Ceranfeld anschließen – Infos & Tipps

Ceranfeld anschließen – Infos & Tipps

Wer in eine neue Wohnung einzieht, muss in der Regel selbst für die Küchenmöbel und -geräte sorgen. Während der Aufbau von Spülunterschränken, Backofenschränken und Hängeschränken ohne Probleme vom Laien vorgenommen werden kann, bedarf es beim Anschluss von Küchengeräten wie Herd und Backofen Fachkenntnis. Ähnlich sieht es aus, wenn die Küche renoviert werden soll. Häufig muss der Herd dazu fachgerecht vom Netz genommen und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Wer nicht speziell zu diesen Tätigkeiten ausgebildet wurde, sollte die Finger von der Installation von Kochfeld und Ofen lassen.

Technische Besonderheiten von Ceranfeldern

Wer ein Ceranfeld kauft, wird dabei meist den Zusatz „autark“ lesen. Das bedeutet, ein Ceranfeld kann unabhängig vom Backofen installiert werden. Ist dem Gerät eine Anschlussanleitung beigefügt, sind dort mehrere Anschlussarten beschrieben. Da die Geräte mittlerweile im gesamten EU-Raum vertrieben werden, jedoch das Stromnetz noch immer nicht einheitlich ist, müssen länderspezifische Gegebenheiten beachtet werden. In Deutschland verfügen die meisten Wohnungen standardmäßig über einen sogenannten Starkstromanschluss, an den maximal ein Ofen und ein Kochfeld angeschlossen werden können. Diese spezielle Wanddose ist mit mindestens 16 Ampere abgesichert und kann daher auch die hohe Last vom Ofen bzw. Herd tragen. Grundsätzlich kann ein Kochfeld auch über eine gewöhnliche Schukosteckdose betrieben werden. Zur Absicherung empfehlen jedoch die meisten Hersteller den Anschluss an der Starkstromdose. Das Gleiche gilt für die Installation eines Ofens.

Warum ein Facharbeiter für den Anschluss des Ceranfelds nötig ist

Abseits von Kühlschrank, Tiefkühlschrank und Kaffeemaschine, die zur Inbetriebnahme einfach in die Steckdose gesteckt werden, benötigen Küchengeräte wie

  • Backofen
  • Herd (Kochfeld-Ofen-Kombination)
  • Ceranfeld
  • Induktionskochfeld

in der Regel einen speziellen Stromkreislauf. Während die meisten Geräte im Haushalt bei einer Spannung von 230 Volt funktionieren, sind Herd und Ofen meist auf 380 Volt angewiesen. Sie operieren nicht mit der regulären Zweiphasenwechselspannung, sondern beziehen ihre Energie aus einer Dose mit Dreiphasenwechselspannung. Umgangssprachlich bezeichnet man diesen Spannungsunterschied auch mit Stark-, Kraft- oder Baustrom. Die Leitungen gehen hierbei nicht direkt in einen Schuko-Stecker, sondern direkt in der Dose müssen Leitungen angeklemmt werden.

Schuko ist übrigens ein Akronym, das für Schutz-Kontakt steht.

Grundsätzlich scheinen die Kabel am Ceranfeld selbsterklärend zu sein. Die einzelnen Kabel unterscheiden sich in der Farbe, außerdem sind Klemmen vorhanden. Die dazugehörige Dose in der Wand ist mit einer Abdeckung versehen, unter der sich wiederum Klemmen zum Anschluss befinden, die jeweils gekennzeichnet sind. Dementsprechend werden die Kabel an die passenden Klemmen angeschlossen:

  • Braun an Braun
  • Schwarz an Schwarz
  • Blau an Blau
  • Gelb-Grün an Gelb-Grün

Problematisch wird es jedoch, wenn die Markierungen voneinander abweichen und die Kabel andere Farben aufweisen. Für gewöhnlich sind die Klemmen an der Dose mit L1, L2, L3, N und Erde bzw. PE beschriftet, aber auch die Beschriftung mit 1, 2, 3, 4 und Erde bzw. PE ist möglich. Darüber hinaus müssen die Kabel nicht immer in den genannten Farben ausgeführt werden. Lediglich die Erdung ist stets gelb-grün gestreift. L- und N-Leiten müssen nicht immer braun bzw. schwarz oder blau sein. Die Gefahr der Falschzuordnung der einzelnen Kabel ist dementsprechend groß. Unter Umständen stimmt außerdem die Klemmenzahl der Dose nicht mit der Klemmenzahl des Geräts überein. Dann müssen sogenannte Brücken geschaltet werden. Diese Tätigkeit ist ausgebildeten Fachleuten vorbehalten.

Wie immer, wenn mit Strom hantiert wird, muss mit höchster Vorsicht vorgegangen werden. Bevor Leitungen angeschlossen werden, sei es vom Ceranfeld oder von der neuen Zimmerleuchte, muss die passende Sicherung abgeschaltet werden. Ansonsten kann es zum lebensgefährlichen Stromschlag kommen. Nicht immer lassen sich die einzelnen Sicherungsschalter jedoch genau zuweisen. Wird die falsche Sicherung umgelegt, fließt weiter Strom am Anschluss und es besteht Gefahr für Leib und Leben.

Selbst wenn der Laie den Versuch unternimmt, das Ceranfeld selbst anzuschließen, weil er meint, die Kabel und Klemmen richtig zuordnen zu können und auch die Sicherung richtig schaltet, kann die Eigenmontage des Ceranfelds zum Problem werden.

Wird ein Fehler beim Anschließen gemacht, kann dies fatale Folgen für das Gerät haben. Ein Kurzschluss kann das Ceranfeld nachhaltig beschädigen und unbrauchbar machen. Geht die Leitung über das Gehäuse ist schlimmstenfalls Strom auf dem Gerät. Bei Berührung kann es wiederum zum Stromschlag kommen. Darüber hinaus enthalten die meisten Garantievereinbarungen des Herstellers die Klausel, dass jeglicher Garantieanspruch verloren geht, sofern das Ceranfeld nicht fachmännisch installiert wird.

Um Garantieschäden beim Hersteller geltend zu machen, sollte stets die Rechnung vom Monteur aufgehoben werden.

So geht der Fachmann vor

Damit der Fachmann gar nicht erst in die Gelegenheit kommt, Farben oder Kennzeichnungen erraten zu müssen, verwendet er ein Messgerät. Mit dem professionellen Prüfgerät kann der Elektriker genau bestimmen, welcher Leiter der Nullleiter ist und wie die einzelnen Phasen nummeriert sind. Je nach Alter der Dose variieren, wie gesagt, die Markierungen erheblich. Vor Jahren und Jahrzehnten haben andere gesetzliche Standards gegolten. Ohne das entsprechende Messgerät wird das Anschließen zum Ratespiel. Fehlt die Dose für den Starkstromanschluss überhaupt, muss ohnehin Fachpersonal zurate gezogen werden, um zunächst die passende Dose zu installieren.

Kosten für die Montage

Der Anschluss des Ceranfelds durch den Fachmann ist wesentlich sicherer und hält den vollen Garantieanspruch aufrecht. Falls das Ceranfeld im Fachhandel erworben wurde, kann das dortige Fachpersonal kostengünstig die Montage vornehmen. Die Investition lohnt sich. Durch einen falschen Anschluss kann schließlich nicht nur das Ceranfeld selbst beschädigt werden – und das ohne Garantieanspruch – beim Selbstanschluss besteht außerdem ein weiteres rechtliches Risiko: Kommt es später einmal zum Brand in der Wohnung, kann die Versicherung einen Nachweis über die fachmännische Installation verlangen. Auch aus diesem Grund ist die Rechnung des Monteurs unbedingt aufzuheben.

Zusammenfassung

Ein Ceranfeld anzuschließen, erfordert Fachkenntnis. Nur wenn das Kochfeld von ausgebildetem Fachpersonal angeschlossen wird, besteht voller Garantieanspruch. Im Versicherungsfall kann es darüber hinaus nötig sein, die fachmännische Installation nachzuweisen. Daher sollte die Rechnung des Monteurs stets sicher aufbewahrt werden.

Artikelbild: © pashapixel / Bigstock.com

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