Wohnung streichen Kosten: Diese Investitionen müssen Sie einplanen

Wohnung streichen Kosten: Diese Investitionen müssen Sie einplanen

Farbe einkaufen, Boden abdecken, mit Malerkrepp abkleben – wer seine Wohnung einmal selbst gestrichen hat, weiß um den Aufwand, den es dafür braucht. Doch die Wände von einem professionellen Maler streichen zu lassen, gilt weitverbreitet als teuer. Dabei hat der Auftrag an den Profi es zahlreiche Vorteile. Welche dies sind und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, erklären die folgenden Zeilen.

Wie hoch sind die Kosten für das Streichen einer Wohnung

Wer nicht selber Farbrolle und Pinsel in die Hand nehmen will, kann einen professionellen Maler engagieren. Wie viel sein Einsatz kostet, hängt von verschiedenen Kostenfaktoren ab. Generell wird hier zwischen Arbeitskosten, Materialkosten und Zusatzkosten (beispielsweise Anfahrtspauschale) unterschieden. Folgende Tabelle zeigt, wie ein Kostenbeispiel für das Streichen einer Wohnung mit rund 60 Quadratmeter aussehen könnte:

PostenDurchschnittspreisPreis bei einer Wohnung mit rund 60 qm
Anfahrtskostenpauschal80 Euro
Arbeitskosten6 Euro pro qm914 Euro
Materialkosten2 Euro pro qm305 Euro
Gesamtkosten 1.299 Euro

Wichtig zu wissen ist, dass nicht die Quadratmeterzahl der Wohnfläche ausschlaggebend für die Berechnung ist, sondern die Wandfläche (und/oder Deckenfläche), die es zu streichen gilt. Die zu streichende Fläche berechnet sich aus Deckenfläche + (Raumhöhe x Wandlänge) – in diesem Fall bei 2,20 m Raumhöhe und Gesamtlängen der Wände von 42 Meter ergibt 152,40 Quadratmeter.

Ein anderes Kostenbeispiel für eine Wohnung mit 90 Quadratmetern, bei der zusätzlich zu Wänden und Decken auch Türen und Fensterrahmen gemalert werden sollen, kann wie folgt aussehen:

PostenStreichen der WändeStreichen der DeckeStreichen der Türen (6 Stück)Streichen der Fensterrahmen (5 Stück)
Materialkosten45 bis 630 Euro40 bis 560 Euro120 Euro5-10 Euro
Arbeitskosten675 bis 900 Euro540 bis 720 Euro840 bis 1.200 Euro200 bis 250 Euro
Gesamtkosten720 bis 1.530 Euro580 bis 1.280 Euro960 bis 1.320 Euro205 bis 260 Euro

Generell können diese Malerarbeiten also zwischen 2.465 und 4.390 kosten. Ausschlaggebend sind hier ebenfalls Deckenhöhe, Länge der Wand und weitere Faktoren. Auch Zusatzkosten können entstehen, so ist in diesem Beispiel eine Anfahrtspauschale noch nicht mit eingerechnet. Es empfiehlt sich, einen unverbindlichen Kostenvoranschlag einzuholen.

Faktoren: Davon hängen die Kosten für Malerarbeiten ab

Wie die beiden Beispiele zeigen, können die Malerkosten beim Streichen einer Wohnung sehr unterschiedlich ausfallen. Das liegt daran, dass jede Wohnung individuell ist – so kann eine Wandfläche durch den Schnitt der Wohnung ganz anders ausfallen als in einer anderen.

Eine Altbauwohnung hat meist eine deutlich größere Raumhöhe als eine Neubauwohnung, obwohl beide die gleiche Wohnfläche aufweisen. Daher werden in einem Kostenvoranschlag immer die zu streichende Quadratmeter von Deckenfläche + (Raumhöhe x Wandlänge) als Grundlage der Kalkulation genommen.

Auch unterscheiden sich die Kosten durch den Umfang der Arbeiten. Sonderwünsche können die Kosten für das Material erhöhen, schlecht vorbereitete Objekte auch die Aufwandskosten in die Höhe treiben. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem:

  • einmaliger oder mehrmaliger Anstrich notwendig
  • Kosten für Tapetenentfernung
  • notwendige Spachtelarbeiten im Vorfeld
  • Farbart
  • Anfahrtskosten

Einmaliger oder mehrmaliger Anstrich

Bei manchen Wänden reicht es, diese nur mit einer Farbschicht zu überziehen. Solch ein einmaliger Anstrich wird mit rund 5 bis 10 Euro pro Quadratmeter berechnet. Das Streichen einer Decke wird mit 7 bis 10 Euro pro Quadratmeter kalkuliert, da dieses aufwendiger ist. Doch reicht ein Anstrich nicht aus, können sich die Kosten durch einen zweiten Anstrich schnell verdoppeln.

Kosten für Tapetenentfernung

Wer Farbrolle und Pinsel nicht in die Hand nehmen mag, agiert auch ungern mit Kratzer und Spachtel. Professionelle Maler übernehmen im Zuge des Streichens der Wohnung auch das Entfernen von Tapete. Jedoch kosten diese Vorarbeiten: 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter Wandfläche müssen Sie dafür einkalkulieren.

Spachtelarbeiten bei Unebenheiten

Auch notwendige Spachtelarbeiten können die Kosten steigern. Diese sind notwendig, wenn zu viele Unebenheiten vorhanden sind. Das kann nach dem Entfernen von Wandbelägen beispielsweise der Fall sein. Einfaches Abporren kann mit rund 20 Euro pro Quadratmeter angesetzt werden. Muss jedoch großflächig gespachtelt werden, können auch bis zu 40 Euro pro Quadratmeter auf Sie zukommen. Denn dann braucht es mehr Arbeitszeit und auch mehr Spachtelmasse.

Farbart

Die Kosten für das Material hängen natürlich auch von der gewünschten Farbe ab, die zukünftig an den Wänden der Wohnung erstrahlen soll. Übliche Wandfarben mit guter Deckkraft (häufig Dispersionsfarben für ein- oder zweimaligen Anstrich) kosten durchschnittlich 2 bis 3 Euro pro Quadratmeter. Sonderwünsche können hier jedoch die Preise erhöhen.

Spezialfarben wie Nikotinfarben, Latexfarben oder Mineralfarben sind teurer. Nikotinfarben können in einer Raucherwohnung beispielsweise zur Anwendung kommen. Latexfarben kommen vor allem in Flur oder Küche zum Einsatz, da sie scheuerbeständig, wasserfest und abwaschbar sind. Mineralfarben verbessern das Raumklima, Kalkfarbe beugt Schimmel vor.

Auch kann der Farbwunsch den Quadratmeterpreis steigen lassen – denn unique Farbtöne, die extra erst angemischt werden müssen, kosten ebenfalls mehr.

Kosten für die Anfahrt

Das Streichen einer Wohnung ist selten an einem Tag erledigt. Daher berechnen Malerbetriebe oft Anfahrtskosten separat. Dies ist vor allem dann ein Kostenpunkt, wenn der Profi eine größere Distanz zum Einsatzort zurücklegen muss.

Dies ist nur ein Auszug aller möglichen Kostenfaktoren, die bei Malerarbeiten auftreten können. So manche Wand benötigt beispielsweise auch eine Grundierung für den Untergrund im Vorfeld. Auch notwendige Abdeckarbeiten in einer nicht leer geräumten Wohnung können die Kosten erhöhen. Daher ist es wichtig, sich eine unverbindliche Kostenanalyse vom Profi erstellen zu lassen.

Checkliste für Eilige

Wer seine individuellen Faktoren für Malerarbeiten in der Wohnung berechnen will, kann sich an der folgenden Checkliste orientieren:

  1. Ausmessen der Raumhöhe
  2. Berechnen der Wandfläche (Höhe mal Gesamtlänge)
  3. Bei Deckenstreichung diese in die Rechnung einbeziehen
  4. Sollen Fenster, Türen, Rahmen gestrichen werden?
  5. Gibt es weitere Besonderheiten (z. B. Stuckleisten)
  6. Welche Vorarbeiten sind notwendig (Entfernen von Wandbelag, Tapezieren, Grundierung)
  7. Gibt es Sonderwünsche bei der Farbe?
  8. Kommt der Betrieb aus der Nähe oder ist mit einer hohen Anfahrtspauschale zu rechnen?

Ausmessen, abdecken, ausbessern: So können Sie die Malerkosten senken

Wer den Profi beschäftigen, aber die Kosten für Malerarbeiten dennoch so niedrig wie möglich halten will, kann durch Eigenleistungen sparen. Vor allem im Vorfeld der eigentlichen Streicharbeiten können Sie helfen. Übernehmen die das Vorbereiten der Räume selbst: Beiseitestellen der Möbel, das Abdecken von Bodenflächen oder das Entfernen der Tapete. Soll eine neue Tapete gestrichen werden, können Sie überlegen, vorher selbst zu tapezieren.

Beim Material lohnt es sich eher weniger zu sparen. Oft ist der Rat des Malers bezüglich der Wahl der Farbe Gold wert. Denn er gelangt an hochwertige und hochdeckende Farben, die im Allgemeinen für Privatpersonen nicht zugänglich sind. So wird ein einmaliger, kostengünstiger Anstrich wahrscheinlicher. Auch Spezialfarben sind besser in seinen Händen.

Handwerksarbeiten im Haushalt können von der Steuer abgesetzt werden, wenn sie der Erhaltung, Renovierung oder Verschönerung dienen. Sie können bis zu 20 Prozent der Arbeitskosten, im Höchstfall 1.200 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen und so ihre Steuern mindern. Achten Sie darauf, dass diese separat auf der Rechnung ausgewiesen und diese per Überweisung bezahlt sind.

Darum kann es sich lohnen: Die Vorteile der Malerarbeiten vom Profi

So mancher denkt sich nun: Das kann ich alles selbst. Doch schnell können auch beim ungeübten Heimwerker die Kosten steigen – wenn beispielsweise die falsche Farbe gekauft wurde und sie nicht richtig deckt. Dann wird das Streichabenteuer schnell zum teuren und zeitintensiven Albtraum.

Beim Profi hingegen ist die Qualität gewiss. Dies kann wichtig sein, wenn eine gestrichene Wohnung beispielsweise an den ehemaligen Vermieter übergeben werden muss. Dann muss es schnell ordentlich gehen. Auch komplizierte Sonderwünsche, wie beispielsweise eine besondere Malertechnik, Muster oder Farbtöne sind in den Händen des Profis besser aufgehoben.

Denn Streichen will gelernt sein – der Malerberuf ist nicht umsonst ein Ausbildungsberuf mit dreijähriger Ausbildungszeit!

Wer kann, sollte einen Maler in der kalten Jahreszeit beauftragen. Denn zahlreiche Betriebe realisieren auch Außenanstriche, die vor allem im Sommer vorgenommen werden. In der warmen Jahreszeit sind die Auftragsbücher oft voll – in der kalten Jahreszeit lässt sich ein Maler schneller und manchmal auch günstiger finden.

Zusammenfassung

Wer seine Wohnung von einem Profi streichen lassen möchte, sollte generell Kosten von mindestens 5 bis 10 Euro pro zu streichenden Quadratmeter einplanen. Sonderwünsche, Besonderheiten und notwendige Zusatzarbeiten wie Aufbringen einer Grundierung oder Verspachteln der Wand können die Kosten jedoch erhöhen. Wer sparen möchte, kann vor allem im Vorfeld des eigentlichen Streichvorgangs mit Eigenleistungen (Abkratzen, Tapezieren und Co) die Kosten senken.


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