Riester-Rente: So berechnen Sie Ihren Beitrag

Riester-Rente: So berechnen Sie Ihren Beitrag

Die Riester-Rente gilt als Grundlage der privaten Altersvorsorge für Angestellte. Dabei spielt vor allem der Umstand staatlicher Förderung eine Rolle: Wenn der Staat mit spart, dann ist das für viele Anreiz genug, einen solchen Vertrag abzuschließen.

Allerdings werden jedes Jahr Millionen von Förderung nicht genutzt, da nicht der notwendige Eigenbeitrag geleistet wurde. Deshalb sollte man regelmäßig seinen Vertrag überprüfen und ggf. anpassen.

Das Leben geht an keiner Riesterrente vorbei

Die Riesterrente berechnet sich stets nach dem Einkommen. Eine Gehaltsanpassung oder zusätzliche Leistungen des Arbeitgebers können dafür sorgen, dass die ursprüngliche Berechnung nicht mehr stimmt.

Deshalb sollte man mindestens einmal im Jahr den Vertrag daraufhin überprüfen, ob man auch wirklich die geforderte Summe einbezahlt und damit gleichzeitig auch Anspruch auf die volle Förderung hat.

Wie viel muss ich geben, damit ich bekomme?

Grundsätzlich berechnet sich der Riesterbeitrag aus 4 % des Bruttovorjahreseinkommens. Dazu zählen also neben den regulären Gehältern auch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Entgeltwerte Vorteile wie zB ein Dienstwagen, der indirekt dem zu versteuernden Einkommen zugerechnet wird, werden dabei allzu häufig vergessen.

Deshalb lohnt sich die Überprüfung des Riestervertrags meistens nach der Abgabe der Steuererklärung, weil man die Zahlen direkt abgleichen kann und somit eine solide Berechnungsgrundlage besitzt.

Die Sache mit dem Kindergeld oder warum Papa keinen Anspruch hat

4% des Bruttovorjahreseinkommens ist jedoch noch nicht derjenige Beitrag, der gezahlt werden muss. Denn davon werden noch die staatlichen Förderungen abgezogen. Diese können eine einmalige Prämie für Riestersparer unter 25 Jahren (200 Euro), die Grundzulage (154 Euro) und/oder die Kinderzulage (bis 2007 185 Euro; ab 2007 300 Euro) sein.

Die Kinderzulage kann jedoch nur derjenige beantragen, der auch das Kindergeld erhält, weshalb einige Verträge auch nicht die volle Förderung erhalten.

Erst dann hat man den Zahlbetrag, welchen man selbst erbringen muss, ausgerechnet: Diesen kann man dann entweder als Einmalzahlung oder ratierlich über 12 Monate erbringen. Dazu teilt man die errechnete Summe durch 12 und erhält somit die Monatsprämie.

Rechenbeispiel: So kann der Riesterbeitrag berechnet werden

Mutter (Einkommen: 24.000 Euro + Urlaubsgeld (1/2 Gehalt) + Weihnachtsgeld (300 Euro)) + 2 Kinder (1999 / 2010)

Für die Mutter ergibt sich ein einkommen von 24.000 Euro. Hinzu kommen Sonderleistungen des Arbeitgebers. Ein halbes Gehalt Urlaubsgeld entspricht 1.000 Euro, sodass das Einkommen auf 25.000 Euro ansteigt. Hinzu kommen noch 300 Euro Weihnachtsgeld. Somit ergibt sich ein Einkommen von 25.300 Euro.

24.000 € Gehalt

+   1.000 € Urlaubsgeld

+     300 € Weihnachtsgeld

= 25.300 Euro Bruttoeinkommen

 

Die Familie muss 4 % davon erbringen, um die volle Förderung für diesen Vertrag zu erhalten. Damit sind 1.012 Euro / Jahr an Kapital für den Riestervertrag zu erbringen.

25.300 Euro x 4% = 1.012 Euro

Davon abgezogen werden nun noch die Förderungen: Die Familie hat Anspruch auf die Grundzulage für die Mutter und die Kinderzulage für die beiden Kinder. Damit reduziert sich der Zahlbetrag wie folgt:

1.012 Euro

– 154 Euro

– 185 Euro

– 300 Euro

= 373 Euro

 

Diesen Betrag kann man nun als Einmalzahlung oder in 12 Monatsraten zu je 31.08 Euro erbringen. Wird diese Eigenleistung nicht erbracht, reduziert sich die staatliche Förderung anteilig.

Hilfe ich habe zu wenig eingezahlt: Was man tun kann

Wer nicht genug eingezahlt hat, kann in den ersten sechs Monaten des Folgejahres eine Einmalzahlung leisten und somit die Summe vervollständigen. Dies ist eine Ausnahmeregelung und sollte nicht zur Regel werden. Es hilft jedoch dabei, Gehaltserhöhungen und Sonderzahlungen auch später ausgleichen zu können.

Darüber hinaus kann man auch im laufenden Jahr einmal eine Einmalzahlung leisten. Diese Überlegung lohnt sich beispielsweise bei Geldgeschenken zu Weihnachten oder zum Geburtstag, um sicher zu gehen, in jedem Fall Anspruch auf die Förderung besteht.

Artikelbild: © filmfoto / Shutterstock

 

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