Einbruchschutz: 10 Tipps für mehr Sicherheit im Haus

Einbruchschutz: 10 Tipps für mehr Sicherheit im Haus

Diebstähle sind die häufigsten Straftaten laut der Kriminalstatistik. Für mehr Sicherheit im Haus kommt es daher auf einen wirksamen Einbruchschutz an. Häufig halten sich Einbrecher in Wohngebieten auf und warten auf eine günstige Gelegenheit für eine Tat. Sie wählen dann spontan ein Objekt aus, von dem sie glauben, dass niemand anwesend ist.

Es kommt darauf an, dass sie den Einbruch schnell ausführen können. Umso wichtiger ist es daher, mit den entsprechenden Maßnahmen das Haus uninteressant für einen Einbruch zu machen, indem Sie Anwesenheit vortäuschen und die richtigen Sicherheitsvorkehrungen treffen. Studien zufolge geben Einbrecher nach fünf Minuten auf.

Sicherheit in Deutschland

Deutschland gilt als sicheres Land, denn im Jahr 2020 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik ungefähr fünf Millionen Straftaten registriert. Das mag viel erscheinen, doch sollten Sie die Einwohnerzahl nicht vergessen. Mit knapp 32 Prozent machen Diebstähle den Hauptanteil an den Straftaten aus. Die Zahl der Straftaten ist umso höher, je mehr Straftaten eine Stadt oder Gemeinde zählt.

Großstädte, darunter die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen, sind am häufigsten von Straftaten betroffen. Seit einigen Jahren ist die Kriminalitätsrate gesunken. Das bedeutet nicht, dass Sie den Einbruchschutz vernachlässigen können. Der kostenlose Ratgeber von tink „Schutz vor Einbruch und Diebstahl: Sicherheits-Guide für den Alltag“ hält nützliche Tipps für mehr Sicherheit im Haus bereit.

Die Autorin Prof. Dr. Gina Rosa Wollinger studierte an der Universität Leipzig Soziologie, Germanistik und Philosophie. Sie forschte am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen speziell zu Einbruchsdiebstählen. Seit 2018 ist sie an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW in Köln als Professorin für Soziologie und Kriminologie tätig.

Verhaltensmaßnahmen, die nicht viel kosten und leicht umsetzbar sind

Für Sicherheit im Haus müssen Sie nicht immer in teure Schutzmaßnahmen investieren. Mitunter reichen bereits einfache Verhaltensmaßnahmen aus, um sich vor Einbrechern zu schützen. Einbrecher stehlen am häufigsten das, was sie leicht mitnehmen und gut verkaufen können.

Laut einer Studie des Verbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. sieht die Beliebtheitsskala folgendermaßen aus:

  • Schmuck ca. 58 Prozent
  • Bargeld ca. 49 Prozent
  • Elektronische Geräte, beispielsweise Smartphones, ca. 31 Prozent
  • PC oder Laptop ca. 29 Prozent
  • Fernseher und Musikanlagen ca. 17 Prozent
  • EC- und Kreditkarten ca. 12 Prozent

Um Ihr Objekt uninteressant für Einbrüche zu machen, sollten Sie die Anzeichen für Abwesenheit reduzieren und Anwesenheit simulieren.

Schließen Sie Fenster und Türen immer ab

Auch dann, wenn Sie nur kurz weggehen, sollten Sie die Türen immer abschließen und auch die Fenster schließen. Gerade bei Einfamilienhäusern und Parterrewohnungen bieten offene Fenster und Terrassentüren hervorragende Einstiegsmöglichkeiten. Fenster, die Sie angekippt haben, können die Einbrecher leicht öffnen.

Sind Sicherungsmaßnahmen wie Sicherheitsschlösser vorhanden, sollten Sie sie auch wirklich nutzen. Haben Ihre Fenster eine Pilzkopfverriegelung, schließen Sie das Fenster auch bei kurzer Abwesenheit, um Einbrechern den Zugang zu erschweren.

Lassen Sie nach der Wohnung sehen

Sind Sie über längere Zeit nicht zu Hause, sollten Sie die Nachbarn oder in der Nähe wohnende Freunde bitten, nach der Wohnung zu sehen. Geben Sie ihnen einen Schlüssel, sodass sie auch hin und wieder Anwesenheit simulieren können. In der kalten, dunklen Jahreszeit können diese Personen beispielsweise das Licht einschalten, die Jalousien öffnen und schließen und sich auf Ihrem Grundstück bewegen.

Teilen Sie Ihre Abwesenheit nicht mit

Einbrecher informieren sich häufig auf Social Media, wo Menschen abwesend sind. Auf keinen Fall sollten Sie daher Ihre Abwesenheit auf Social Media posten oder auf dem Anrufbeantworter mitteilen, dass Sie nicht zu Hause sind. Teilen Sie nur Ihren Nachbarn, Freunden und engsten Kollegen mit, wie lange Sie abwesend sind.

Ein voller Briefkasten weist darauf hin, dass niemand zu Hause ist. Bitten Sie daher unbedingt Ihre Nachbarn, Ihren Briefkasten regelmäßig zu leeren. Das muss nicht jeden Tag geschehen. Eine Leerung alle zwei oder drei Tage genügt.

Pflegen Sie den Kontakt zu Nachbarn

Bei mehr Sicherheit für Ihr Haus kommt es nicht nur auf die richtigen Vorsorgemaßnahmen an. Wichtig ist ein guter Kontakt zu Ihren Nachbarn. Bieten Sie Hilfe an, damit Sie auch selbst damit rechnen können, dass Ihnen die Nachbarn helfen, wenn Sie nicht zu Hause sind. Bauen Sie ein Vertrauensverhältnis zu Ihren Nachbarn auf.

Setzen Sie sich mit Ihren Nachbarn zum Thema Einbruchschutz auseinander, um sie für dieses Thema zu sensibilisieren. Das ist vor allem bei einem Mietshaus wichtig, damit alle wachsam sind und niemanden Unerwünschten ins Haus lassen. Organisieren Sie eine gemeinsame polizeiliche Beratung.

Zylinder oder Code bei Schlüsselverlust wechseln

Haben Sie den Schlüssel zu Ihrem Haus verloren, sollten Sie schnellstmöglich den Zylinder wechseln lassen und gleich in ein sicheres, einbruchhemmendes Schloss investieren. Sie können sich auch für ein smartes Schloss entscheiden, das noch sicherer ist und für das Sie einen Code verwenden.

Umfangreichere Maßnahmen, die sich auszahlen

Verschiedene Maßnahmen sind zwar umfangreich und haben ihren Preis, doch zahlt sich eine solche Investition aus. Diese Maßnahmen sind häufig für Einbrecher erkennbar und haben eine abschreckende Wirkung.

Gute Überwachung mit Smart Home

Smart Home trägt wesentlich zu mehr Sicherheit im Haus bei und lässt sich in vielen Bereichen zu Hause verwirklichen. Sie können verschiedene Geräte mit Smart Home koppeln. Einige Produkte bieten zusätzliche Funktionen zum Einbruchschutz, indem sie auffällige Bewegungen auf das Smartphone melden oder automatisch die Polizei alarmieren.

Überwachungskameras sichtbar platzieren

Platzieren Sie Überwachungskameras sichtbar und verwenden Sie keine Attrappen. Bringen Sie die Kameras über Türen und Fenstern sowie im Eingangsbereich an. Diese Kameras dienen jedoch nur als Ergänzung zur Einbruchprävention.

Fenster und Türen mit gutem Schutz

Türen und Fenster sollten einbruchhemmend nach DIN EN 1627 genormt sein. Bei Türen sorgen Sie mit

  • zusätzlichen Schlössern wie Querbalkenriegeln
  • verstärkten Türblättern
  • sicheren Schlössern

für mehr Sicherheit.

Fenster schützen Sie zusätzlich mit abschließbaren Fenstergriffen und einem einbruchhemmenden Beschlag. Fachbetriebe können Beschläge von Kunststofffenstern mit Einhand-Dreh-Kipp-Beschlägen austauschen.

Smarte Schlösser nutzen

Smarte Schlösser, Smart Locks, ersetzen herkömmliche Schlüssel. Sie laufen nicht Gefahr, einen Schlüssel zu verlieren. Per App, Sprachsteuerung oder Smartwatch können Sie diese Schlösser von unterwegs bedienen.

Nutzen Sie Anwesenheitssimulationen

Mit Anwesenheitssimulationen entsteht der Eindruck, dass sich Personen in der Wohnung aufhalten. Für Anwesenheitssimulationen gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Licht Ein- und Ausschalten und Fernsehsimulationen per App nutzen
  • Geräusche simulieren, beispielsweise mit smarten Steckdosen und Zwischensteckern zur Steuerung des Radios
  • Mähroboter und Zeitschaltuhr für das Bewässerungssystem der Pflanzen nutzen.

Zusammenfassung

Für den wirksamen Einbruchschutz gibt es einfache Maßnahmen, beispielsweise das Leeren des Briefkastens und das Abschließen, auch wenn Sie nur kurzfristig abwesend sind. Es ist jedoch sinnvoll, in Smart Home und smarte Schlösser zu investieren, um mehr Schutz für das zu bekommen. Als Ergänzung können gut sichtbare Überwachungskameras dienen.

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