Vorsicht vor Abzocke beim Heizungsablesen

Vorsicht vor Abzocke beim Heizungsablesen

Seine Wohnung oder das Haus gerade im Winter heizen zu können ist nun sicherlich nicht wirklich ein Luxus und schon gar nicht etwas, auf das man gerne verzichten möchte. Nicht nur, dass man umso schneller krank werden kann, wenn man im Winter in einer kalten Stube sitzt, auch die Bausubstanz des Hauses kann darunter leiden, wenn nicht geheizt wird. Gerade in Mehrfamilienhäusern, die mit einer Zentralheizung ausgestattet sind, muss man sich glücklicherweise keine allzu großen Gedanken machen, solange denn der Vermieter oder die Hausverwaltung sich um die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage kümmert. Doch gerade hier gibt es immer wieder Grund zur Beanstandung, wovon viele Verbraucher jedoch nicht mal etwas wissen, denn viele Verbraucher zahlen unter dem Strich viel zu viel für ihre Heizung – mehr, als sie tatsächlich verbraucht haben. Ein Problem, das schon seit sehr vielen Jahren besteht und bereits des öfteren in den Medien diskutiert wurde.

Wenn der Heizungsableser zweimal klingelt

Grund für den Ärger sind die kleinen, unscheinbaren Kästchen, die sich an Hunderttausenden Heizkörpern befinden. Kästchen, die vielen Mietern nicht wirklich ins Auge stechen, da sie ohnehin nur einmal im Jahr wichtig sind, wenn der Heizungsableser wieder einmal für wenige Minuten vorbei kommt. Während dieses kurzen und unscheinbaren Besuchs werden die bestehenden Röhrchen, in denen sich der Rest einer Flüssigkeit befindet, gegen ein neues Röhrchen mit einer andersfarbigen Flüssigkeit ausgetauscht. Es gibt aber auch modernere Modelle, bei denen der Verbrauch elektronisch erfasst wird. Bei solchen Geräten müssen lediglich einige Zahlen auf einem Digitaldisplay abgelesen werden. Doch in beiden Fällen werden lediglich einige Zahlen notiert. So unscheinbar, wir dieser kleine Kasten aber wirkt, so wichtig ist er vor allem für die Unternehmen, für welche die Heizungsableser arbeiten, denn mit ihnen machen diese das richtig große Geld – zu Lasten des Verbrauchers.

Lassen Sie den Heizungsableser niemals alleine die Heizungen ablesen. Notieren Sie sich idealerweise rechtzeitig vorher selbst die Zählerstände oder machen Sie sogar ein Foto davon, um damit nachweisliche Fehler in der Abrechnung, welche zu Ihren Lasten gehen, beweiskräftig anfechten zu können.

Das dicke Geschäft mit der Heizungsablesung

In Deutschland gibt es zwar mehrere Unternehmen, die sich mit dem Ablesen der Heizkörper ihre Brötchen verdienen, doch gerade einmal drei Unternehmen zählen zu den Big Playern auf dem Markt, die immerhin rund Dreiviertel des gesamten Marktanteils unter sich aufteilen. Hierbei handelt es sich um die Unternehmen

  • Techem
  • Brunata-Metrona
  • Ista

Die beiden Unternehmen Ista und Techem gehören zwar zu den teuersten Anbietern auf dem Markt, werden aber dennoch erstaunlich oft von den Vermietern gewählt. Bei ihnen kostet eine Heizungsablesung nicht selten bis zu einem Viertel über dem Bundesdurchschnitt. Als Mieter hat man dagegen jedoch leider kaum eine Handhabe, da die Wahl des ablesenden Anbieters dem Vermieter obliegt. Dieser macht sich jedoch oftmals kaum Gedanken über die Kosten, denn diese muss ja ohnehin der Mieter tragen.

Das Gebot der Wirtschaftlichkeit

Grundsätzlich kann der Mieter nur recht wenig gegen die hohen Kosten beim Heizungsablesen ausrichten. Doch ganz handlungsunfähig ist er dennoch nicht. Oftmals genügt bereits ein freundliches Gespräch mit dem Vermieter und die Frage, ob dieser denn eigentlich schon mal die Preise der verschiedenen Anbieter miteinander verglichen habe. Gemäß dem Gebot der Wirtschaftlichkeit ist der Vermieter für gewöhnlich verpflichtet, im Interesse seiner Mieter zu handeln und stets das beste Angebot einzuholen. Ist dies nicht der Fall, dann sollte man sich mit den anderen Mietern zusammenschließen und ebendies vom Vermieter nachfordern.

In vielen Haushalten werden die Heizungen inzwischen automatisch per Funk abgelesen. Doch so oder so sollte der Verbraucher regelmäßig zur eigenen Kontrolle die Zählerstände idealerweise selbst notieren – etwa im Wochen- oder Monatsrhythmus. Sobald die Abrechnung vorliegt, kann auf diese Weise eine Abweichung sofort erkannt werden.

Zusammenfassung

Immer wieder kommt es beim Ablesen der Heizungen zu Frust und Ärger bei den Verbrauchern, die am Ende durchschnittlich etwa 13 Euro pro Mieter zu viel bezahlen. Der Gewinner ist in der Regel stets der Anbieter, dem Vermieter ist es häufig egal. Doch voll und ganz geschlagen geben muss sich der Mieter dennoch nicht.

Artikelbild: © Kzenon / Bigstock.com

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