Balkon, Terrasse oder Dachterrasse als Freisitz? Das sind die wichtigsten Unterschiede

Balkon, Terrasse oder Dachterrasse als Freisitz? Das sind die wichtigsten Unterschiede

Jeder Hausbesitzer wünscht sich eine Oase an der frischen Luft – einen sogenannten Freisitz. Das Wohnzimmer im Grünen dient als Erweiterung der Wohnfläche. Hier können Sie gemeinsam mit Ihrer Familie und Ihren Freunden auf gemütlichen Gartenmöbeln draußen sitzen und grillen, in der Hängematte entspannen oder auch einen kleinen Garten anlegen. Ob klassischer Balkon, moderne Dachterrasse oder die ebenerdige Terrasse: Möglichkeiten für einen Freisitz gibt es viele.

Wenn Sie privaten Freiraum außerhalb Ihrer eigenen vier Wände wünschen, sollten Sie das schon bei der Hausplanung berücksichtigen – und genau abwägen, welche Variante sich für Sie am besten eignet. Die Terrasse ist sicher nach wie vor die beliebteste Wahl, weil sie dem Wohnraum vorgelagert ist und in aller Regel einen direkten Weg in den Garten bietet. Alternativ oder zusätzlich kommt als zweiter Freisitz dann noch ein Balkon – oder die moderne Lösung Dachterrasse – infrage. Welche Variante sich für Sie am besten eignet und welche Abstufungen es bei den einzelnen Lösungen noch gibt, erfahren Sie in diesem Heimhelden.de-Artikel.

Viele Begriffe für den Freisitz am Haus

Als Freisitz bezeichnet man eine bauliche Konstruktion an einem Gebäude, die den Aufenthalt an der frischen Luft ermöglicht und zu wenigstens einer Seite hin geöffnet ist. Diesem Begriff können dementsprechend zahlreiche Konstruktionen untergeordnet werden, die an ein geschlossenes Haus angebunden sind.

Neben Terrasse, Balkon und Dachterrasse gibt es noch viele weitere Begriffe für Freisitze. Diese werden oft synonym verwendet, obwohl es durchaus einige Merkmale gibt, durch die sie sich voneinander abgrenzen.

Häufige Begriffe, die als Synonyme zu den Bezeichnungen Terrasse und Balkon verwendet werden, sind etwa:

  • Veranda
  • Loggia
  • Erker
  • Söller
  • Altan
  • Dachgarten

Gerne erläutern wir Ihnen in den nächsten Abschnitten, wodurch sich diese Begriffe voneinander unterscheiden.

Der Klassiker ist der Balkon

Als Balkon bezeichnet man eine hängende Erweiterung von Gebäuden. Mit dieser Tatsache geht einher, dass die Grundfläche bei Balkonen verhältnismäßig klein ist. Dementsprechend ist die optimale Einrichtung wichtig, damit Sie das Beste aus der begrenzten Grundfläche herausholen können. Der Balkon ist von einem Zimmer der Wohnung direkt zugänglich. Meistens erreichen Sie Ihren Balkon auch über mehrere Räume – etwa über die Küche und das Wohnzimmer.

Arten von Balkonen: Erker, Loggia, Söller und Altan

Obwohl die Begriffe Erker, Loggia, Söller und Altan oft als Synonyme gebraucht werden, gibt es doch einige Unterschiede, die wir Ihnen in nachstehender Tabelle aufzeigen:

ArtEigenschaften
Loggiaerhöhter Freisitz – ähnlich wie Balkon, innerhalb des Grundrisses des Gebäudes, ragt anders als der Balkon nicht aus der Fassade heraus
ErkerGegenstück zur Loggia, ein vollständig mit Holz oder Mauerwerk umbauter Balkon, befindet sich außerhalb des Gebäudegrundrisses
Söller / Altanoffene, auf einer Mauer oder auf Stützen ruhende Plattform eines Obergeschosses, auch ein Erker, der über einen Freisitz verfügt, wird so bezeichnet

Unabhängig davon, für welche Lösung Sie sich letztlich entscheiden, sollten Sie laut der Verbraucherzentrale immer auch an den Wetterschutz und die Sicherheit denken.

Vorteile und Nachteile des Balkons

Ein Balkon bietet Ihnen etliche Vorteile – ganz egal, für welche Art Sie sich letztlich konkret entscheiden:

  • Instandhaltung und Pflege erfordern wenig Zeit und Aufwand
  • auch bei kleinem Raum ist ein Sitzplatz im Freien realisierbar
  • unmittelbarer Zugang vom Haus aus, etwa über Wohnzimmer, Schlafzimmer und/oder Küche

Einige Nachteile gibt es aber auch:

  • weniger Platz für Pflanzen
  • große Möbel haben oft keinen Platz
  • meist nur genug Raum für die eigene Kernfamilie
  • Grillabende mit Freunden sind auf vielen Balkonen schon schwierig zu realisieren

Was kostet ein Balkon?

Je nach Konstruktion, Material und Größe können die Kosten für einen Balkon stark variieren. Wird ein Balkon nachträglich angebaut, sind die Kosten deutlich höher, als wenn er direkt beim Hausbau realisiert wird. Etwa 10.000 Euro sollten für den Balkon eingeplant werden. Selbst bei Fertigbalkonen fallen je nach Hersteller rund 1.300 Euro pro Quadratmeter an. Je hochwertiger das Material sein soll, desto weiter klettern die Kosten in die Höhe: Gusseisen ist zum Beispiel deutlich teurer als Kunststoff. Auch der Bodenbelag beeinflusst letztlich den Preis, ebenso die Balkontür. Eine Variante aus Kunststoff schlägt mit 500 Euro zu Buche, während eine Aluminiumtür bis zu 4.000 Euro kosten kann. Wir empfehlen, mehrere Angebote zu vergleichen, bevor Sie sich für einen Balkon entscheiden.

Die großzügige Dachterrasse liegt im Trend

Der klassische Balkon wird seit einigen Jahren immer stärker von der modernen Dachterrasse abgelöst. Was genau eine Dachterrasse ist und was beim Bau beachtet werden muss, wird auch von Schwäbisch Hall gut beschrieben: „Die Dachterrasse ist ein Freisitz auf dem Dach eines Gebäudeteils. Das unterscheidet sie vom Balkon. Dieser befindet sich außerhalb der Fassade  – als Anbau, abgestützte Plattform oder als Verlängerung der Bodenplatte.“ Eine Dachterrasse bietet in der Regel deutlich mehr Platz und ist vielseitiger verwendbar als ein Einzelbalkon. Bei Neubauten erfreut sich aktuell der klassisch-moderne Architekturstil mit Flachdächern und kubischen Bauformen einer großen Beliebtheit. Dieser ist natürlich ideal, um darauf Dachterrassen zu errichten.

Eine Dachterrasse kann nur gebaut werden, wenn der Bebauungsplan sie zulässt. Überdies müssen bestimmte bautechnische Voraussetzungen erfüllt sein.

Häufig wird die Dachterrasse auch als Dachgarten bezeichnet. Dafür ist es aber wichtig, dass auch eine umfangreiche Begrünung beziehungsweise Bepflanzung vorhanden ist.

Vorteile und Nachteile von Dachterrassen

Dachterrassen sind mit vielen Vorteilen verbunden:

  • freie Aussicht in mehrere Richtungen
  • toller Ausblick in den Sternenhimmel in der Nacht
  • trotzdem hohe Privatsphäre, da Einsicht aus der Umgebung schwierig ist
  • viele Sonnenstunden – auch zu unterschiedlichen Jahres- und Tageszeiten
  • genügend Platz für kleine Pavillons oder Zierbrunnen
  • vielfältige Ausbaumöglichkeiten – als Dachgarten oder sogar als Wellnessoase inklusive Sauna, Whirlpool oder Swimmingpool

Ein paar Nachteile gibt es aber auch:

  • Statik lässt nicht jeden Wunsch zu
  • Regen- und Schmelzwasser muss ablaufen können
  • Versiegelung des Bodens ist wichtig
  • meist mit hohen Kosten verbunden

Wie teuer ist eine Dachterrasse?

Die Kosten für eine Dachterrasse sind vergleichsweise hoch. Kein Wunder, denn für Dämmung, Entwässerung und Statik muss ein enormer Mehraufwand betrieben werden. Je nach Ausstattung und Größe können sich die Kosten einer Dachterrasse auf bis zu 10 Prozent der Baukosten belaufen. Demzufolge ist eine Dachterrasse in vielen Fällen deutlich teurer als ein Balkon.

Weiterhin beliebt: die Terrasse

In dem Begriff „Terrasse“ ist das Wörtchen „Terra“ zu finden – die lateinische Bezeichnung für „Boden“. Das verdeutlicht schon, dass die Terrasse ein Freisitz auf dem Erdboden ist. Es handelt sich hierbei also um eine Plattform, die sich auf Bodenniveau befindet und direkt an ein Gebäude anschließt. In der Regel verbindet die Terrasse Ihre Wohnung oder Ihr Haus direkt mit dem Garten.

Eine Terrasse hat eine gute, ebenerdige Basis. Sie kann daher auch breiter gebaut werden als ein Balkon. So haben Sie mehr Platz für Möbel, Pflanzen und Dekoration.

Mitunter bezeichnet man eine Terrasse auch als Veranda. Dieser Begriff ist aber nur korrekt, wenn die Terrasse überdacht sowie eher schmal und lang anstatt quadratisch ist. Manchmal hat die Veranda auch einige Wände aus Glas.

Vorteile und Nachteile der Terrasse

Eine Terrasse ist mit vielen Pluspunkten verbunden:

  • mehr Platz
  • mehr Gäste können empfangen werden
  • barrierefrei – Zugang auch für Rollstuhlfahrer problemlos möglich
  • kann relativ einfach selbst gebaut werden
  • gut mit einem Garten kombinierbar, sodass Sie von der Terrasse aus direkt in den Garten gehen können
  • auch größere und schwere Möbel können auf der Terrasse platziert werden

Dennoch hat auch eine Terrasse ein paar Nachteile:

  • Pflege und Gestaltung erfordern mehr Zeit und Mühen
  • eine ungepflegte Terrasse schmälert den Gesamteindruck des Hauses
  • die Terrasse ist durch Nachbarn und Passanten besser einsehbar, weshalb ein guter Sichtschutz sinnvoll ist

Wie teuer ist eine Terrasse?

Auch bei der Terrasse spielt es eine wichtige Rolle, welches Material eingesetzt wird. Außerdem werden die Kosten dadurch beeinflusst, ob die Terrasse selbst angelegt oder von einem Profi gestaltet wird. Im Allgemeinen können Sie mit Materialkosten von rund 60 Euro pro Quadratmeter rechnen. Für den professionellen Terrassenbau entstehen dann noch einmal 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter. Obendrein müssen Sie an die Terrassentür denken. Die Preise dafür variieren von 500 Euro aufwärts für eine Schiebe-Kipp-Tür und mindestens 2.000 Euro für eine Hebe-Schiebe-Tür. Für eine Terrasse, die 20 Quadratmeter groß ist, müssen Sie Gesamtkosten von rund 5.000 Euro einplanen.

Zusammenfassung

Balkon, Dachterrasse oder Terrasse – diese Frage stellen sich viele Menschen, die ein Haus bauen wollen und sich einen modernen Freisitz wünschen. Die meisten Hausbauer entscheiden sich heutzutage für eine Kombination aus mehreren Freisitzen – nämlich der ebenerdigen Terrasse und zusätzlich für einen Balkon oder eine Dachterrasse. Letztere hat den Vorteil, dass sie mehr Platz bietet und somit auch eine vielfältigere Nutzung ermöglicht.

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