau vor allem auf zwei Typen zurückgegriffen: das Bankdarlehen und das Bauspardarlehen. Beide Arten haben Vor- und Nachteile und bedürfen immer einer individuellen Betrachtung.

Bankdarlehen – Kredit direkt von der Bank

Eine Bank nach Wahl vergibt den Kredit an den Bauherrn. Beide Parteien müssen dann eine Frist für die Sollzinsbindung vereinbaren, womit die Länge der Festschreibung des Zinssatzes gemeint ist. Experten empfehlen eine Zeitspanne von 20 Jahren, um sich langfristig günstige Zinsen zu sichern.

Die monatlich zu zahlende Rate bleibt während dieser Zeit gleich und setzt sich dabei aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Das wird auch als Annuität bezeichnet. Von Beginn an wird ein Teil des Darlehens getilgt, wodurch sich die Restschuld und damit auch der Zinsanteil im Lauf der Zeit reduzieren, während der Tilgungsanteil innerhalb der Rate weiter ansteigt.

Bei einer vorhandenen Restschuld nach Auslaufen der Sollzinsbindung muss der Kreditnehmer eine Anschlussfinanzierung wählen. Dabei kann er entweder die Weiterführung des Darlehens zu neuen Konditionen bei der Bank vereinbaren oder ein günstigeres Angebot eines Wettbewerbers annehmen.

Bausparlehen – Abschluss eines Bausparvertrags

Der Bausparer hat erst dann Anspruch auf das Darlehen, wenn er auf dem Bausparvertrag ein Guthaben ansparen konnte, welches die Bausparkasse als zuteilungsreif erklärt. Dieser Ansparvorgang kann mehrere Jahre lang dauern. Aus diesem Grund ist eine Sofortfinanzierung meist mit einer Zwischenfinanzierung in Form eines tilgungsfreien Darlehens verbunden. Dieses wird bei Zuteilung des Bausparvertrags mit der Summe aus Guthaben und Bausparkredit abgelöst.

Fazit – So wird die Baufinanzierung erfolgreich

Dem Traum des eigenen Bauvorhabens steht nichts im Wege, solange man sich an einige wichtige Tipps hält. Eine gute Planung und die Ermittlung des Finanzierungsbedarfs sind dabei entscheidend. Erst, wenn man sich darüber bewusst ist, wie viel Eigenkapital zum Hausbau zur Verfügung steht, kann ein passendes Darlehen gefunden werden. Dafür sollte man sich Zeit lassen und alle Kosten gut kalkulieren.

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