Monatliche Kosten für das Haus – wir rechnen vor

Monatliche Kosten für das Haus – wir rechnen vor

Wenn Sie ein Haus bauen oder kaufen, um darin zu wohnen, entstehen Ihnen allerhand laufende monatliche Kosten. In aller Regel muss beispielsweise ein Kredit abbezahlt werden. Darüber hinaus gibt es aber noch viele weitere Gebühren, die Sie Monat für Monat zahlen müssen.

Um Ihre Lebenshaltungskosten korrekt zu kalkulieren, sollten Sie rechtzeitig einplanen, wie viel Geld Ihr Haus jeden Monat verschlingt. Wir verraten Ihnen, mit welchen Kosten Sie als Hausbewohner rechnen müssen.

Nebenkosten für Hausbesitzer – was bedeutet das?

Als laufende Nebenkosten für ein Haus bezeichnet man prinzipiell alle Ausgaben, die zusätzlich zu den Anschaffungskosten der Immobilie regelmäßig anfallen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Gebühren für die Müllabfuhr
  • Kosten für Straßenreinigung
  • Stromkosten
  • Telefontarif

Nicht zu verwechseln sind diese laufenden Nebenkosten mit den Kaufnebenkosten, die nur einmalig beim Kauf der Immobilie entstehen. Im Mietrecht bezeichnet man die laufenden Nebenkosten auch als Betriebskosten.

Sie sollten die monatlichen Kosten für ein Haus immer kennen

Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, schon vor dem Kauf einer Immobilie zu berechnen, welche potentiellen Hausnebenkosten auf Sie zukommen. Das macht schon allein deshalb Sinn, weil Sie für Ihre Baufinanzierung ohnehin einen gut durchdachten Haushaltsplan benötigen. Berücksichtigen Sie die Nebenkosten am besten schon bei der Planung der Baufinanzierung.

Um abzuwägen, ob Sie sich die Rate für Ihre Immobilie überhaupt leisten können, müssen Sie natürlich darüber Bescheid wissen, welche Kosten Sie neben der Kreditrate im Monat noch zu zahlen haben. Nur dann ist es möglich, verlässlich abzuschätzen, welche Rate Sie sich eigentlich leisten können.

Auch später ist es wichtig, die Kosten für Ihr Haus stets gut im Blick zu haben: Die Kosten, die Sie für Ihren Wohnraum aufwenden müssen, sind schließlich die unmittelbaren Lebenshaltungskosten, die Sie nicht umgehen können.

Wenn Sie wissen, wie viel Sie insgesamt zahlen müssen, können Sie umsichtig und vorausschauend planen und Ihr Geld gut einteilen. Mit einer guten Übersicht über Ihre laufenden monatlichen Kosten erkennen Sie außerdem problemlos, wo die Ausgaben zu hoch sind und wo Sie noch Chancen haben, Geld einzusparen.

Wie hoch fallen die Kosten im Monat für ein Haus ungefähr aus?

Es lässt sich pauschal schwer sagen, wie hoch die monatlichen Kosten für ein Haus ausfallen, da sich die Nebenkosten sowohl nach dem Haus selbst als auch nach Ihrer Wohnlage richten. Im Allgemeinen liegen die monatlichen Nebenkosten zwischen 400 und 600 Euro. In den meisten Fällen wird es nicht günstiger, sondern eher teurer.

Heimtückisch ist, dass die meisten Verbraucher nicht mit solchen Beträgen rechnen, sodass es zu deutlichen Fehlkalkulationen kommt. Am Ende entstehen monatlich dann viel höhere Kosten, als man eigentlich eingeplant hatte.

Die monatlichen Hauskosten sind von mehreren Faktoren abhängig

Grundsätzlich sind die regelmäßigen Kosten für ein Haus von vielen verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Standort des Hauses
  • Einheitswert der Immobilie
  • Alter des Hauses
  • Ausstattung und technischer Zustand des Gebäudes
  • Versicherungsprämien
  • Weitere Zusatzkosten

Wenn Sie die Nebenkosten für das Haus abschätzen oder planen möchten, müssen Sie daher all diese Faktoren berücksichtigen.

Standort des Hauses

Wo genau sich ein Haus befindet, ist für mehrere Dinge von Bedeutung – wie etwa für die Grundsteuer, die Müllentsorgungskosten, die Straßenreinigungsgebühren, die Abwassergebühren und die Kosten für Versicherungen. Gerade die Beträge, die für die Grundsteuer erhoben werden, sind je nach Kommune sehr unterschiedlich.

In Berlin etwa zahlen Sie gut und gerne doppelt so viel für die Grundsteuer wie etwa in Bayern. Große Schwankungen gibt es zudem bei kommunalen Gebühren: Die Abwasserkosten schwanken zwischen 260 und 1000 Euro im Jahr. Preisunterschiede bei Versicherungen, die vom Standort der Immobilie abhängen, gibt es ebenfalls. Dies ist aber von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.

Einheitswert und Alter des Hauses

Der Einheitswert eines Hauses spielt für die Grundsteuer eine wichtige Rolle, weil diese aktuell noch auf Basis des Einheitswertes berechnet wird. Aber auch das Alter eines Gebäudes beeinflusst die Kosten, die ein Hausbesitzer regelmäßig aufwenden muss.

So stehen in älteren Häusern öfter Erneuerungen, Reparaturen und Sanierungen an. Diese Ausgaben müssen dann noch zusätzlich zu den monatlichen Kosten eingeplant werden.

Sind ältere Häuser teurer?

Prinzipiell gilt: Ältere Häuser sind in der Anschaffung erst einmal preiswerter, im Unterhalt aber meist deutlich teurer. Neben den höheren Reparatur- und Sanierungskosten sind auch der Stromverbrauch und die Heizkosten oft um ein Vielfaches höher.

Das kann sich in den Beiträgen pro Monat deutlich niederschlagen. Schnell klettern die monatlichen Kosten deutlich über die 1000-Euro-Grenze, weshalb der Kauf eines sehr alten Hauses auf jeden Fall gut überlegt sein sollte.

Gängige Nebenkosten für Hausbesitzer

Wie teuer es sein kann, im eigenen Haus zu wohnen, erleben viele Hausbesitzer erst nach ihrem Einzug, wenn die ersten Rechnungen eingehen. Zu den wichtigsten Nebenkosten für Hausbesitzer zählen:

  • Grundsteuer
  • Stromkosten und Heizkosten
  • Bei Gasheizung Gaskosten
  • Kosten für Wasser und Abwasser
  • Müllbeseitigung und Straßenreinigung
  • Schornsteinfeger
  • Kabel- und Telefonanschluss
  • Versicherungen
  • Instandhaltungsrücklagen

Lesen Sie in den nächsten Abschnitten, wie stark diese Kosten Ihre laufenden Ausgaben beeinflussen können.

Grundsteuer

Jeder Hauseigentümer muss an die Kommune, Gemeinde oder Stadt die Grundsteuer zahlen. Diese wird anhand des vom Finanzamt erstellten Grundsteuermessbescheids berechnet, wozu der Einheitswert herangezogen wird. Er wird mit dem Hebesatz multipliziert, den die jeweilige Gemeinde selbst bestimmen kann.

Trotz des gleichen Einheitswertes kann die Grundsteuerbelastung in Deutschland je nach Region sehr unterschiedlich ausfallen.

In Berlin zahlt man für ein bebautes Grundstück beispielsweise im Schnitt einen Hebesatz von 810 Prozent, während es in Hamburg lediglich 540 Prozent sind. Die Grundsteuer kann die Höhe der laufenden Kosten im Monat daher unterschiedlich stark beeinflussen.

Versicherungen

Jeder Hausbesitzer sollte zudem darüber nachdenken, welche Versicherungen er abschließt. Manche Versicherungen sind für alle Hauseigentümer gleichermaßen empfehlenswert.

Auf die Wohngebäudeversicherung, die Hausratversicherung, die Haftpflichtversicherung und die Elementarschadenversicherung sollte kein Hausbesitzer verzichten.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Versicherungen, die für Hausbewohner zwar sinnvoll sein können, aber nicht unbedingt erforderlich sind. Das gilt etwa für die Rechtschutz- und Glasversicherung. Je nachdem, wie viele und welche Policen man abschließt, klettern die Kosten pro Monat unterschiedlich stark in die Höhe.

Strom- und Heizkosten

Die Strom- und Heizkosten bleiben keinem Hausbewohner erspart. Diese Gebühren sind ebenfalls regional sehr unterschiedlich. Des Weiteren kommt es durch die Tarifwahl zu großen Preisunterschieden: So ist Ökostrom oftmals teurer als der Strom aus herkömmlichen Energiequellen. Wenn wir von einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden für einen Haushalt mit zwei Personen ausgehen, können die Stromkosten im Jahr zwischen 350 und 650 Euro schwanken.

Für Ökostrom zahlt man je nach Anbieter 450 bis 750 Euro jährlich. Zudem spielt die Art der Heizung für die Betriebskostenabrechnung eine wichtige Rolle. Bei einer Gasheizung müssen etwa die Kosten für das Gas eingeplant werden. Hat ein Einfamilienhaus einen Jahresverbrauch von 1000 Kubikmetern Gas, so belaufen sich die Heizkosten auf 800 bis 1000 Euro jährlich.

Natürlich hängen die Heizkosten auch sehr von der Gebäudeart und Ihrem individuellen Verbrauch ab: Ein Effizienzhaus 70 wird weniger Heizenergie benötigen als ein Effizienzhaus 40 in vergleichbarer Größe.

Gebühren für Müllabfuhr und Straßenreinigung

Für die Müllabfuhr und die Straßenreinigung fallen ebenfalls regelmäßige Gebühren an. Diese richten sich sehr nach der Stadt, in der Sie wohnen. Meist wird die Berechnung anhand der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen oder nach der Größe der Mülltonnen vorgenommen. Man unterscheidet dabei die Kosten für Bioabfall, Restmüll und Papier:

  • Die Jahresgebühr für die Restmülltonne liegt meist zwischen 170 und 200 Euro
  • Für Bioabfall zahlt man jährlich ungefähr 40 bis 60 Euro
  • Die Papiertonne kostet etwa 30 bis 40 Euro im Jahr

Wenn Sie es schaffen, wenig Müll zu erzeugen, können Sie in dieser Hinsicht natürlich Kosten sparen. Die Straßenreinigung wird meist pauschal berechnet: Hier zahlen Sie oft drei bis acht Euro pro Meter Frontlänge Ihres Grundstücks.

Kosten für Schornsteinfeger

In Ihrem Haus wird regelmäßig ein Schornsteinfeger benötigt, um die Heizungsanlage zu überprüfen. Wenigstens zweimal innerhalb von sieben Jahren müssen Sie laut gesetzlicher Vorgabe die Heizungsanlage professionell kontrollieren lassen. Diese Dienstleistung kostet je nach Region zwischen 70 und 130 Euro.

Gebühren für Kabel- und Telefonanschluss

Die Gebühren für den Telefon- und Kabelanschluss werden bei den Nebenkosten oft vernachlässigt, obwohl sie diese in nicht unerheblichem Maße beeinflussen. Je nachdem, für welchen Tarif und welchen Anbieter Sie sich entscheiden, können dafür 30 bis 100 Euro im Monat anfallen.

Durchschnittliche Nebenkosten – ein Rechenbeispiel

Im Folgenden haben wir ein kleines Rechenbeispiel für die Betriebskosten in einem Eigenheim für Sie zusammengestellt. Es bezieht sich auf ein Effizienzhaus 55, das über eine Wohnfläche von 140 Quadratmetern und ein Grundstück von 400 Quadratmetern verfügt sowie mit einer Gasheizung ausgestattet ist. Es liegt in der Stadt Köln und wird von zwei Personen bewohnt.

Nebenkosten Kosten im Jahr Kosten im Monat
Grundsteuer 780 Euro 65 Euro
Elementarschadenversicherung 180 Euro 15 Euro
Wohngebäudeversicherung 150 Euro 12,50 Euro
Hausratversicherung 200 Euro 16,67 Euro
Haftpflichtversicherung 75 Euro 6,25 Euro
Stromkosten 570 Euro 47,50 Euro
Heizkosten 800 Euro 66,67 Euro
Internet- und Telefonanschluss 480 Euro 40 Euro
Instandhaltungsrücklagen 1680 Euro 140 Euro
Müllgebühren 240 Euro 20 Euro
Straßenreinigung 300 Euro 25 Euro
Schornsteinfeger 100 Euro 8,33 Euro
Wasser und Abwasser 525 Euro 43,75 Euro
Gesamtkosten 6080 Euro 506,67 Euro

Dies sind natürlich nur beispielhafte Kosten für ein modernes und durchschnittliches Haus – je nach Standort und baulichen Voraussetzungen können die Nebenkosten auch viel höher liegen. In einzelnen Fällen sind zudem auch noch weitere zusätzliche Kosten möglich, die hier noch nicht berücksichtigt wurden. Dennoch wird anhand des Beispiels recht deutlich klar, dass die laufenden Kosten im Monat auch in einem günstigen Fall schon recht hoch sind.

Rücklagen für Instandhaltung und Modernisierung sind unerlässlich

Die Rücklagen für Instandhaltungen und anfallende Modernisierungsmaßnahmen fallen für Hausbesitzer als wichtiger Punkt der Betriebskosten ins Gewicht. Der Verband Privater Bauherren empfiehlt, pro Quadratmeter ungefähr einen Euro monatlich für Instandhaltungen zurückzulegen.

Bei einer Preissteigerung von lediglich zwei Prozent können im Laufe von 50 Jahren nämlich Modernisierungskosten von bis zu 150.000 Euro entstehen. Gerade die Fassade, das Dach, die Heizung und die Fenster müssen in dieser Zeit oftmals erneuert werden. Wenn Sie von Anfang an Rücklagen bilden, müssen Sie später nicht unnötig hohe Kreditsummen aufnehmen.

Gerade die Modernisierung der Heizung kann sehr ins Geld gehen: Eine moderne Wärmepumpe etwa hat eine Lebenserwartung von 10 bis 20 Jahren. Wenn diese erneuert werden muss, belaufen sich die Kosten je nach Größe der Anlage auf bis zu 16.000 Euro. Speziell im Ruhestand können solche Summen oft schwer aufgebracht werden, denn dann ist das Einkommen ohnehin niedriger.

So können Sie monatliche Nebenkosten sparen

Bereits bevor Sie ein Haus kaufen oder bauen, gibt es einige Aspekte, auf die Sie achten können, um die monatlichen Nebenkosten als Hausbewohner zu reduzieren. Dazu gehören:

  • Eine energieeffiziente Bauweise, um die Heizkosten zu sparen
  • Nutzung einer Photovoltaikanlage, um Strom selbst zu produzieren und einzuspeisen
  • Vergleiche mehrerer Anbieter – gerade bei Tarifen für Strom, Versicherungen, Telekommunikation und Wasser

Gerade der letzte Punkt ist für Hausbesitzer immer interessant, denn regelmäßige Anbieterwechsel helfen auf jeden Fall, den Geldbeutel zu schonen.

Nebenkosten für ein Haus im Vergleich zur Mietwohnung – wo liegen die Unterschiede?

Wenn Sie en Haus bauen oder kaufen möchten, werden Sie sich gewiss früher oder später fragen, ob die Nebenkosten für Sie als Hausbesitzer höher sind als für Mieter in einer Mietwohnung. Der Mieterbund gibt an, dass die durchschnittlichen Betriebskosten in einer Mietwohnung bei 2,17 Euro pro Quadratmeter liegen – und damit günstiger sind als die Nebenkosten für Hausbesitzer.

Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass die Stromkosten des Mieters in den Betriebskosten keine Berücksichtigung finden. Daher lassen sich die Nebenkosten für Mieter und Hausbesitzer nur bedingt vergleichen.

Zusammenfassung

Wer im eigenen Haus wohnen möchte, darf bei der Erstellung des Finanzplans nicht nur an die Kaufkosten und die Kreditraten denken, sondern sollte auch die laufenden Nebenkosten berücksichtigen, die jeden Monat aufs Neue gezahlt werden müssen. Sie werden durch die Region, die Hausausstattung, den Zustand und den Einheitswert beeinflusst.

Gerade die Kosten für Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Müllabfuhr und Instandhaltungsmaßnahmen werden oft vergessen, obwohl Sie die regelmäßigen Kosten teils stark nach oben klettern lassen.

Artikelbild: Maren Winter / Bigstock.com

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