KfW-Kredit für Photovoltaik – was ist für den Förderkredit zu beachten?

KfW-Kredit für Photovoltaik – was ist für den Förderkredit zu beachten?

Bei der Errichtung eines neuen Hauses sind Photovoltaikanlagen vielfach bereits Standard und auch bei bestehenden Objekten werden Solaranlagen häufig nachgerüstet.

Als Bestandteil des Ziels der Bundesregierung, 2035 100 Prozent Ökostrom zu erreichen, werden die Anschaffungskosten durch günstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Welche Konditionen Sie bei dem KfW-Kredit für Photovoltaik erhalten und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie im Folgenden.

Wer darf einen KfW-Kredit für Photovoltaik beantragen?

Das Förderprogramm der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau steht unter anderem Privatpersonen, Freiberuflern, Unternehmen, Landwirten, Genossenschaften und weiteren Gruppen offen, die sich für die Stromerzeugung aus Sonnenenergie entscheiden. Dadurch kommt das zinsgünstige Darlehen für fast alle Photovoltaikanlagen infrage, die neu gebaut oder modernisiert werden sollen. Lediglich Bund, Bundesländer oder Kommunen können nicht von dem Programm profitieren.

Neben dem Förderprogramm für den Solarkredit können für Projekte mit Fokus auf Energieeffizienz, besonders bei dem Neubau eines Effizienzhauses, womöglich weitere Zuschüsse oder Darlehen beantragt werden. Prüfen Sie dazu andere Programme, um Ihre Kosten zu senken.

Welche Voraussetzungen muss eine Photovoltaikanlage für den Förderkredit erfüllen?

Förderfähig sind bei dem Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ für Solarstrom unter anderem Photovoltaikanlagen auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen sowie Stromspeicher. Ebenso wird die Wärmeerzeugung über eine PV-Anlage gefördert, die zum Beispiel bei niedriger Einspeisevergütung und hohem Eigenverbrauch interessant ist.

Einen Kredit erhalten Sie nicht nur für die Errichtung einer neuen PV-Anlage, sondern auch für die Erweiterung von bestehenden oder den Erwerb von gebrauchten Solaranlagen. Ein Batteriespeicher muss direkt mit der Solaranlage verbaut werden, um sich für den Zuschuss zu qualifizieren.

Voraussetzung für die Teilnahme am Förderprogramm ist, dass ein Teil des Stroms, der mit der PV-Anlage erzeugt wird, in das Stromnetz eingespeist oder verkauft wird. Ein Einspeisevertrag mit einer festgelegten Einspeisevergütung wird von der KfW nicht verlangt, um von dem Darlehen mit niedrigem Zinssatz zu profitieren. Ist hingegen ein vollständiger Eigenverbrauch des Solarstroms mit großem Batteriespeicher geplant, sind Sie nicht förderfähig für den Kredit für erneuerbare Energien nicht beantragt werden.

Welche Förderung gibt es für Photovoltaik bei der KfW?

Allgemeine Konditionen des Kredits

Die Konditionen des Solarkredits der KfW überzeugen vor allem durch hohe Summen und ein Darlehen über bis zu 100 % der Kosten, um das Abzahlen der Solaranlage deutlich zu vereinfachen. Dadurch ist auch die Konstruktionen von PV-Anlagen mit hoher Leistung und großem Kilowatt Peak (kWp) möglich. Dabei muss das Darlehen nicht in voller Höhe abgerufen werden, sondern die Auszahlung kann auch in Teilbeträgen erfolgen. Wird der Kredit erst später beansprucht, wird eine Bereitstellungsprovision von 0,15 % pro Monat nach 6 Monaten ab Zusage berechnet.

Eckdaten des Förderkredits Erneuerbare Energien Standard – 270 (Stand März 2022):

  • Maximale Summe von bis zu 50 Millionen Euro
  • Bis zu 100 % der Kosten förderfähig
  • Kredit muss nicht komplett abgerufen werden
  • Bereitstellungsprovision 0,15 % pro Monat nach 6 Monaten

Welche Zinssätze bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau für PV-Anlagen an?

Der Jahreszins, der für den Kredit der KfW gezahlt werden muss, hängt von der Bonität des Antragstellers ab. Deshalb wird vielfach empfohlen, das Darlehen mit Eigenmitteln zu beantragen, um den Zinssatz zu senken. Darüber hinaus werden die Zinsen von der Laufzeit, den tilgungsfreien Anlaufjahren oder der Zinsbindung beeinflusst.

Wenn Sie sich für eine lange Zinsbindung entscheiden möchten, können Sie bis zu 20 Jahre die aktuellen Zinsen behalten. Dazu hat die KfW eine umfangreiche Konditionenübersicht veröffentlicht, mit der Sie entscheiden können, welches Modell für Ihre Photovoltaikanlage am besten geeignet ist.

Aktuell wird das Förderprogramm 270 für erneuerbare Energien ab einem effektiven Jahreszins von 1,28 Prozent vergeben. Dieser Zinssatz kann sich allerdings jederzeit ändern, sodass Sie die aktuellen Zinsen auf der Webseite der Kreditanstalt für Wiederaufbau vor einem Antrag überprüfen sollten. Außerdem sollten Sie mit einem Kreditinstitut, wofür bei den KfW-Krediten zum Beispiel die Umweltbank oder SWK infrage kommen, die genauen Konditionen klären.

Für Zuschüsse zur Errichtung oder Modernisierung einer Photovoltaikanlage ist der Förderkredit 270 für erneuerbare Energien nicht geeignet. Mit diesem Programm erhalten Sie lediglich ein Darlehen mit niedrigen Zinssätzen, das vollständig zurückgezahlt werden muss.

Wann muss der KfW-Kredit für die Solaranlage zurückgezahlt werden?

Die Mindestlaufzeit bei dem Solarkredit der KfW beträgt zwei Jahre und darf bei einer Beantragung des Darlehens nicht unterschritten werden. In der erwähnten Konditionenübersicht des Förderprogramms reichen die Laufzeiten aktuell von 5 bis 30 Jahren. Dabei sind maximal 5 tilgungsfreie Anlaufjahre möglich, in denen Sie nur die Zinsen zahlen müssen.

Welcher Zeitraum für die Rückzahlung am besten ist, sollten Sie mit Ihrem Kreditinstitut vor der Beantragung des Darlehens besprechen. Zudem bietet die KfW einen Tilgungsrechner an, mit dem Sie überprüfen können, welche Raten bei dem Wunschbetrag für Ihre Solaranlage monatlich anfallen und wie sich die Anzahl der Anlaufjahre auf den Rückzahlungszeitraum auswirkt.

Bei vorzeitiger Rückzahlung oder außerplanmäßigen Tilgungen des Darlehens ist es möglich, dass von Ihrer Kreditbank im Rahmen des Kreditvertrags eine Vorfälligkeitsentschädigung gefordert wird.

Wie beantragt man die Förderung?

Der Antrag für die Fördermittel muss bei der KfW gestellt werden, bevor das Bauprojekt oder der Kauf begonnen wurde. Zur Vorbereitung für das Darlehen können Sie zuerst den Förderassistenten der KFW nutzen, bei dem Sie Ihr Vorhaben bereits ausführlich planen können. Die Beantragung des Förderkredits für Solarstrom übernimmt ein Finanzpartner, zum Beispiel Ihre Hausbank, für Sie. Dabei klären Sie mit dem Finanzinstitut Bonität, Laufzeiten, Kreditsummen, Zinssätze und mögliche Sicherheiten für das Vorhaben.

Es gibt Kreditinstitute, die sich auf Kreditverträge für erneuerbare Energien spezialisiert haben. Dazu gehört zum Beispiel die Umweltbank, die Deutsche Kreditbank (DKB) oder die Bank SWK.

Was sind die Nachteile eines KfW-Kredits?

Nachteile hat das zinsgünstige Darlehen der KfW kaum, denn durch die Förderung des Bundes werden die Mittel für das Programm deutlich subventioniert. Dadurch ist ein niedriger effektiver Jahreszinssatz möglich, der bei den hohen Anschaffungskosten der PV-Anlage langfristig viel Geld spart.

Ein potenzieller Nachteil des KfW-Kredits sind jedoch die Anforderungen, die erfüllt sein müssen, um sich für das Darlehen zu qualifizieren. Werden diese nicht eingehalten, wird das Darlehen verwehrt. Der Kredit für Solaranlagen stellt allerdings nur wenige Anforderungen, sodass sich fast alle Personen oder Unternehmen für den Bau, die Erweiterung oder die Modernisierung einer Photovoltaikanlage qualifizieren.

Wie groß sollte die eigene PV-Anlage sein?

Bei der Erwägung, in welcher Preisklasse sich die Errichtung einer Photovoltaikanlage lohnt, müssen viele Faktoren beachtet werden. Dazu gehört zum Beispiel der Preis für die Einspeisung in das Stromnetz, den Sie erhalten, oder der Eigenverbrauch. Außerdem gibt es Unterschiede, ob die PV-Anlage bereits bei dem Bau eines Effizienzhauses miterrichtet oder erst später nachgerüstet wird, um die Energieeffizienz bei einer bestehenden Immobilie zu verbessern.

Kalkulieren Sie bei den Photovoltaik-Kosten so, dass das Budget nicht überlastet wird und die Höchstleistung der Anlage, in Kilowatt Peak (kWp) ausgedrückt, zu Ihrem Haushalt passt.

Zusammenfassung

Um das ehrgeizige Klimaziel der Bundesregierung zu erreichen, steht der Kredit der KfW für Photovoltaikanlagen Privatpersonen, Freiberuflern, Landwirten, Unternehmen und anderen Personenkreisen offen. Durch die Förderung des Darlehens, das über Ihre Hausbank abgewickelt wird, profitieren Sie von sehr günstigen Zinssätzen für die Finanzierung Ihrer Solaranlage.


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