Multitalent Akkubohrschrauber: Der umfassende Ratgeber über die wichtigsten Werkzeuge und Aufsätze

Multitalent Akkubohrschrauber: Der umfassende Ratgeber über die wichtigsten Werkzeuge und Aufsätze

Der „Akkubohrer“ gehört typischerweise zu den ersten (Elektro-) Werkzeugen, die sich Menschen zulegen, die künftig Selbermacher sein möchten. Allerdings benutzen viele dieses extrem vielfältige Gerät weniger umfassend als es möglich wäre. Denn durch das meist stufenlos verstellbare Bohrfutter sowie einstellbare Drehzahlen ist hier viel möglich. Dadurch wird der Akkubohrschrauber zu einem echten Multitalent, das so viel mehr kann als nur Löcher bohren. Lesen Sie jetzt alles über die vielfältigen Möglichkeiten.

1. Akkubohrer, Akkubohrschrauber, Akkuschlagbohrschrauber? Etwas Begriffskunde

Wahrscheinlich wissen Sie selbst ohne Bild, von welchem Werkzeug wir hier sprechen. Dennoch wird es, sowohl von Laien als auch Profis, häufig mit Bezeichnungen belegt, die falsch-synonym genutzt werden. Folgendermaßen ist es ganz korrekt:

  • Akkuschrauber: Die elektrische Variante des Schraubendrehers (übrigens nicht „Schraubenziehers“). Er zeichnet sich dadurch aus, nur eine feste Sechskant-Aufnahme für Bits zu besitzen, ist meist zudem nicht weiter verstellbar.
  • Akkubohrer: Er existiert prinzipiell nur in der Theorie, da es bei Bohrern keine ähnlich gleichartige, normierte Verbindung gibt, wie bei den Schraub-Bits. Ein Akkubohrer muss deshalb immer ein verstellbares Bohrfutter besitzen, wodurch er automatisch ebenso Bits und andere Werkzeuge aufnehmen kann.
  • Akkubohrschrauber: Die technisch korrekte Bezeichnung. Also ein Werkzeug, das sowohl zum Schrauben als auch Bohren (und noch mehr) vorgesehen ist und dafür zwischen Bohrfutter und Drehzahl (und meist Auslösedrehmoment) auf verschiedene Weisen einstellbar ist.
  • Akkuschlagbohrschrauber: Ein Akkubohrschrauber, der zusätzlich über ein integriertes Schlagwerk verfügt. Das ist äußerst wichtig, um harte Materialien wie etwa Beton und viele Steine durchbohren zu können.
  • Akkuschlagschrauber: Ein Akkuschrauber, der ein (anders aufgebautes und wirkendes) sehr starkes Schlagwerk besitzt; ferner kann er meist nur Nüsse aufnehmen, keine Bits. Dadurch ist er speziell für größere, fest angezogene Maschinenschrauben vorgesehen – etwa beim Radwechsel am Auto.
  • Akkubohrhammer: Eine völlig andere Werkzeugkategorie. Hier gibt es oft keine Drehbewegung, sondern nur ein Schlagwerk und zudem eine normierte SDS-Schnellaufnahme (manche Schlagbohrschrauber nutzen diese ebenfalls). Dieses Werkzeug ist eher zum großflächigen Zertrümmern und Abtragen gedacht. Beispielsweise, um Putz von einer Wand zu entfernen oder einen Durchgang durch eine gemauerte Wand zu stemmen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist es in Ordnung, wenn Sie etwas unspezifisch von einem Akkubohrer sprechen, selbst wenn Sie eigentlich einen Akku(schlag)bohrschrauber meinen. Dieser Begriff wird selbst von Profis überaus häufig verwendet und ist deshalb allgemein verständlich.

In diesem Artikel sprechen wir ausschließlich über Werkzeuge für Akkubohr- und Akkuschlagbohrschrauber – und schreiben zur Vereinfachung Akkubohrer, wo keine präziseren Begriffe benötigt werden.

Das wichtigste elektrische Multitool des Heimwerkers. Wenn Sie die Wahl haben und nicht nur in Sachen Werkzeugen, sondern überdies Materialien maximale Flexibilität genießen möchten, sollten sie übrigens über einen Akkuschlagbohrschrauber nachdenken. Durch das Schlagwerk ist er zwar weniger kompakt (= etwas größere Baulänge), kann dafür aber eben Beton und Stein durchbohren.

Das Schlagwerk eines Akkuschlagbohrschraubers darf nur beim Bohren in Beton und Stein und mit dazu passenden Bohrern genutzt werden. In allen anderen Konstellationen können Schäden am Material oder an den Werkzeugen auftreten.

2. Das Thema Bohren und Bohrer

In diesem Artikel wollen wir Ihnen darlegen, wie extrem vielfältig der Akkubohrer ist. Bohren ist dabei seine wichtigste Aufgabe. Deshalb beginnen wir unsere Reise durch die Vielfalt der möglichen Werkzeuge damit.

Spiralbohrer

Der Spiralbohrer ist das, was Sie wahrscheinlich vor dem inneren Auge haben, wenn Sie an einen Bohrer denken. Also ein spiralförmig gewundenes Werkzeug, das vorne je nach zu bearbeitendem Material speziell angeschliffen ist. Die Wendeln transportieren Bohrklein aus dem Loch heraus. Hierzu existieren spezielle Bohrer für:

  • Holz,
  • Metall,
  • Stein bzw. Beton sowie
  • Glas und glasierte Oberflächen.

Ferner können Sie mit den erstgenannten beiden Bohrern zudem Kunststoffe, Sandwich-Werkstoffe und dergleichen durchbohren. Wichtige Merkmale des Spiralbohrers:

  • Gut für höhere Drehzahlen und selbst sehr tiefe Löcher geeignet (beachten Sie die maximale Leistungsfähigkeit ihres Akkubohrers für verschiedene Materialien und Bohrlochdurchmesser).
  • Mittelmäßige seitliche Führung, Grat an der Austrittsseite nur schwer zu vermeiden.
  • Kann keine nichtpenetrierenden Löcher („Sacklöcher“) mit planem Boden bohren, sondern hinterlässt unten eine konkave Vertiefung.
  • Kann keine angeschnittenen Teilbohrungen am Werkstoffrand bohren, da er durch die Konstruktion zum Wandern neigt.
  • Ist hinsichtlich des Bohrlochdurchmessers auf 10 bis 15 Millimeter limitiert. Bei großen Durchmessern ist zudem der Schaft kleiner, da die meisten Akkubohrer nicht mehr als 10 bis 13 Millimeter aufnehmen können.

Weiter ist es zwar möglich, stumpf gewordene Bohrer wieder nachzuschärfen. Das jedoch benötigt viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl, da Winkel sehr exakt eingehalten werden müssen.

Tipp: Spiralbohrer können und sollten Sie in Sets mit verschiedenen Durchmessern erwerben, meist getrennt für die jeweiligen Materialien. Derartige Sets gehören zur Basisausstattung einer guten Heimwerkstatt.

Forstnerbohrer

Der Forstnerbohrer (und seine Abwandlung, der Kunstbohrer) ist ausschließlich zur Holzbearbeitung, ferner der von Kunststoff, gedacht. Hier vor allem, um die erwähnten Sacklöcher anzufertigen – wenngleich er natürlich ebenso vollständig penetrierende Bohrungen beherrscht.

Sein Vorteil ist der große mögliche Durchmesser. Da der eigentliche Bohrer hinsichtlich des Durchmessers vom Schaft getrennt ist, können Sie damit Löcher erzeugen, die einen deutlich größeren Durchmesser als das maximale Maß Ihres Bohrfutters aufweisen – Forstnerbohrer gibt es bis zu zirka 150 Millimeter. Weitere Fakten:

  • Kann sowohl vollflächige als auch angeschnittene Bohrlöcher am Rand erzeugen.
  • Transportiert das Bohrklein weniger gut aus dem Loch heraus.
  • Ist konstruktiv meist nicht für besonders tiefe Löcher ausgelegt (Schaftlänge).
  • Gute Seitenführung und geringe Gratbildung an der Austrittseite, dadurch sehr präzise Löcher.

Forstnerbohrer werden typischerweise einzeln verkauft, da sie ein gutes Stück teurer herzustellen sind als Spiralbohrer.

Lochsägen und Bohrkronen

Insbesondere, was penetrierende Löcher anbelangt, limitieren Forstnerbohrer häufig. Außerdem gibt es Projekte, bei denen vielleicht gar nicht das Loch Ihr Ziel ist, sondern eher eine kreisrunde Scheibe oder ein ebensolcher Zylinder. Hierfür stehen Lochsägen und Bohrkronen. Ihre Fakten:

  • Nur für größere Bohrlöcher jenseits der 10 Millimeter verfügbar.
  • Es wird nicht das gesamte Bohrloch geräumt, sondern bis zum Austreten auf der Gegenseite ein Ringspalt gesägt, geschnitten oder geschliffen.
  • Es verbleibt daher ein fester Zylinder statt des Bohrkleins und sind nur penetrierende Bohrungen möglich, keine Sacklöcher.
  • Lochsägen existieren in mehreren Bauarten für verschiedene Materialien. Für Holz und ähnlich weiche Materialien gibt es hingegen den sogenannten Sägekranz. Er verfügt über austauschbare Lochsägeblätterunterschiedlicher Durchmesser. Dann können mit einem Grundträger verschiedene Lochdurchmesser realisiert werden.
  • Bohrkronen existieren nur in Varianten mit festem Durchmesser. Sie sägen nicht, sondern besitzen sehr harte Zahnaufsätze (etwa Diamant-Segment mit eingeschlossenen Diamantkorneinschlüssen), die schleifen oder schneiden; nicht sägen. Ihre Lebensdauer ist dadurch extrem lang, da selbst bei häufigem Gebrauch über Jahre keine nennenswerte Abstumpfung Ihr Einsatzgebiet fokussiert sich auf härtere Materialien.

Typischerweise erlauben Lochsägen und Bohrkronen je nach Konstruktion Löcher mit eher geringen Tiefen. Bei Lochsägen sind es bis zu zirka 50 Millimeter, bei Bohrkronen etwa 90. Nur im Profibereich (zu entsprechenden Preisen) finden sich Werkzeuge, die auf diese Weise deutlich tiefer bohren können.

Flachbohrer

Dieser Bohrer, eigentlich korrekt „Flachfräsbohrer“ genannt, zeichnet sich durch seine flache Bauweise aus. Er gehört zu den ältesten Bohrern, seine Form resultiert aus der extrem simplen Herstellbarkeit – deutlich einfacher als Spiral- und sonstige Bohrer.

  • Nur für Holz und ähnliche Materialien geeignet.
  • Schlechte Seitenführung und hohe Neigung zur Gratbildung bzw. Ausrissen.
  • Simples Nachschärfen durch die geraden Schneiden.
  • Für verschiedene Durchmesser bis etwa 25 Millimeter erhältlich.
  • Ist sehr günstig in der Anschaffung.

Fräsbohrer

Fräsbohrer sind eher eine ganze Bohrergattung, statt eines speziellen Werkzeugs. Bei ihnen ist meist das lineare Niederbringen einer Bohrung nur ein netter Nebeneffekt. Sie sind eher dazu gedacht, in verschiedenen Materialien eine seitlich fräsende Materialabtragung zu erzielen – beispielsweise zum Herstellen von Langlöchern.

Da Fräsbohrer jedoch eine feste Werkzeugführung benötigen, lassen sie sich im händisch gehaltenen Akkubohrer nicht sehr präzise einsetzen, müssen aber der Vollständigkeit halber genannt werden.

Stufenbohrer

Stufenbohrer ähneln der Form nach einer kegelförmigen Pyramide. Sie sind primär für Metallbleche gedacht. Dafür jedoch bekommen Sie mit einem Werkzeug gleich mehrere Bohrer. Jede Stufe hat einen bestimmten Durchmesser. Dadurch können Sie Blechbohrungen recht einfach auf das benötigte Maß bringen – benötigen allerdings auf der Austrittseite entsprechenden Freiraum für die Ebenen mit geringerem Durchmesser.

Durch die Konstruktion sind diese Bohrer sehr gut darin, besonders präzise Löcher fast ohne Grate zu bohren.

Von „Bit“ spricht man korrekt immer dann, wenn das Werkzeug für Schrauben mit innerer Werkzeugaufnahme gedacht ist – etwa Kreuzschrauben. Aufsätze für Schrauben mit äußerer Aufnahme dagegen werden als „Nuss“ bezeichnet. In der Praxis allerdings unterscheiden selbst Profis selten so präzise. Ganz korrekt spricht man sogar nur bis 50 mm von Bits und darüber „Klingen“.

Allerdings müssen Sie immer auf konventionelle Art vorbohren, damit der Stufenbohrer einen Ansatz hat. Dafür hat der Stufenbohrer einen Vorteil: Ungleich zu vielen Metall-Spiralbohrern genügt hier das Vorbohren mit einem Durchmesser. Den Rest erledigt der Stufenbohrer von selbst.

3. Das Thema Schrauben, Bits und Nüsse

Der Akkubohrer kann nicht nur bohren, sondern überdies schrauben. Damit wären wir bei Schrauben, Muttern sowie den Bits und Nüssen zu deren Antrieb angelangt.

Beim Schrauben sollten Sie am Akkubohrer (falls vorhanden) immer den Drehmoment-Verstellring nutzen und entsprechend justieren. In der Bohrstellung kann das Drehmoment zu groß sein, wodurch Material, Schrauben, Bits, Nüsse oder Akkubohrer Schaden nehmen können.

Kreuzschrauben

Kreuzschrauben und -bits gehören in Deutschland zu den meistverwendeten Vorgehensweisen überhaupt, insbesondere als selbstschneidende (im Gegensatz zum Maschinengewinde, das mit einem Gewindeschneider ins Material geschnitten werden muss) für Holz und ähnliche Materialien. Das liegt an einigen speziellen Merkmalen:

  • Bit rutscht durch die konische Spitze leicht in die Schraube.
  • Leicht schräges Schrauben möglich.
  • Bit drückt sich bei größerem Drehmoment aus Schraube heraus – deshalb muss immer über den Akkubohrer linearer Druck ausgeübt werden, weil ein Durchdrehen die Bit-Flügel und das Schrauben-Innenprofil beschädigt.

Jedoch ist Kreuzschlitz nicht gleich Kreuzschlitz: Zuerst existierte hier der sogenannte Phillips-Recess (abgekürzt PH). Später allerdings wurde die verbesserte Pozidriv-Form (PZ) entwickelt, die ein größeres Anzugsdrehmoment gestattet. Beide existieren bis heute parallel, unterscheiden sich aber im Detail. Phillips-Bits können (notfalls!) in Pozidriv-Schrauben genutzt werden, umgekehrt funktioniert es jedoch nicht.

Schrauben und Bits werden mit der jeweiligen Abkürzung und einer Ziffer für die Größe markiert. Achten Sie darauf, nur zueinander passende zu verwenden. Andernfalls können entweder die Bits oder Schraubenköpfe beschädigt werden – bei letzterem wird es dann eventuell äußerst schwierig, die Schraube wieder herauszudrehen.

Innensechskant bzw. Inbus

Innensechskantschrauben und -bits werden vornehmlich für den Metallbereich und mit Maschinengewinde genutzt – es gibt praktisch kaum Holzschrauben mit Innensechskant. Sie werden gern verwendet, weil der Schraubenkopf sehr kompakt gehalten werden kann und außen abgerundet ist.

Außensechskant

Der Außensechskant wird bei Schrauben und Muttern genutzt. Er existiert zudem im Holz- und Metallbereich als selbstschneidende Version (meist bei größeren Schrauben), ebenso jedoch als Variante mit Maschinengewinde. Sein großer Vorteil beim Akkubohrer: Mit speziellen Adaptern können Sie die mit Vierkant-Aufnahme versehenen Nüsse eines ¼-Zoll Knarrenkastens verwenden, benötigen also keine dedizierten Außensechskant-Nüsse.

Innen- und Außentorx sowie Torx-TR

Torx ist, was die heutige breite Verwendung (nicht die technische Herkunft) anbelangt, sozusagen die Evolution von Kreuzschlitz. Dabei handelt es sich um eine sechszackige Sternform, bei der die Flanken im Vergleich zum normalen Sechskant abgerundet sind. Das reduziert die Neigung zum „Abdrehen“ ganz beträchtlich und hat zudem weitere Vorteile. Dementsprechend halten Torx-Schrauben und -Werkzeuge bei ordentlicher Behandlung deutlich länger – ursprünglich wurde dieses Profil für Montageroboter entwickelt. Weitere Fakten:

  • Kann durch die Sternform und das flache Ende sehr große Drehmomente übertragen.
  • Im Gegensatz zu Kreuzschlitz muss kein axialer Druck auf den Akkubohrer ausgeübt werden, um ein Herausrutschen zu verhindern. Jedoch ist es deutlich leichter, Schraubenköpfe abzureißen.
  • Hält durch die Formgebung besser auf (hochwertigen, gefrästen) Bits und Nüssen, selbst ohne Magnetisierung.
  • Lange Zeit eher schlecht erhältlich, heute jedoch in praktisch jedem Baumarkt als Schraube, Bit- und Nuss-Satz standardmäßig zu finden.
  • Sowohl als selbstschneidende als auch Maschinengewinde-Version erhältlich.
  • Als Torx-TR in einer Version mit Stift bzw. Loch in der Mitte versehen. Dies sorgt für einen gewissen Diebstahlschutz – viele Bits sind allerdings heute standardmäßig so geformt.

Viele Heimwerker schwören mittlerweile auf Torx und nutzen insbesondere im Bereich von selbstschneidenden Schrauben gar keine Kreuzform mehr. Allerdings ist das durchaus eine kleine Geschmacksfrage – Kreuzschlitz hat definitiv weiterhin seine Verbreitung und Anwendungsgebiete, wenngleich er in streng technischer Hinsicht Torx unterlegen ist.

Schlitz

Mit der Schlitzschraube endet die Liste derjenigen Bauformen, die sich in einem typischen Bit-Satz befinden und deshalb für Sie als Selbermacher von größter Bedeutung sind – wenngleich es noch wirklich sehr viel mehr Bauformen gibt.

Schlitzschrauben und -bits waren aufgrund der simplen Formgebung die ersten Schraubenkopfantriebe. Heute allerdings sind sie eine Seltenheit, die oft nur noch wegen ihres traditionellen Aussehens genutzt wird. Das liegt an den technischen Tatsachen:

  • Insbesondere bei Linsen- und Rundkopfschrauben große Gefahr des Ausreißens, da das größte Drehmoment dort anliegt, wo der Schraubenkopf am flachsten ist.
  • Bit wird nicht im Schraubenkopf zentriert, sondern rutscht sehr leicht nach den Seiten heraus – besonders schwierig beim Nutzen des Akkubohrers.
  • Nur zwei Ansatzpositionen möglich. Dadurch kompliziertes Ansetzen.

Wenn Sie Schlitzschrauben mit dem Akkubohrer nutzen wollen, sollten Sie deshalb grundsätzlich vorbohren, selbst wenn es angesichts von Schraube und Material nicht nötig wäre. Unbedingt sollten sie auf eine sehr genaue, spielfreie Passform des Bits im Schlitz achten und zudem eine ausreichende Breite. Überdies sollten Sie mit sehr niedriger Drehzahl vorgehen, um ein Herausrutschen des Bits und ein Beschädigen des Schraubenschlitzes zu vermeiden.

4. Das Thema Schleifen und Bürsten

Mit Bohren und Schrauben sind nur die Primärnutzungen des Akkubohrers aufgelistet. Jetzt erfahren Sie jedoch mehr über die zusätzlichen Werkzeuge, die dieses Gerät zu einem solchen Multitalent machen.

Schleifteller mit Klett

Egal ob Sie Holz glätten oder Farbe abschleifen müssen: Mit einer maschinell angetriebenen Schleifscheibe geht das deutlich kraftsparender als per Hand. Dafür gibt es Schleifteller, die einfach ins Bohrfutter gespannt werden. Sie besitzen vorn die „raue Seite“ eines Klettverschlusses. Damit können Sie diejenigen runden Schleif- und Polierscheiben aufnehmen, die konstruktiv eigentlich für den Einsatz mit Exzenterschleifen gedacht sind.

  • Aufsätze vornehmlich für 115- und 125-Millimeter-Scheiben erhältlich.
  • Meist keine Absaugung möglich, daher größere Staubbelastung.
  • Schleifscheibe wandert leichter aus, daher etwas Übung erforderlich.
  • Sehr gut im Zusammenspiel mit der variablen Bohrmaschinendrehzahl.
  • Schleifscheiben in verschiedensten Körnungen für unterschiedlichste Materialien erhältlich.

Tipp: Tasten Sie sich mit niedriger Drehzahl heran und halten sie die Maschine genau senkrecht zur Werkstückoberfläche. Anfangs werden Schleifteller und Akkubohrer noch etwas „tanzen“, haben Sie jedoch einmal das Prinzip verinnerlicht, ist es wie beim Fahrradfahren.

Bürsten Metall und Kunststoff

Für einige Aufgaben sind Schleifscheiben ungeeignet. Beispielsweise, weil Sie keine große, weitgehend plane Werkstückoberfläche bearbeiten können. Für solche und ähnliche Fälle gibt es Bürstenaufsätze:

  • Sowohl als Walzenbürste (bürstet radial entlang des Werkzeugumfangs) als auch Topfbürste (bürstet axial zum Akkubohrer) erhältlich.
  • Existiert für Akkubohrer vornehmlich aus Stahl- und Messingdraht sowie Kunststofffäden – je nach Werkstückhärte.

Ähnlich wie beim Schleifteller müssen sie diese Bürsten erst etwas kontrollieren lernen. Dann jedoch können Sie selbst große Flächen beispielsweise rasch von Farbe oder Verschmutzungen befreien. Übrigens sind weiche Topfbürsten großartig, um Grillroste zu reinigen.

Schleifzylinder

Schleifzylinder steht hier stellvertretend für diverse Schleifmittel in unterschiedlichen geometrischen Formen. Sie sind mit einer Achse zur Aufnahme im Bohrfutter versehen und ermöglichen dadurch und durch ihre Formgebung, verschiedenste schleifende Arbeiten – meistens zur Formgebung.

Übrigens gibt es hierbei zwar spezielle Schleifzylinder für Bohrmaschinen. Viele Akkubohrer können jedoch das Bohrfutter so eng einstellen, dass es die deutlich kleineren Aufnahmeachsen von Schleifzylindern für Multifunktionswerkzeuge („Dremel“) greifen kann. Dies gilt ebenso für die meisten anderen Rotationswerkzeuge, die eigentlich für diese besonderen Elektrowerkzeuge gestaltet wurden.

5. Das Thema Sonderaufsätze und Alternativverwendungen

Damit wäre die primäre Liste von Werkzeugen abgehakt. Allerdings haben viele findige Selbermacher und nicht zuletzt verschiedenste Hersteller längst erkannt, was durch die stufenlose Bohrfutteraufnahme und die einstellbare Drehgeschwindigkeit und -richtung möglich ist.

Im Folgenden finden Sie deshalb beiderlei: Sowohl fertig erhältliche Sonderaufsätze als auch Tipps für alternative Nutzungen Ihres Akkubohrers – letzteres natürlich auf Ihre eigene Verantwortung.

  • Pumpaufsätze, mit denen verschiedene Flüssigkeiten bewegt werden können.
  • Spanndorne, um für Winkelschleifer gedachte Scheiben aufzunehmen.
  • Nutzung mit Innengewindeschneidern – unbedingt in niedrigster Drehzahl!
  • Winkelaufsätze und flexible Wellen, um dort arbeiten zu können, wo der Körper des Akkubohrers zu sperrig
  • Fettpressen sowie Pressen zur Nutzung anderer Kartuschen (beispielsweise Silikon).
  • Gummischeiben, um besonders hartnäckige Kleberrückstände (insbesondere auf Lack) nach Art des Radiergummis zu entfernen.
  • Vorsatzgeräte für die Nutzung von Blindnieten („Poppnieten“).
  • Aufnahmen für Angelschnurspulen, um Angelschnüre (sowie andere Schnüre und Drähte) leicht aufwickeln zu können.
  • Verdrallen mehrerer Drähte, deren anderes Ende in einem Schraubstock eingespannt ist.
  • Einspannen von (nicht zu langen) Schrauben und Gewindestäben, um diese mit einer darangehaltenen Metallsäge abzulängen. Diesbezüglich raten wir jedoch dringend davon ab, Ihren Akkubohrer in ähnlicher Weise als „Ersatz-Drehbank“ zu verwenden.
  • Aufsätze zum Rühren von Farben und Vermengen anderer (dick-) flüssiger Gemische.
  • Nutzen sehr feiner Schleifzylinder mit großem Durchmesser, um damit Messer, Stechbeitel und ähnliche Klingen wieder nachzuschärfen.
  • Nutzung als Antrieb für (zu kurbelnde) Wagenheber.
  • Einsatz sehr weicher Polierscheiben, um damit Schuhe und andere Lederprodukte wieder auf Hochglanz zu bringen.

Tatsächlich existieren im Netz sogar spezielle Mixer, die gezielt zum Anbinden an einen Akkubohrer konstruiert wurden. Ob Sie Ihr Elektrowerkzeug allerdings auf diese Weise als Küchengerät gebrauchen möchten, hängt von Ihnen ab.

Zusammenfassung

Der Akkubohrschrauber kann Werkzeuge bis ungefähr 13 mm Durchmesser stufenlos aufnehmen, kann diese in ebenso stufenlosen Geschwindigkeiten in beide Richtungen drehen und hat bei vielen Modellen sogar ein voreinstellbares Auslösedrehmoment. Dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass dieses Werkzeug nahezu Unglaubliches leisten kann. Denn vom simplen Aufbau eines Hockers aus dem Möbelhaus bis zum Fräsen regelrechter Kunstwerke ist (fast) alles möglich. Aus diesem Grund gehört ein hochwertiger Akkubohrschrauber zu den absoluten Pflichtkäufen eines jeden Hausbesitzers und sollte sogar als erstes Werkzeug beschafft werden.

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