PVR & PVR ready? Wir klären Bedeutung, Unterschiede & Wissenwertes

PVR & PVR ready? Wir klären Bedeutung, Unterschiede & Wissenwertes

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen neuen Fernseher, Receiver und Co zuzulegen, stößt unweigerlich auf die Abkürzung „PVR“. Bei manchen Geräten werben die Hersteller heutzutage auch mit der Bezeichnung „PVR ready“. Doch was steckt dahinter? Und was unterscheidet diesen beiden technischen Errungenschaften? Die folgenden Zeilen ersparen den Blick ins Lexikon und erklären alles Wichtige rund um PVR.

PVR: Bedeutung, Vor- und Nachteile

Ob Smart-TV oder Receiver – die Bezeichnung PVR ist allgegenwärtig. Bei Geräten neueren Baujahres ist sie inzwischen standardisiert im Kleingedruckten zu finden. Dahinter versteckt sich jedoch eine deutlich ältere Erfindung: der Videorekorder. PVR ist laut Lexikon lediglich die Abkürzung für die englische Bezeichnung „Personal Video Recorder“. Dahinter verbirgt sich ein digitaler Rekorder, der in den Geräten vorhanden ist, der Fernsehsendungen und Co speichert.

Wer kennt nicht noch die gute alte Videokassette, auf die der Lieblingsfilm aufgenommen wurde? Dieses Speichermedium ist längst aus den Haushalten verschwunden. Stattdessen wird heutzutage auf Festplatte und USB-Stick aufgezeichnet. Geräte mit der Bezeichnung PVR haben diese Aufnahmefunktion und den Speicherplatz integriert. Bei ihnen muss nicht immer nur manuell der Aufnahmeknopf gedrückt werden. Auch Programmierungen, die Auswahl aus der digitalen Programmzeitschrift und automatische Sendungserfassung anhand von Schlüsselwörtern gehören zum persönlichen Videorekorder inzwischen dazu.

Ein weiteres Feature ermöglicht PVR: Timeshift! Das ist zeitversetztes Fernsehen. Mit der Fernbedienung kann der aktuelle Film bequem pausieren, wenn das Telefon einmal klingelt oder der Toilettengang nicht länger aufschiebbar ist. Durch die Aufnahme kann der Film zu einem späteren Zeitpunkt abgespielt werden. Aber auch vor- und zurückspulen ist damit möglich. Während Programme pausieren, werden sie im Hintergrund durch den persönlichen Videorekorder weiter aufgezeichnet. Je nach Ausstattung der technischen Geräte können auch verschiedene Sendungen gleichzeitig aufgezeichnet und abgespielt werden.

Die Vorteile von PVR

Ein Vorteil liegt gegenüber dem alten Videorekorder oder dem weitverbreiteten DVD-Rekorder auf der Hand: Das Speichermedium bei PVR kann beliebig oft genutzt werden. Filme, die geschaut wurden, können wieder gelöscht, anderen Aufnahmen abgespeichert werden. Das macht das Aufnahmen von TV-Sendung besonders kostengünstig und simple. Zudem sind auch hohe Bildqualitäten möglich, wo die DVD an ihre Grenzen kommt. Lediglich genug Speicherplatz muss dafür vorhanden sein.

Die Nachteile von PVR

Verglichen mit Videorekordern kann PVR jedoch nur digitale TV-Signale verarbeiten. Jedoch stellt dies keine wirkliche Einschränkung dar, da das Fernsehen inzwischen vollständig digitalisiert ist. Zudem treten bei manchen PVR-Geräten unangenehme und nervenaufreibende Fehlfunktionen auf, die vor allem der Techniklaie nicht immer schnell gelöst bekommt. Kompatibilitätsprobleme, Nichtlesbarkeit und Co sind hier häufige Fehlerquellen.

PVR versus PVR ready: Der Unterschied

Gibt es einen Unterschied zwischen PVR und PVR ready? Die Antwort darauf lautet eindeutig ja. Denn Geräte, die mit PVR ready gekennzeichnet sind, haben zwar die Aufnahmefunktion eines Videorekorders, aber es fehlt das Speichermedium. Das bedeutet, dass zusätzliche Hardware notwendig ist.

Geräte mit PVR ready bieten daher lediglich einen entsprechenden Ausgang, um eine Festplatte oder einen USB-Stick zu verbinden, auf dem die Fernsehsendungen aufgezeichnet werden. Diese Geräte haben keinen eingebauten, internen Speicherplatz. PVR ready bezeichnet daher lediglich die vorhandene Aufnahmefunktion. Der Vorteil von diesem modularen System zeigt sich bei Defekten. Ist die Festplatte kaputt, lässt sie sich leicht austauschen, während bei PVR-Geräte mit integrierter Festplatte meist ein komplett neues Gerät angeschafft werden muss.

Achten Sie bei Geräten mit PVR ready auf die vorhandenen Anschlüsse. HDMI und USB sind gängige Standards. SCART eine veraltete Schnittstelle, die bei diesem modernen Funktionen nur noch selten zu finden ist. Dennoch kann auch ein Receiver mit PVR über SCART an einen alten Fernseher angeschlossen werden.

Geräte mit PVR oder PVR ready und Alternativen

Die meisten neuesten Fernseher haben PVR oder PVR ready inzwischen standardisiert im Angebot. Haben Sie jedoch einen älteren Fernseher, der nicht über eine PVR-Funktionalität verfügt, kann dies im Gerät selbst nicht nachgerüstet werden. Jedoch helfen Zusatzgeräte, die einen persönlichen Videorekorder integriert haben. Das kann ein Receiver oder aber ein extra angeschaffter Festplattenrekorder sein. Generell ist PVR daher verbreitet in folgenden drei Geräten:

  • Fernseher
  • TV-Receiver
  • Festplattenrekorder (alternativ)

Fernseher mit Aufnahmefunktion

Einen Fernseher mit Aufnahmefunktion gibt es in zahlreichen verschiedenen Formen. Der Handel hält hier unterschiedliche Modelle bereit. Manche bieten lediglich PVR ready, bei denen noch ein Speichermedium angeschlossen werden muss, andere Smart-TVs haben die Festplatten bereits integriert. Geräte der letzteren Kategorie sind meist breiter als TVs ohne integrierte Festplatte.

Fernseher mit PVR ready bieten oft zwei oder drei Schnittstellen per USB, um ein Speichermedium anschließen zu können. Doch nicht jeder Ausgang ist für die Aufnahme geeignet. Meist ist nur ein Ausgang mit PVR oder gleichbedeutend mit „REC“ oder „HDD“ gekennzeichnet.

Auf dem Markt gibt es die Auswahl zwischen:

  • Plasma-Fernseher
  • LCD-TV
  • LED-TV
  • OLED-TV

Der Plasma-Fernseher ist eine ältere Technik unter den Flachbildfernsehern. Dennoch ist er nach wie vor weitverbreitet. Es gibt Modelle mit einer Bildschirmdiagonale von 32 Zoll bis hin zu 50 Zoll. Der Nachteil verglichen mit anderen Techniken ist der schwer zu messende Stromverbrauch dieser Geräte.

Auch der LCD-Fernseher kann mit anderen stromsparenden TVs nicht mithalten. Jedoch bieten diese Modelle trotz Aufnahmefunktion einen entscheidenden Vorteil: einen günstigen Anschaffungspreis. Die LCD-Technik liefert satte Farben und schneidet in Tests regelmäßig gut ab.

Der LED-TV ist die Weiterentwicklung. Diese Fernseher bieten ein besonders helles Bild und verbrauchen dabei jedoch nur wenig Strom. Zudem kann ein LED-TV trotz integrierter Aufnahmetechnik sehr schmal sein. Manche Geräte benötigen jedoch einen zusätzlichen Receiver.

Das modernste Fernsehgerät auf dem Markt ist der OLED-TV. Dementsprechend sind die Preise für solche Modelle hoch. Diese Geräte unterscheidet, dass spezielle Dünnschicht-Dioden in ihnen verbaut sind, die ein besonders schlankes Gehäuse ermöglichen. Trotz integrierter Aufnahmetechnik kann solch ein Gerät kaum breiter ein Papier sein. Der Nachteil des OLED-TVs liegt in der geringeren Laufzeit gegenüber den anderen Techniken.

TV-Receiver mit PVR

Wer einen älteren Fernseher besitzt, der keine Aufnahmefunktion bietet, kann diese im Gerät selbst nicht nachrüsten. Jedoch besteht hier die Möglichkeit, einen TV-Receiver anzuschließen, der mit einem persönlichen Videorekorder ausgestattet ist. Manch älteres Fernsehgerät macht dies ohnehin notwendig, um diverse Fernsehsender überhaupt erst empfangen zu können.

Fernsehsender kommen über verschiedene Signale auf den Bildschirm. Hat der TV nicht den entsprechenden Tuner integriert, braucht es den TV-Receiver zusätzlich. Generell gibt es drei Signalarten:

  • DVB-S
  • DVB-C
  • DVB-T

DVB-S steht für „Digital Video Broadcasting – Satellite“ – zu deutsch: digitales Satellitenfernsehen.  Hier erfolgt die Ausstrahlung der Fernsehsender per Satellit, wie beispielsweise über Astra oder Eutelsat. Charakteristisch für den Empfang auf diesem Weg angebotenen Sendungen ist die Parabolantenne. Der Nachfolgestandard wird als DVB-S2 bezeichnet. Dank der großen Datenübertragungsrate ist eine enorme Auswahl an Sendern möglich. Über Astra-Satelliten werden beispielsweise über 1.500 Radio- und Fernsehprogramme übertragen.

DVB-C steht für „Digital Video Broadcasting – Cable“ – zu deutsch: digitales Kabelfernsehen. Hier erfolgt die Übertragung von Radio- und Fernsehsendungen über den Kabelanschluss. Diese Übertragungsform liefert auch interaktive Funktionen wie Multimedia Home Platform (MHP), Electronic Program Guide (EPG) und den digitalen Teletext.

DVB-T steht für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“ – zu deutsch: digitales Antennenfernsehen. Die Übertragung erfolgt hier über terrestrische Wege. Auch hier gibt es inzwischen den Nachfolgestandard DVB-T2.

Gängige Receiver bieten inzwischen Turner, die alle drei Übertragungswege empfangen und entschlüsseln können. Damit ist der Nutzer am flexibelsten. Aber auch spezielle Geräte für die einzelnen Signalarten sind erhältlich – wie beispielsweise der Satelliten-Receiver.

Bei Receivern mit PVR oder PVR ready stolpert der Laie zudem oft über den Twin-Tuner. So werden Empfangsteile im Gerät bezeichnet, die es ermöglichen, einen Kanal zu schauen, und einen anderen über die gleiche Signalart parallel aufzuzeichnen. Der Twin-Tuner darf dabei nicht mit dem Dual Tuner verwechselt werden. Der Dual-Tuner empfängt unterschiedliche Signalarten, beispielsweise DVB-C und DVB-S. Der Twin-Tuner empfängt zwei Signale der gleichen Art.

Auch bei den Receiver gibt es unterschiedliche Modelle des persönlichen Videorekorders. Manche bieten nur die Aufnahmefunktion PVR ready und benötigen zusätzlich noch ein Speichermedium. Andere haben eine Festplatte integriert und tragen somit die Bezeichnung PVR. Sie werden oft auch Festplattenreceiver genannt. Hier können die Fernsehsendungen direkt aufgenommen, gespeichert und wiedergegeben werden. Ein Receiver mit PVR kostet in der Anschaffung meist mehr als Geräte ohne die Aufnahmefunktion.

PVR und Festplattenrekorder

Verfügt der vorhandene Fernseher zwar über alle notwendigen Tuner zum Empfang der Fernsehsender, aber nicht über PVR, kann ein digitaler Festplattenrekorder die Lösung sein (Digital Video Recorder – DVR). Dahinter verbirgt sich ein Gerät zur Aufnahme von Sendungen, die auf einer internen Festplatte gespeichert werden kann. Oft sind Laufwerke für DVDs oder Blu-rays bei diesen Geräten integriert, um die Aufnahmen auf den dünnen Scheiben zu brennen. Auch die Wiedergabe von Disc ist so möglich. Der DVR ist daher das Pendant zum integrierten PVR in anderen technischen Geräten.

In Tests werden zahlreiche Modelle in Verwendung, Funktionalität und zahlreichen anderen Kriterien miteinander verglichen. Diese Ausführungen können bei der Auswahl eine wichtige Orientierung sein, um für sich die beste Videorekordermöglichkeit auszuwählen.

Anforderungen an PVR: Darüber sollten Sie vor dem Kauf nachdenken

Wer einen persönlichen Videorekorder in seine Technik integrieren will, sollte sich vor dem Kauf über seine individuellen Anforderungen im Klaren sein. So mancher möchte PVR lediglich für das zeitversetzte Fernsehen nutzen. In diesem Fall sind Kriterien wie Dateisystem und Formatieren nicht so wichtig. Wer jedoch zahlreiche Lieblingssendungen aufzeichnen möchte, muss sich genau mit diesen Merkmalen auseinandersetzten. Gerade, wenn ein Videoarchiv entstehen soll, sind diese Bereiche von PVR wichtig.

Unterschiedliche Dateisysteme für PVR

Es gibt unterschiedliche Dateisysteme, die Receiver oder Fernseher mit PVR erfordern. Gängige Formate sind unter anderem FAT32, NTFS oder ext2. Vor allem bei PVR ready mit einer externen Festplatte sollte auf die Kompatibilität geachtet werden, wenn diese beispielsweise auch an einen Computer angeschlossen werden soll, um die Aufnahmen zu bearbeiten oder zu archivieren. Nicht jedes Dateisystem wird von jedem Betriebssystem unterstützt.

NTFS und exFAT können mit Windows verwendet werden, ext2 benötigt dafür beispielsweise spezielle Treiber und Software, was sehr umständlich sein kann. Das Dateisystem FAT32 ist universell einsetzbar. Doch solch formatierte Festplatten haben den Nachteil, dass sie maximal vier Gigabyte unterstützen. Bei Aufnahmen, die größer sind, werden diese daher gesplittet. Diese später mit entsprechenden Tools wieder zusammenzufügen, kann umständlich und sehr zeitaufwendig sein.

Der richtige Datenträger für PVR ready

Ist das ausgewählte Gerät mit PVR ready ausgestattet, gibt es zwar die Aufnahmefunktion, aber kein internes Medium, das die Sendung speichert. Hier braucht es noch externe Speichermedien,– dafür kommen Festplatten und Sticks infrage, die über die entsprechende Schnittstelle angeschlossen werden können. Beide Speichermedien haben Vor- und Nachteile, auf Geschwindigkeiten, Speicherplatz und Formatierung kommt es an:

Der USB-Stick

Der Stick hat die Vorteile, dass er klein und kompakt ist, weniger Strom verbraucht und meist keine Geräusche verursacht. Er hat jedoch weniger Speicherkapazität und auch die Schreibgeschwindigkeit und Lesegeschwindigkeit bei der Wiedergabe ist niedriger. Für einzelne Aufnahmen oder die Verwendung der Timeshift-Funktion kann ein Stick jedoch vollkommen ausreichend sein. Manche Fernseher akzeptieren jedoch keine USB-Sticks, hier muss auf die Festplatte ausgewichen werden.

Viele Hersteller geben in ihren Unterlagen genau an, welche Bedingungen das externe Speichermedium für PVR erfüllen muss. So ist oft ein Highspeed-USB-Stick mit einer Lesegeschwindigkeit von mindestens 20 Mbit pro Sekunde, einer Schreibgeschwindigkeit von mindestens 34 Mbit pro Sekunde und einer Speichergröße mindestens 1 GB oft die Voraussetzung.

Die externe Festplatte

Festplatten können meist mehr Speicherplatz bieten. Jedoch akzeptieren manche Receiver oder Fernseher keine 3,5″-Festplatten, die über eine eigene Stromversorgung verfügen. Hier sollte eine 2,5″-Festplatten ohne separate Stromversorgung gewählt werden. Bei Festplatten ohne Stromversorgung, gibt es oft auch eine Begrenzung der Stromaufnahme – die maximal bei 400 mA liegt, weil die Platte sonst nicht genügend Strom über den USB-Anschluss bekommt. Einige TV-Geräte verlangen auch eine Mindestgröße der Festplatte, die nicht selten bei rund 160 Gigabyte liegt.

Bei einer Speicherkapazität von mehr als 500 Gigabyte kann das Erkennen schwierig werden. Dann sollte die Festplatte zunächst richtig formatiert und dann in Partitionen aufgeteilt werden. Beim ersten Anschließen nach der Formatierung erfolgt dann meist die Frage, auf welche Partition die PVR-Aufnahme vorgenommen werden soll.

Zudem besteht die Auswahl zwischen HDD-Festplatten (drehende Spindel) und SSD-Festplatten. Grundsätzlich sind beide Varianten möglich. Bei HDD-Festplatten verlangen viele Geräte jedoch eine Mindestdrehzahl von 5.400 Umdrehungen pro Minute. Die genauen Anforderungen sollten vorher im Kleingedruckten gelesen werden.

Die meisten Receiver oder Fernseher formatieren das externe Speichermedium passend. Dies muss daher nicht vorher am PC geschehen. Jedoch sollten Sie sichergehen, dass Stick oder Festplatte keine wichtigen Daten enthalten, die dadurch verlorengehen.

Speicherkarten

Per USB und Kartenleser kann auch eine Speicherkarte als Aufzeichnungsmedium verwendet werden. Manche Geräte haben sogar einen Speicherkartenslot. Dennoch ist dieses Medium bei PVR eher selten, da Speicherkarten vor allem bei der Kapazität verglichen mit Stick und Festplatte Schwächen haben.

Aufnahmeformate

Wer seine Aufnahmen des persönlichen Videorekorders am PC weiterverarbeiten will, muss auch die verwendete Formatierung der Aufnahme beachten. Die meisten lassen sich am Computer ohne Probleme verwenden. Ein häufig verwendetes Dateiformat ist TS (Transport Stream). Dahinter verbirgt sich eine Containerdatei, die sowohl die Video- und Audiodatenströme beinhaltet, aber auch weitere Inhalte wie beispielsweise Untertitel integriert.

Aber auch Formate wie REC, TRP oder DVR sind häufig. Dazu braucht es nicht selten Software zur Weiterverarbeitung, die jedoch leicht im Internet erhältlich ist. Zudem gibt es auch Dateiformate, die geschützt sind und sich am Computer nicht weiter verarbeiten lassen.

Restriktionen

So mancher Hersteller hat bei PVR jedoch Hürden eingebaut. Nicht selten können die Aufnahmen auf anderen Fernsehern gar nicht abgespielt oder verwendet werden. Die Hersteller „verheiraten“ die Aufnahmen mit dem Gerät, mit dem sie gemacht wurden. Dies ist bei Fernsehern verbreiteter als bei Receivern.

Zudem gibt es Einschränkungen für Timeshift und Aufnahme bei verschlüsselten Fernsehsendern, die zum Empfang eine CI+-Decodierung benötigen. Das sind in den meisten Fällen Bezahlsender oder private HD-Programme. Um die Inhalte sehen zu können, braucht es eine entsprechende SmartCard des jeweiligen Anbieters. Dennoch ist eine Aufnahme der Inhalte dann nicht automatisch möglich. Betroffen davon sind beispielsweise alle Sender der Sky-Plattform und die meisten HD-Ableger. Die Anbieter wollen so eine illegale Vervielfältigung vermeiden. Lediglich eine zeitversetzte Aufnahme mit einer Dauer von maximal 90 Minuten kann oft möglich sein.

Die Programmierung der Aufnahme

Nicht immer kann jede Aufnahme manuell gestartet werden. PVR bietet daher auch Programmierungen. Am einfachsten ist das über das sogenannte EPG (Electronic Program Guide) zu realisieren. Dies sind von den Fernsehsender zur Verfügung gestellte Programminformationen. In der digitalen Programmzeitschrift kann die Lieblingssendung in Listen mit der Fernbedienung einfach herausgesucht und für die Aufnahme gespeichert werden. Serienaufnahmen fortlaufender Folgen sind ebenso möglich wie die Aufnahme von interessanten Angeboten per Schlüsselwort.

Mit der Programmierung lässt sich bei einigen Anbietern auch oft eine Pufferzeit einstellen. So ist der Nutzer sicher, dass er den Anfang nicht verpasst. Auch verspätete Sendungen werden dadurch noch vollständig aufgezeichnet. Grundsätzlich beträgt die Aufnahme des PVR dann 15 Minuten länger.

Alternative: Internetbasierte PVR

Wer kein Aufnahmegerät mit einem persönlichen Videorekorder anschaffen will, jedoch dennoch ab und zu Sendungen aufzeichnen möchte, der kann auch Angebote aus dem Internet nutzen. Neben den physischen Aufnahmegeräten aus dem Elektronikhandel sind sie eine flexibel Alternative. Anbieter stellen Speicherplatz auf Geräten in Rechenzentren bereit, die über das Internet verbunden sind.

Die aufgenommenen Sendungen können per Streaming oder Download dann angeschaut und genutzt werden. Diese Möglichkeit wird oft auch als „Network Digital Recorder“ (NDR) bezeichnet. Es braucht keine Festplatte, die Sie formatieren müssen, keine extra Gerät, das an den Fernseher angeschlossen werden muss und andere technische Details. Diese Alternative ist daher für Menschen geeignet, die nicht besonders technikaffin sind.

Der Netzrekorder hat den Vorteil, dass er unbegrenzt viele Programme zeitgleich aufzeichnen kann. Der Nutzer muss sich keine Gedanken über Tuner und Co machen. Je nach Anbieter ist dies kostenlos oder kostenpflichtig. Manche Anbieter ermöglichen ein kostenfreies Kontingent pro Monat – wie beispielsweise 15 Aufnahmen – und danach ein zahlungspflichtiges Aufnahmeangebot ohne Abo.

NDR wird oft über Apps und Software realisiert. So ist es auch möglich, wenn unterwegs die Lieblingssendung aufzunehmen – per App vom Smartphone aus. Mit entsprechenden Programmen können auch Werbung und andere unerwünschte Teile in der Aufnahme herausgeschnitten werden.

Benötigter Speicherplatz für PVR

Gerade wer viele Sendungen aufnehmen möchte, fragt sich, wie viel Speicherplatz dafür notwendig ist. Dies ist von der Qualität abhängig. SD-Sendungen brauchen längst nicht so viel Speicherplatz wie Programme in HD. Bei Letzterem kann von rund 75 bis 100 Megabyte pro Minute ausgegangen werden – eine Stunde Aufnahme verbraucht rund 10 GB. Für 240 Stunden HD-Material braucht daher eine Speicherplatte mit 1 Terabyte. Wer nur in SD-Qualität aufnehmen möchte, kann schon mit 5 GB eine Stunde speichern.

Preise: Das kostet der persönliche Videorekorder

Wer Geräte mit PVR oder PVR ready kaufen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen, als Modelle ohne diese Funktionen. Günstige Fernseher mit PVR ready gibt es bereits schon ab rund 200 Euro im Handel. Diese günstigen Modelle unterstützten jedoch meist nur Full-HD-Auflösung. Wer die aufgezeichneten Sendungen in 4K erleben will, muss tiefer in die Tasche greifen. TVs mit einer größeren Bildschirmdiagonale sind ebenso teurer als kleine Fernseher.

Receiver mit PVR ready gibt es hingegen deutlich billiger. Die einfachen Modelle können schon ab rund 25 Euro erstanden werden. Ausstattung mit Twin-Tuner, 4K Auflösung und andere Zusätze verursachen eine Preissteigerung. Modelle im oberen Preissegment können ab 400 Euro gekauft werden. Ist eine Festplatte integriert, ist das Gerät meist ebenso teurer als nur bei dem PVR ready Angebot.

Zusammenfassung

PVR ist der persönliche Videorekorder der Neuzeit – er ermöglicht es schnell und einfach, die Lieblingssendung aufzunehmen. Zahlreiche Fernseher oder Receiver bieten diese Funktion inzwischen. Dabei ist vor allem zwischen PVR und PVR ready zu unterscheiden. Während bei ersten der Speicherplatz im Gerät für die Aufnahmen schon integriert ist, bietet PVR ready lediglich die Aufnahmefunktion – ein Speichermedium muss über den entsprechenden Ausgang zusätzlich angeschlossen werden.

Bei der Auswahl der richtigen PVR-Möglichkeit sind verschiedene Kriterien zu beachten: Twin-Tuner ermöglichen das Aufnahmen zweier unterschiedlicher Sendungen gleichzeitig. Bei externen Speichermedien mit und ohne eigene Stromversorgung sind Formatierungen und Aufnahmeformate zu beachten. Es existieren jedoch auch Einschränkungen des persönlichen Videorekorders. So ist es oft nicht möglich, die aufgenommenen Inhalte auf anderen Fernsehern wiederzugeben. Als Alternative zum PVR gilt das sogenannte NDR – der virtuelle Videorekorder über das Internet.

Artikelbild: axeiz / Bigstock.com

  • Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen?
  • JaNein

Entspricht einer Bewertung von 4.8 / 5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.