Estrich abschleifen – so geht’s

Estrich abschleifen – so geht’s

Teppichboden, Linoleum, Laminat, Parkett oder Fliesen? Fußbodenbeläge bestimmen die Raumatmosphäre maßgeblich mit. Wer einen Bodenbelag verlegen möchte, braucht einen ebenen, sauberen Untergrund: den Estrich. Für die unterschiedlichen Bodenbeläge muss dieser jedoch an- bzw. abgeschliffen werden. Im modernen Wohndesign wird der Estrich außerdem zunehmend als eigenständiger Bodenbelag verwendet, der nicht nur zeitgemäß wirkt, sondern auch sehr strapazierfähig ist.

Estricharten

Im Handel sind unterschiedliche Estricharten erhältlich, die sich nicht nur farblich, sondern auch in ihrer Anwendung unterscheiden. Grund dafür sind die unterschiedlichen verwendeten Rohstoffe und Bindemittel.

Zementestrich

Der geläufigste Estrich ist wohl der Zementestrich. Dieser Estrich ist besonders widerstandsfähig, feuchkeitsresistent sowie robust und daher sehr beliebt. Jedoch kann beim Verlegen einiges falsch gemacht werden. Beim Aushärten zieht sich der Boden während des langen Trocknungsprozesses stark zusammen. Risse können die Folge sein.

Calciumsulfat- bzw. Anhydritestrich

Calciumsulfatestrich, der auch unter dem Namen Anhydritestrich vertrieben wird, ist ein feiner Boden, der auf Steinen mit einer Körnung von etwa acht Millimeter und Calciumsulfat als Bindemittel basiert. Der Boden ist für das Verlegen einer Fußbodenheizung geeignet, jedoch empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, wenn er nicht beschichtet wird.

Gussasphaltestrich

Gussasphaltestrich ist recht unempfindlich gegen Feuchtigkeit und besteht aus Gesteinsmehl, Splitt, Sand und Bitumen. Durch Abschleifen kann ein eleganter Schimmer erreicht werden.

Kunstharzestrich

Kunstharzestrich wird mit Kunststoffen wie Epoxyharz angereichert, um ihn resistenter zu machen. Richtig beschichtet, kann auch dieser Estrichboden als finaler Bodenbelag verwendet werden.

Kunstharzestrich kann nach Wunsch eingefärbt werden, um besondere Effekte zu erzielen.

Magnesiaestrich

Auch Magnesiaestrich kann eingefärbt werden. Der aus kaustischem Magnesia bestehende Boden ist jedoch sehr feuchtigkeitsempfindlich. Die Lösung aus Magnesiumchlorid und organischem Material, wie Sägemehl, Holzspäne, Textilgewebe, Papier oder Gummifasern wird mit Quarzsand oder -mehl für mehr Widerstandsfähigkeit versetzt.

Estrich als Bodenbelag

Traditionell wird Estrich lediglich als Unterboden verwendet. Dabei hat der gegossene Steinfußboden großes Potential im Wohndesign. Beim Estrich handelt es sich um einen speziellen Mörtel, der gegossen wird und mit der Zeit aushärtet. Aufgrund der weichen Konsistenz dringt er auch in kleinste Zwischenräume ein und gleicht auf diese Weise Unebenheiten und andere Makel im Untergrund aus. Einmal ausgehärtet, kann Estrich als Unterboden für Fußbodenbeläge wie Teppich, Laminat, Parkett oder Fliesen genutzt werden – muss er aber nicht. Richtig behandelt kann der Estrich auch eigenständig als Bodenbelag dienen.

Was einst nur in Lager- oder Industriehallen üblich war, hält längst Einzug in die heimischen vier Wände. Der moderne, stylische Look des Bodenbelags sowie der geringe Aufwand beim Verlegen machen Estrich bei Heimwerkern sehr beliebt. Hinzu kommt, dass der Estrichfußboden äußerst strapazierfähig und gleichzeitig sehr pflegeleicht ist. Doch auch wer sich für einen anderen Bodenbelag „oben drauf“ entscheidet, kommt um den Estrich nicht herum. Der gegossene Steinfußboden muss je nach weiterer Nutzung unterschiedlich behandelt werden.

Estrich als Unterboden

Estrich kann als fester Untergrund für Fliesen, Laminat oder Parkett genutzt werden. Dazu muss der Unterboden vorher auf Unebenheiten überprüft werden und gegebenenfalls durch Abschleifen ausgeglichen werden. Bevor der gewünschte Belag verlegt werden kann, muss der Estrich von Staub und anderen Verunreinigungen befreit werden, da der jeweilige Fußbodenbelag sonst keinen richtigen Halt findet. Für Fußbodenbeläge, die geklebt werden, wie beispielsweise Linoleum oder Teppichboden, ist zusätzlich eine Grundierung empfehlenswert, damit der Fußbodenbelag richtig hält.

Estrich anschleifen – so geht’s

Um loses Material zu entfernen und die Oberfläche anzurauen, so dass sie eine gute Haftung bietet, wird Estrich angeschliffen. Das ist vor allem dann notwendig, wenn der gewünschte Bodenbelag geklebt werden soll. Mit manueller Arbeit kommt man dabei jedoch nicht voran. Eine Einscheibenschleifmaschine ist nötig. Wer ein solches Gerät nicht zuhause hat, kann es im Baumarkt oder im Baumaschinenverleih ausleihen. Beim Anschleifen ist ein hoher Materialabrieb nicht erforderlich. Daher genügen in der Regel Schleifblätter mit einer 16er-Körnung.

Verwenden Sie während der gesamten Schleifarbeit eine Atemschutzmaske, um das Eindringen von Staubpartikeln in die Lunge zu vermeiden. Zum Schutz der Augen sollte eine Staubschutzbrille getragen werden.

Mit der Einscheibenschleifmaschine bewegen Sie sich dann im Kreuzgang über den gesamten Untergrund.

  • Einscheibenschleifmaschine
  • Schleifbätter mit 16er-Körnung
  • Industriestaubsauger
  • Atemschutzmaske
  • Staubschutzbrille

Bevor der Boden weiterverarbeitet werden kann, muss er komplett staubfrei sein. Vergessen Sie daher nach dem Anschleifen das Staubsaugen nicht. Ein normaler Hausstaubsauger ist jedoch nicht darauf ausgelegt, Gesteinsstaub aufzunehmen. Die Leistung reicht nicht aus, um allen Dreck aufzunehmen und im schlimmsten Fall kann der Staubsauger überhitzen und kaputtgehen. Außerdem können die Filter des Geräts verstopfen. Verwenden Sie daher einen Industriestaubsauger.

Estrich abschleifen – so wird’s gemacht

Sollen Unebenheiten ausgeglichen werden, muss der Estrich abgeschliffen werden. Dadurch werden auch Kleberreste von alten Fußbodenbelägen sowie Verschmutzungen gelöst. Der Materialabrieb von normalen Schleifblättern genügt zum Abschleifen jedoch nicht aus. Daher wird die Einscheibenschleifmaschine mit einem Diamantrotierteller bestückt. Je härter der Untergrund, desto effektiver ist der Abrieb mit dem Diamantrotierteller.

  • Einscheibenschleifmaschine
  • Diamantrotierteller
  • Industriestaubsauger
  • Atemschutzmaske
  • Staubschutzbrille

Schleifen Sie den Boden systematisch ab. Soll der Estrichboden später als eigenständiger Bodenbelag dienen, kann so lange geschliffen werden, bis er nicht nur glatt ist, sondern sogar einen feinen Glanz aufweist. Tragen Sie auch beim Abschleifen die ganze Zeit über einen Atemschutz sowie eine Staubschutzbrille. Bevor der Boden weiterverarbeitet wird, muss er staubfrei sein. Für diesen Arbeitsschritt sollte ebenfalls ein Industriestaubsauger verwendet werden. Nach der Arbeit sollte mit einer Wasserwaage an mehreren Stellen überprüft werden, ob der Boden eben ist. Wenn der Estrich nicht weiter mit Fliesen, Parkett oder ähnlichem belegt wird, muss er noch grundiert und schließlich versiegelt werden.

Zusammenfassung

Bevor Estrich als Unterboden oder finaler Bodenbelag im Wohnbereich genutzt werden kann, muss der gegossene Steinboden richtig bearbeitet werden. Je nach finaler Nutzung wird der Estrich an- oder abgeschliffen, um anschließend Teppich oder Linoleum bzw. Parkett, Fliesen oder einen anderen Bodenbelag zu verlegen. Der Estrich muss auch dann abgeschliffen werden, wenn er selbst als finaler Bodenbelag Verwendung finden soll. Zusätzlich muss der Boden dann noch versiegelt werden, um ihn vor Verschmutzungen und Feuchtigkeit zu schützen.

Artikelbild: © roman023 / Bigstock.com

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