Fliesen legen Kosten: m²-Preise für dieses Vorhaben

Fliesen legen Kosten: m²-Preise für dieses Vorhaben

Sie gehören zu den beliebtesten Wand- und Bodenbelägen: Fliesen. Die Auswahl ist riesig, die Lebensdauer lang und sie haben zahlreiche weitere Vorteile. Doch nicht jeder Heimwerker traut es sich, selbst dabei Hand anzulegen. Gerade beim Thema Fliesenlegen beauftragen viele einen Profi. Handwerker geben ihre Preise zumeist pro Quadratmeter an – warum eigentlich? Und wie kommen diese Preise zustande? Die folgenden Zeilen geben einen Überblick.

Kosten: Diese Preisbereiche sind typisch

Aufgrund der individuellen Gegebenheit lässt sich für das Verlegen von Fliesen kein einheitlicher Preis pro Quadratmeter angeben. Aber es gibt Preisspannen, anhand denen Sie sich orientieren können. So kosten einfache Flächen, die mit Fliesen ohne Muster und mittels Kleber verlegt werden sollen, rund 30 Euro pro m².

Kompliziertere Muster, wie es beispielsweise Mosaike sind, erhöhen die Investition. Soll der Fliesenleger diese zudem noch im Mörtelbett verlegen, kostet der Auftrag schnell zwischen 35 und 60 Euro pro m².

Ist die Fläche nicht einfach, ist oft ein pauschaler Preis nicht mehr angebbar. Das gilt beispielsweise für Treppen. Sollen Stufen gefliest werden, arbeiten die meisten Fliesenleger nicht mehr mit einem Quadratmeterpreis. Dann wird der Stundenlohn veranschlagt und ein Pauschalpreis für den jeweiligen Auftrag vorgesehen.

Der Fliesenleger lässt auch Zusatzkosten in die Rechnung einfließen. Dazu gehört beispielsweise auch die Anfahrt. Acryl oder Silikon, Verfugungsmasse, Spachtelmaterial und Grundierung sind ebenfalls weitere Zusatzkosten, die den Quadratmeterpreis steigen lassen können.

Fliesen legen Kosten pro m²: Drei Beispielrechnungen

Wie hoch die Kosten für das Verlegen von Fliesen auf einer Fläche ist, hängt von individuellen Faktoren ab. Eine Küche kann beispielsweise im mittleren Preissegment liegen, wenn sie 55 Quadratmeter Fläche zum Fliesen bietet, alte Fliesen bereits entfernt sind, die Fliesen in ein Mörtelbett gelegt werden und schlichte Fliesen ohne aufwendiges Muster verwendet werden sollen. Der Endpreis würde sich in diesem Beispiel wie folgt ergeben:

Position / LeistungKosten
Spachteln und Grundierenca. 210 Euro
Fliesen und Verfugenca. 2.035 Euro
Silikonfugen spritzenca. 30 Euro
Kantenleisten anbringenca. 70 Euro
Kosten für Material (ohne Fliesen)ca. 250 Euro
Gesamtkostenca. 2.595 Euro

Die Summe von 2.595 Euro auf 55 Quadratmeter umgerechnet bedeutet, dass in diesem Fall ein Quadratmeterpreis von 47 Euro anfällt.

In einem anderen Beispiel sollen in einem Kellerraum auf gleichgroßer Fläche Bodenfliesen verlegt werden. Hier muss der Untergrund noch dafür vorbereitet werden. Die Fliesen haben eine mittlere Größe und kein besonderes Muster. Die Rechnung könnte hier wie folgt aussehen und einen Quadratmeterpreis von rund 50 Euro ergeben:

Position / LeistungKosten
Untergrund spachteln und grundierenca. 210 Euro
Fliesen und Verfugenca. 2.060 Euro
Zusatzarbeitenca. 185 Euro
Kantenleisten anbringenca. 110 Euro
Kosten für Material (ohne Fliesen)ca. 180 Euro
Gesamtkostenca. 2.745 Euro

In einem Bad hingegen sollen 55 Quadratmeter mit aufwendigen Fliesen an Wand und Boden versehen werden. Die Fliesen haben ein Diagonalmuster mit Dekorationsband. Sie sollen im Mörtelbett liegen. Auch wenn hier schon die alten Fliesen entfernt sind, wird in diesem Beispiel der Quadratmeterpreis steigen. Denn solch ein Auftrag ist zeitaufwendiger. In diesem Fall steigt der Quadratmeterpreis für den Auftrag auf 65 Euro:

Position / LeistungKosten
Spachteln und grundierenca. 210 Euro
Fliesen und Verfugenca. 3.025 Euro
Silikonfugen spritzenca. 30 Euro
Kantenleisten anbringenca. 70 Euro
Kosten für Material (ohne Fliesen)ca. 250 Euro
Gesamtkostenca. 3.585 Euro

Die Quadratmeterpreise unterscheiden sich jedoch auch regional. Lebt der Fliesenleger oder Auftraggeber in ländlichen Gebieten, kann der Auftrag deutlich weniger kosten als die gleiche Fläche in der Großstadt. Auch im Osten des Landes kostet diese Arbeit oft noch 10 bis 20 Prozent weniger.

So entsteht der Quadratmeterpreis für das Legen von Fliesen

Die wenigstens Fliesenleger veranschlagen ihre Leistung pro Zeitaufwand. Meist wird der Quadratmeter beim Fliesenlegen als Grundlage genommen. Dabei werden sowohl die Materialkosten als auch der veranschlagte Zeitaufwand miteinander verrechnet, um die Kosten pro Quadratmeter angeben zu können. Der Vorteil für den Auftraggeber ist, dass der Endpreis klar ist.

Jedoch gibt es einige Faktoren, von denen der Quadratmeterpreis für das Fliesenlegen abhängt. Denn Fläche ist nicht gleich Fläche, Fliesen sind nicht gleich Fliesen. So kann sich der Quadratmeterpreis erheblich unterscheiden, wenn andere Voraussetzungen gelten. Von diesen Fragen hängt die Kostenaufstellung ab:

  • Welche Fliesensorte soll verlegt werden?
  • Wie sollen die Fliesen verlegt werden (mit Mörtel oder Kleber)?
  • Wie groß ist die Fläche, die gefliest werden soll?
  • Welche Fläche soll gefliest werden: Wand oder Boden?
  • Ist der Grundriss typisch oder außergewöhnlich?
  • Ist die Fläche eben oder gerade?
  • Muss die Fläche vorher bearbeitet (zum Beispiel grundiert) werden?
  • Gehört das Entfernen alter Fliesen zum Auftrag?

Großformatige Fliesen sind schneller zu verlegen und auch einfacher anzubringen. Daher kostet ein Auftrag mit diesen Fliesen weniger. Kleine Fliesenformate bedeuten jedoch beispielsweise mehr Zeitaufwand. Wandfliesen sind anders als Bodenfliesen. Zudem stellt sich auch die Frage nach dem Muster. Für unifarbene Fliesen benötigt der Fliesenleger deutlich weniger Zeit als für gemusterte Varianten. Denn Letztere müssen oft zugeschnitten werden, was mehr Aufwand und auch Material durch mehr Abschnittreste bedeutet.

Aber auch die Fläche, auf der Sie Fliesen verlegen lassen wollen, beeinflusst den Endpreis. Sind komplizierte Vorarbeiten auf dem Untergrund nötig oder braucht es spezielle Handgriffe für außergewöhnliche Ecken und Kanten – der Preis steigt ebenso.

Anhand der Antworten schätzt der Handwerker ein, welchen Arbeitsaufwand er zugrunde legen muss und rechnet die Kosten dann auf den Quadratmeter um. So entsteht letztendlich ein individueller Quadratmeterpreis für das Verlegen von Fliesen.

Fliesen legen: Tipps, wie Sie Kosten sparen können

Je mehr Zeitaufwand der Auftrag umfasst, desto höher steigen die Kosten für das Verlegen von Fliesen. Wer hier den Arbeitsaufwand des Fliesenlegers verringert, kann mit einigen Tricks auch Geld sparen. Das gelingt vor allem bei den Nebenkosten. So mancher Handwerker traut es sich zu, die Vorbereitung des Untergrunds in Bad, Küche oder Keller selbst zu übernehmen. Auch alte Fliesen lassen sich meist leicht in Eigenleistung entfernen.

Abschließende Arbeiten nach dem Verlegen können ebenfalls selbst erledigt werden: beispielsweise das Verfugen oder die Abdichtung mit Silikon. Auch die Türblätter auf die passende Höhe zu hobeln, muss nicht unbedingt der Fliesenleger übernehmen. Zudem zeigen sich viele Handwerker kulant, stehen die Fliesen schon parat und müssen nicht noch transportiert werden. Verhandeln Sie in jedem Fall und fragen Sie nach, wo Kosteneinsparungen möglich sind.

Arbeitnehmer können die Arbeitskosten für das Verlegen von Fliesen im eigenen Zuhause steuerlich absetzen. Das betrifft jedoch nicht die Materialkosten. Die Rechnung muss per Überweisung beglichen werden. Wenn die Arbeitsentgelte separat im Beleg ausgewiesen sind, kann das Finanzamt dies auf die Steuerabgabe verrechnen.

Lassen Sie sich unbedingt ein schriftliches Angebot erstellen. Dadurch sind die Kosten deutlich besser abschätzbar. Eine Besichtigung ist hier eine wichtige Grundlage. Der Auftrag sollte so detailliert wie möglich abgesprochen werden.

Alternative: Lohnt es sich, selbst zu fliesen?

Wer es sich zutraut, kann Fliesen aber auch selbst verlegen. Dies ist bei einfachen Flächen mit entsprechender Erfahrung für so manchen Heimwerker kein Problem. Die Kostenersparnis ist dabei nicht zu übersehen, würden in den obigen Beispielen die gesamten Arbeitskosten entfallen.

Jedoch lohnt es sich dennoch in den meisten Fällen kaum, selbst Hand anzulegen. Denn bei komplizierten Aufträgen stoßen Heimwerker schnell an ihre Grenzen. Zudem sollte sich jeder selbst fragen, ob er bei hochwertigen Fliesen, die auch eine jahrzehntelange Haltbarkeit bieten, wirklich optische Mängel riskiert werden soll.

Bei manchen Fliesenarten beispielsweise aus Feinsteinzeug oder Naturstein braucht es zudem auch gesondertes Werkzeug zum Zuschneiden. Das erzeugt neue Kosten beispielsweise für die Leihgebühr. Zudem kosten Fliesen nicht selten 20 bis 30 Prozent mehr, wenn sie nicht direkt mit einem Auftrag im Fachhandel erworben werden. Daher sollte wirklich jeder genau abwägen, ob die vollständige Eigenleistung es wert ist.

Zusammenfassung:

Ob in Bad, Küche oder Keller – das Verlegen von Fliesen wird meist einem Profi überlassen. Der Fliesenleger berechnet seine Kosten pro Quadratmeter. Der Endpreis ist jedoch abhängig vom notwendigen Zeitaufwand. Daher fallen Faktoren wie Fliesenart, Verlegeart, Untergrundbeschaffenheit und Besonderheiten in die Rechnung mit hinein. Mit einigen Tipps können jedoch so manche Kosten gespart werden.

Artikelbild: Alex_eg / Bigstock.com

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