Streichputz entfernen – Schritt für Schritt

Streichputz entfernen – Schritt für Schritt

Putz hat sich in den vergangenen Jahren zu einer beliebten Alternative zu klassischer Tapete entwickelt. Das Material punktet mit einer langen Lebensdauer und je nach Putzart mit weiteren vorteilhaften Eigenschaften. Putz aus Lehm zum Beispiel sorgt für ein gutes Raumklima, weil das Material Feuchtigkeit aufsaugt und Zigarettenrauch neutralisiert. Der einzige Nachteil von Putz ist, dass die Entfernung des Materials mit einem relativ großen Aufwand verbunden ist.

Streichputz bei Heimwerkern beliebt

Putz gibt es in verschiedenen Ausführungen und das Material besteht aus unterschiedlichen Bindemitteln. Ein großer Unterschied ist die Art und Weise, wie er aufgetragen wird. Früher musste man Putz mit einer Kelle auftragen. Inzwischen gibt es aber auch Roll- und Streichputz. Ersterer wird mit einer Rolle aufgetragen, Letzterer mit einem großen Pinsel.

Aufgrund der leichten Verarbeitung ist Streichputz bei Heimwerkern besonders beliebt. Mit einem Pinsel ausgestattet tragen sie den Putz in einer weniger als ein Millimeter dünnen Schicht auf. Durch das Auftragen mit dem Pinsel entsteht ein interessantes Muster, welches maßgeblich zur Innenraumgestaltung beiträgt.

Die verwendeten Bindemittel im Putz entscheiden darüber, in welchen Räumen eine Putzart zum Einsatz kommt:

  1. Lehm und Ton sorgen für ein gutes Raumklima und sind in Wohnräumen zu bevorzugen
  2. Gips und Kalk sind ein klassischer Innenputz und für viele Räume geeignet
  3. Zement ist wasserabweisend und besitzt eine hohe Druckfestigkeit

Jeder Putz erreicht früher oder später seine maximale Lebensdauer, dann muss er entfernt werden. Je nach verwendeter Putzart ist das keine leichte Aufgabe. Mit dem passenden Material, Werkzeug und Anleitung gelingt aber auch diese Arbeit.

Vorbereitungen zum Entfernen von Streichputz

Die Vorbereitungen zum Entfernen von Streichputz sind dieselben wie jene zum Verputzen: Zunächst sollte man alle Möbel aus dem Raum entfernen. Falls dies nicht möglich ist, deckt man die Möbel mit einer Folie ab. Anschließend legt man Abdeckfolie auf den Boden und klebt diese mit Klebeband fest. Das Klebeband verwendet man auch, um Steckdosen und andere Installationen abzukleben. Der feine Staub kann in die Elektroinstallation eindringen und Schäden anrichten.

Putzentfernung hängt von dem Untergrund ab

Putz wird auf die verschiedensten Oberflächen angebracht, sodass seine Entfernung von ihnen abhängt. Einige Menschen bringen Streichputz auf Tapete an. In diesem Fall scheint es logisch, den Putz samt Tapete zu lösen. Dazu schlägt man den Putz mit einem Hammer leicht an und durchweicht die darunterliegende Tapete mit Wasser. Im nächsten Schritt kann man die Tapete samt Streichputz abziehen – man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.

Mit Hammer und Meißel Streichputz entfernen

Streichputz wird im Vergleich zu Rollputz in einer sehr dünnen Schicht aufgetragen. Das erleichtert das spätere Entfernen der Putzschicht. Rüsten Sie sich mit Hammer und Meißel sowie Atem- und Sichtschutz aus. Beim Entfernen von Putz entsteht Staub, welchen Sie nicht einatmen sollten.

Um den Putz zu entfernen, hält man den Meißel parallel zur Wand und schlägt mit dem Hammer wiederholt auf das Ende des Werkzeugs. Diese Arbeit beginnt man in der Mitte der Wand. Langsam aber sicher arbeitet man sich zur Wandecke vor.

Nachdem der Putz komplett entfernt wurde, nimmt man zunächst eine grobe, anschließend eine feine Drahtbürste zur Hand, und streicht mit den Werkzeugen sorgfältig über das Mauerwerk. Auf diese Weise wird das Mauerwerk gereinigt und beim erneuten Verputzen bilden sich keine Klümpchen.

Alternative Möglichkeit, Streichputz zu entfernen

Aufgrund seiner geringen Dicke kann es vorkommen, dass sich Streichputz nur schwer mit Hammer und Meißel entfernen lässt oder der Vorgang zu lange dauert. Aus diesem Grund gibt es einen alternativen Weg, der die Arbeit beschleunigen könnte.

Je nachdem, aus welchen Bindemitteln der Putz besteht, kann man ihn mit Wasser durchweichen. Das ist beispielsweise bei Lehmputz der Fall: Man taucht einen Schwamm in klares Wasser und weicht den Putz durch. Anschließend lässt er sich mit einem Spachtel von der Wand kratzen.

Sollten Sie den Putz nicht lösen können, nehmen Sie einen elektrischen Schaber zur Hand. Das Durchnässen ist auch hier Pflicht!

Wand abschließend reparieren

Beim Abkratzen der Putzschicht, die bei Streichputz äußerst dünn ist, liegt eine große Wahrscheinlichkeit vor, dass man die darunter liegende Wand (oder andere Putzschicht) beschädigt. Je nachdem, welchen Plan man für die Wand hat, muss diese repariert werden. Die simpelste Reparatur erfolgt mit klassischem Gipsputz.

Wer sich die Reparatur der Wand ersparen möchte, der geht beim Entfernen des Streichputzes sehr sorgfältig vor. Das korrekte Durchnässen der Putzschicht und langsame Vorarbeiten mit einem Spachtel sollte ausreichen, damit man die Schicht entfernen kann, ohne den darunter liegenden Mauerputz zu beschädigen. Der Aufwand für dieses Vorhaben ist mit dem Entfernen einer mehrlagigen Tapete zu vergleichen. Wer nicht die Zeit oder Geduld dafür besitzt, sollte sich Verstärkung holen oder die Arbeit einem Profi überlassen.

Streichputz umgestalten statt entfernen

Der Wunsch, den Streichputz zu entfernen, hat in einigen Fällen kosmetische Gründe. Wenn der Putz selbst nicht beschädigt ist, muss er auch nicht entfernt werden. Heimwerker haben die Möglichkeit, den Putz mit einer Dispersionsfarbe zu überstreichen. In anderen Fällen ist es unter Umständen möglich, über den Putz zu tapezieren.

Zusammenfassung

Die Entfernung von Putz ist eine Arbeit, die mit einem großen Zeitaufwand verbunden ist und Geduld erfordert. Wer geduldig ist, wird den Streichputz entfernen können, ohne die darunter liegende Schicht zu beschädigen. Wem die dafür benötigte Zeit und Geduld fehlt, der sollte die Arbeit einem Profi überlassen oder sich tatkräftige Unterstützung von anderen Heimwerkern suchen.

Artikelbild: © SusaZoom / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Sandra Kaiser 14.11.2017 11:46 Uhr

    Hallo und vielen Dank für den tollen Artikel. Ich hatte in den Nuller Jahren Streichputz auch öfters neu an den Wänden angetroffen. Schön finde ich ihn heute auch noch, nur mögen meine Kinder lieber glatte Wände und so werden wir wahrscheinlich einen Anstreicher beauftragen, die Wände wieder galt zu machen. Selbst will ich mir, dass nicht mehr antun.

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