Korkboden kaufen: Verschiedene Kriterien weisen den Weg

Korkboden kaufen: Verschiedene Kriterien weisen den Weg

In den 80er Jahren war er besonders beliebt, doch dann verschwand er zugunsten von Laminat, Parkett und Co. Doch inzwischen erlebt der Korkboden ein wahres Revival – generalüberholt und besser denn je. Das Naturtalent findet sich immer häufiger in Wohnungen, Häusern und Co. Doch beim Kauf sollte auf einige Spezifitäten geachtet werden.

Vor- und Nachteile: Schöner Wohnen mit Korkboden

Er kann überall verlegt werden: im Wohnzimmer, im Flur oder sogar mit Versiegelung im Badezimmer. Korkboden erlebt ein wahres Revival und wird wieder vermehrt beim Haus- und Wohnungsbau verwendet. Grund dafür sind die zahlreichen Vorteile. Korkboden ist:

  • wärmedämmend
  • fußwarm
  • trittfest
  • elastisch und damit schonend für den Rücken
  • stark belastbar
  • abriebfest
  • für Allergiker geeignet
  • antistatisch
  • schwer entflammbar
  • unempfindlich gegen Nässe
  • einfach zu pflegen
  • einfach zu verlegen

Korkboden ist nicht unbedingt dafür gemacht, auf einer Fußbodenheizung verlegt zu werden. Jedoch gibt es spezielle Formen, die mit einem gesonderten Symbol darauf hinweisen, auf eine Warmwasserfußbodenheizung verlegt werden zu können.

Verschiedene Optiken: Auf Kork gehen, aber ihn nicht sehen

Gegenüber den 80er Jahren gibt es Korkboden heutzutage in vielen Farben und mit zahlreichen Dekoren. Für die nostalgischen Liebhaber gibt es natürlich nach wie vor auch den Korkboden in klassischer Granulatoptik. Doch der Fortschritt macht es möglich, dass Korkboden nicht mehr wie Korkboden aussehen muss.

Wer auf die Vorteile des Materials nicht verzichten will, aber Holz liebt, kann Korkboden in Holzoptik wählen. Dieser Boden ist nicht als Kork erkennbar. Dabei wird das Material mit einem Bedruck versehen – Korkboden kann dadurch hell oder dunkel wie Eiche, Buche, Erle, Birke und Co erscheinen. Aber auch ausgefallene Holzarten können mit dem Korkboden imitiert werden: „Moccaeiche“ und „Goldapfel“ sind nur einige von ihnen.

Aber auch eine Steinoptik ist mit Korkboden möglich. Der Boden ähnelt optisch verschiedenen Fliesen. So erscheint es, als sei der Boden mit Schiefer, Travertin oder Beton gestaltet. Auch hier sind zahlreiche Farben möglich. Optisch kaum zu unterscheiden, zeigt sich aber bei der Haptik der Vorteil. Korkboden ist längst nicht so kalt, wie der Anblick entsprechend der Steinfliese vermuten lässt.

Belastbarkeit: Beim Kauf auf die Nutzungsklasse achten

Die Belastbarkeit des Korkbodens ist nicht bei jedem Produkt gleich. Daher sollte je nach geplanter Verwendung beim Kauf auch auf die Nutzungsklasse geachtet werden. Diese verrät, wie abriebfest der Boden ist. Insgesamt sind sechs verschiedene Nutzungsklassen möglich – je höher, desto widerstandsfähiger ist der Boden.

Für den privaten Gebrauch:

  • 21: für gemäßigt beanspruchte Räume (zum Beispiel Gästezimmer)
  • 22: für normal beanspruchte Räume (zum Beispiel Wohnzimmer)
  • 23: für stark beanspruchte Räume (zum Beispiel Flur)

Für den gewerblichen Gebrauch:

  • 31: für gemäßigte Beanspruchung wie das Kleinbüro
  • 32: für normale Beanspruchung wie in Hotels und kleinen Geschäften
  • 33: für starke Beanspruchung wie in Kaufhäusern

Korkboden ist von Natur aus leise. Jedoch kann die Trittschalldämmung noch durch eine aufkaschierte Schallreduktion auf der Unterseite erhöht werden. Eine weitere Trittschalldämmung wird beim Verlegen überflüssig. Achten Sie beim Kauf auf das entsprechende Symbol.

Klassisch oder modern: Verschiedene Verlegeformen

Wer sich für Korkboden entscheidet, kann auch zwischen zwei verschiedenen grundsätzlichen Modellen wählen, die die Verlegung beeinflussen. So kann Korkboden in Fliesenform gekauft werden. Moderner ist jedoch das Kork-Fertigparkett, das mit dem klassischen Klicksystem die Verlegung deutlich vereinfacht.

Korkfertigparkett ist dabei so aufgebaut, wie das klassische Fertigparkett. Es kann schwimmend verlegt werden. Die Oberfläche beinhaltet verschiedene Versiegelungsebenen, das Korkfurnier verleiht die gewählte Optik. Darunter befinden sich die Presskorkplatte und die Holzwerkstoffplatte als Träger. Die Verlegung ist ebenfalls gleich – die Platten werden reihenweise ineinander geklickt.

Korkfliesen hingegen besitzen lediglich das Korkfurnier und die Presskorkbasis. Sie werden vollflächig verklebt. Der Untergrund muss dabei eben und trocken sein, damit von der flexiblen und isolierenden Korkschicht profitiert werden kann.

Achten Sie auf das Kork-Logo. Der Deutsche Kork-Verband (DKV) hat dieses Logo herausgegeben, um Qualität, Strapazierfähigkeit und die europäischen Qualitätsnormen zu garantieren.

Orte: Hier ist Korkboden erhältlich

Korkboden kann überall dort gekauft werden, wo es Baustoffe gibt. Der Baufachhandel, Baumärkte und Co bieten die unterschiedlichen Formen an. Wer sich vor Ort schwer entscheiden kann, sollte die Möglichkeit von Musterstücken nutzen. Gegen eine Kaution können diese mitgenommen und probeweise zu Hause ausprobiert werden.

Auch online ist Korkboden in den verschiedensten Optiken mit einem Klick erhältlich. Hier sollte ebenso auf die Möglichkeit einer Zusendung von Musterexemplaren geachtet werden – um nicht blind zu kaufen. Diese werden meist ebenfalls kostenlos angeboten.

Aber auch ein Blick in Zeitung und auf Kleinanzeigenportalen kann sich lohnen. Hier werden oft übrig gebliebene Fliesen und Laminatstücke angeboten. Auch gebrauchter Korkboden ist hier zu finden. Durch die hohe Strapazierfähigkeit kann dieser Boden lange eingesetzt werden.

Finanzielles: Das kostet Korkboden

Der Preis des Korkbodens variiert nach verschiedenen Kriterien. Zum einen liegen die Kosten für das Fertigparkett deutlich höher als für die Platten. Aber auch Lackierung, Wachsbehandlung oder Ölung den Korkboden verteuern.

Die günstigen Korkböden sind für einen Quadratmeterpreis von 25 Euro erhältlich. Die teuersten Varianten rangieren bei rund 70 Euro pro Quadratmeter. Wer durchschnittliche Ansprüche an den neuen Korkboden hat, sollte rund 55 Euro pro Quadratmeter einplanen.

Für die gesamte Kalkulation sind jedoch noch weitere Kosten einzuplanen: Feuchtigkeitssperre, (bei Bedarf Trittschalldämmung), Fußleisten, Kleinmaterial und die reinen Verlegekosten gehören ebenso dazu. Wer einen Handwerker beauftragt, kann dabei leicht bei rund 2500 Euro für 30 Quadratmeter Korkboden enden.

Restposten und Sonderangebote sparen beim Einkauf von Korkböden. Durch das Klicksystem lässt sich zudem schnell der Handwerker einsparen, da auch Laien den Korkboden damit verlegen können. Wer sich das dennoch nicht zutraut, findet auf Online-Handwerkerbörsen oft auch Profis für einen kleineren Preis.

Zusammenfassung

Wer an Korkböden denkt, hat unschöne Böden aus den 80er Jahren im Kopf. Doch mit moderneren Varianten und unterschiedlichen Optiken erlebt dieses Material aktuell ein Revival. Als Fertigparkett oder klassisch als Fliesen kann von diesem Naturprodukt profitiert werden. Korkböden gibt es sowohl im Handel, als auch online – auch gebrauchte Schnäppchen sind möglich.

Artikelbild: jrferrermn / Bigstock.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.