Dachziegel: Die Kosten der gängigsten Modelle

Dachziegel: Die Kosten der gängigsten Modelle

Wenn Sie Ihr Dach neu decken lassen möchten, dann haben Sie in der Regel die Wahl, sich für mehrere verschiedene Arten von Dachziegeln zu entscheiden, aber auch die Verlegemethode ist variabel. Für welche Art und Methode Sie sich aber auch immer entscheiden mögen, es gibt ein paar Punkte, die Sie dabei unbedingt beachten und auf Ihre individuellen Bedürfnisse beziehungsweise auf Ihre Immobilie abstimmen sollten. Nachfolgend haben wir für Sie deshalb die wichtigsten Informationen zum Thema Dachziegel und ihre Kosten zusammengetragen.

Wie hoch sind die Kosten für Dachziegel im Allgemeinen?

Art des Dachziegels Kosten
Biberschwanzdachziegel 0,70 – 1,20 Euro
Hohlpfannendachziegel 0,90 – 1,20 Euro
Strangfalzziegel 0,70 – 1,20 Euro
Dachziegel Mönch und Nonne 2,20 – 2,60 Euro

So berechnen Sie die Kosten für das Eindecken Ihres Daches

Grundsätzlich spielt es keine wesentliche Rolle, für welche Dachziegel Sie sich am Ende entscheiden werden. Hauptsache ist in erster Linie, dass sie Ihnen optisch zusagen. In jedem Fall sollten Sie aber unbedingt einen Fachmann befragen. Er kann Ihnen alles Wichtige zu den Witterungsanforderungen und zur erforderlichen Unterkonstruktion erklären. Wichtig zu wissen ist, dass nicht jeder Dachziegel für jedes Dach geeignet ist. Hier spielen Neigung und Statik eine tragende Rolle, da beide Faktoren ganz genau mit der verwendeten Eindeckung abgestimmt werden müssen, um Schäden oder sonstige Folgekosten zu vermeiden.

Zwar gibt es auch naturbelassene Dachziegel, doch ist es empfehlenswerter, sich für engobierte oder glasierte Ziegel zu verwenden, da dies die Haltbarkeit deutlich erhöht. Auch die Umgebung des einzudeckenden Gebäudes trägt ihren Teil dazu bei, wie etwa der Baumbestand oder die Ausrichtung des Gebäudes.

Um die Kosten für das Decken des Daches Ihres Hauses sollten Sie stets sämtliche anfallenden Kosten kalkulieren, sowohl die für die Dachziegel als auch deren Transport und das erforderliche Zubehör, wie beispielsweise ein Baugerüst. Um Fehler und dadurch hohe Folgekosten zu vermeiden, sollten Sie idealerweise einen erfahrenen Dachdecker auftragen.

Das meistverwendete Bauelement

Sobald es um das Eindecken von Dächern geht, denken wir automatisch an Dachziegel. Kein Wunder, denn Dachziegel sind das am Häufigsten verwendete Bauelement, wenn es um das Eindecken eines Daches geht. Zwar gibt es auch andere Baustoffe, wie zum Beispiel

  • Dachsteine
  • Schieferplatten
  • Holzschindeln
  • Stroh
  • Gras
  • Bambus
  • Naturstein
  • Metall
  • Glas

und viele mehr, mit denen ein Dach ebenfalls gedeckt werden kann. Doch die klassischen Dachziegel haben sich seit jeher gegen ihre Konkurrenten behaupten können und ihre Verwendung hat sich bis heute auch sehr wohl bewährt.

Hergestellt werden Dachziegel aus einer Mischung aus Lehm und Ton, die erst in eine flache oder gebogene Form gebracht du anschließend gebrannt wird, wodurch das Material aushärtet.

Die Herstellung der Dachziegel erfolgt in der Regel als Press- oder Strangdachziegel. Hier sind die verschiedensten Formen und Falzausbildungen möglich, sodass beispielsweise Dachziegel mit oder ohne einen seitlichen Überdeckungsbereich hergestellt werden können. Darüber hinaus gibt es sie in verschiedenen Ausfertigungen:

  • glasiert
  • engobiert
  • gedämpft
  • versiegelt

Strangdachziegel

Um Strangdachziegel herzustellen werden die beiden Rohstoffe Lehm und Ton miteinander vermischt und anschließend und eine Form gepresst, wodurch ein langer Strang entsteht, der nun nur noch in einzelne Stücke geschnitten werden muss, um einzelne Dachziegel zu erhalten. Auf diese Weise können die verschiedensten Formen an Dachziegeln hergestellt werden, wie zum Beispiel:

  • Biberschwanzdachziegen
  • Hohlpfannendachziegel
  • Strangfalzziegel

Biberschwanzdachziegel

Biberschwanzdachziegel sind Strangdachziegel ohne Falz. Hierbei handelt es sich um flache Ziegel, deren Unterkante in der Regel abgerundet ist. An ihrer Oberkante hingegen besitzen sie einen Vorsprung, mithilfe dessen der Dachziegel an den Dachlatten eingehängt wird. Biberschwanzdachziegel können auf unterschiedliche Arten verlegt werden. Möglich ist beispielsweise eine Kronen-, eine Doppel- oder eine Einfachdeckung.

Einsatzgebiete der Biberschwanzdachziegel

Biberschwanzdachziegel kommen sehr häufig bei Dächern zum Einsatz, die eine hohe Neigung aufweisen. Am Häufigsten sind sie insbesondere auf historischen Gebäuden zu finden. Heute werden sie nicht mehr so häufig verwendet. Wenn aber doch, dann findet man sie heute vor allem in Ost- und Süddeutschland.

Die Kosten

Die Kosten für Biberschwanzdachziegel sind im Vergleich zu anderen Ziegelarten vergleichsweise deutlich höher, was nicht zuletzt am hohen Materialverbrauch liegt, denn für eine Dachflläche von einem Quadratmeter werden zwischen 35 und 40 Ziegel benötigt. Lediglich eine neuere Ausführung des Falzbiberschwanzes ist ein wenig günstiger. Die Stückpreise einzelner Biberschwanzdachziegel können je nach Ausführung und Form ganz unterschiedlich ausfallen. Je nachdem, ob diese beispielsweise mit Engoben beschichtet, gedämpft oder glasiert sind, schwankt der Stückpreis im Fachhandel in der Regel bei ungefähr 0,70 bis 1,20 Euro.

Hohlpfannendachziegel

Bei Hohlpfannendachziegeln handelt es sich um Dachziegel mit einer muldenartigen Form und einem langen Eckanschnitt. Es gibt sie als sogenannte Langschnittpfannen, welche für die Vorschnittdeckung verwendet werden und als Kurzschnitpfannen, welche für die Aufschnittdeckung verwendet werden.

Einsatzgebiete der Hohlpfannendachziegel

Hohlpfannendachziegel kommen überwiegend im norddeutschen Raum zum Einsatz, wo sie eine lange Tradition haben. Man findet sie sehr oft auf den Dächern von denkmalgeschützten Gebäuden. Sie eignen sich sehr gut für Fledermausgauben, auch unter dem Begriff Ochsenauge bekannt und können je nach Art der Unterkonstruktion bei einer Dachneigung von 20 bis 35 Grad verwendet werden.

Kosten

Da für etwa einen Quadratmeter gerade einmal etwa 14 bis 16 Dachziegel benötigt werden, ist der Materialverbrauch bei der Hohlpfannendachziegel verhältnismäßig gering. Auch der Stückpreis zwischen 0,90 und 1,20 Euro je Hohlpfannendachziegel kann sich durchaus sehen lassen, wobei dieser je nach Größe, Form, Farbe und Beschaffenheit ganz unterschiedlich ausfallen kann. Hohlpfannendachziegel gibt es sowohl edelengobiert als auch gedämpft und glasiert.

Strangfalzziegel

Strangfalzziegel sind Dachziegel mit einem einfachen Seitenfalz. Hierbei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Biberschwanzdachziegel, denn sie bieten eine wesentlich bessere Abdichtung, wodurch das Dach den Witterungseinflüssen viel besser standhalten kann. Wie auch die Biberschwanzdachziegel sind die Strangfalzziegel von flacher Form, jedoch mit einer profilierten Oberfläche. Außerdem befinden sich Hohlräume in den Ziegeln sowie Längsrillen und Rippen an ihrer Unterseite, welche in Deckrichtung verlaufen und dadurch für eine zusätzliche Entlüftung des Daches sorgen. Strangfalzziegel gibt es in verschiedenen Formen. Es gibt sie gerade und als Rundschnitt.

Einsatzgebiete der Strangfalzziegel

Da Strangfalzziegel gegenüber ihrem Vorgänger, der Biberschwanzdachziegel, aufgrund der Hohlräume, Längsrillen und Rippen ein rund 30 Prozent geringeres Gewicht aufweisen, werden Strangfalzziegel häufig für die Sanierung von Dächern verwendet, bei denen die Unterkonstruktion des Daches eine Biberschwanzdeckung nicht mehr tragen könnte. Sie werden oftmals aber auch verwendet, um defekte Dachziegeln einer Biberschwanzdeckung zu ersetzen.

Kosten

Die Kosten der Strangfalzziegel sind denen der Biberschwanzdachziegel sehr ähnlich und liegen im Fachhandel bei 0,70 bis 1,20 Euro je Stück.

Pressdachziegel

Ganz anders als Strangdachziegel, die durch eine Form hindurchgepresst und anschließend zurechtgeschnitten werden, werden Pressdachziegel mithilfe einer Stempelpresse ausgestanzt. Hierfür werden zuerst Lehm und Ton zu gleichmäßigen Blöcken geformt, die anschließend in einer Presse in die endgültige Form gebracht werden. Pressdachziegel gibt es genauso wie Strangdachziegel sowohl mit als auch ohne Falz.

Mönch und Nonne

Bei den Mönch und Nonne genannten Dachziegel handelt es sich um eine zweiteilige Variante, die im Pressverfahren hergestellt wird. Das gesamte System besteht aus zwei unterschiedlichen, halbierten Hohlzylindern. Teil 1, die sogenannte „Nonne“, wiegt etwa drei Kilogramm. Mehrere dieser Teile liegen, nebeneinander angeordnet, mit der Öffnung nach oben. Darauf werden schließlich mehrere Teile von Teil 2, dem „Mönch“, mit der Öffnung nach unten gelegt, jedoch um die Hälfte der Breite versetzt. Beide Teile werden entweder mörtelfrei miteinander verkeilt oder gemörtelt.

Einsatzgebiete von Mönch und Nonne

Die Dachziegelvariante Mönch und Nonne ist bereits sehr alt und daher vor allem bei besonders alten Gebäuden vorzufinden, insbesondere bei Kirchen und Klöstern. Viele solche Eindeckungen sind inzwischen allerdings durch Biberschwanzdachziegel ausgetauscht worden. Mönch und Nonne ist besonders typisch für den mediterranen Raum. Mittlerweile wird diese Eindeckweise für üblich nicht mehr angewendet.

Kosten

Die Dachziegel von Mönch und Nonne sind im Vergleich zu vielen anderen Ziegeln recht schwer und auch deutlich teurer. Im Fachhandel kostet ein Paar nicht selten zwischen 2,20 und 2,60 Euro, wobei der Paar-Preis durchaus auch schwanken kann. Dies kommt insbesondere darauf an, ob die Ziegel naturbelassen oder engobiert sind. Die Verlegeart an sich ist grundsätzlich nicht gerade günstig, da etwa 15 Sets aus Mönch und Nonne für einen Quadratmeter erforderlich sind.

Zusammenfassung

Wenn Sie Ihr Dach neu decken lassen möchten, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. So unterschiedlich die Arten aber auch sind, so unterschiedlich sind auch ihre Stück- und Quadratmeterpreise. Stimmen Sie die Deckweise und die Ziegelart unbedingt auf das Dach der Immobilie ab.

Artikelbild: © kadmy / Bigstock.com

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