Dachziegel kaufen: Wir zeigen wie und wo

Dachziegel kaufen: Wir zeigen wie und wo

Das Dach hat in den letzten Jahren eine wichtige Transformation erlebt. Schon immer hatte es die Aufgabe, das Hausinnere vor Wind und Wetter zu schützen. Neuerdings gibt es aber auch die Möglichkeit, die Optik der Immobilie zu verändern, unter anderem durch den verwendeten Baustoff für die Eindeckung. Die meisten Menschen bleiben aber bei den guten alten Dachziegeln aus Ton.

Dachziegel sind ein alter Klassiker

Seit über 150 Jahren dominieren in Europa die Dachziegel. Menschen des Kontinents haben die Passgenauigkeit, Tragfähigkeit und Frostbeständigkeit dieser Produkte zu schätzen gelernt. Sie bestehen aus baubiologisch unbedenklichen Bestandteilen (Wasser, Sand, Zement) und sind praktisch.

Der Kompromiss ist ein guter Schirm, aber ein schlechtes Dach.

James Russell Lowell

Der amerikanische Lyriker trifft mit seinem Zitat den Nagel auf dem Kopf. Auch heute, im 21. Jahrhundert, sparen noch immer viele Menschen, wenn es um den Kauf von Dachziegeln geht. Ein großer Fehler, denn das Dach ist das wohl wichtigste Element einer Immobilie. Eine einzige undichte Stelle sorgt dafür, dass die gesamte Bausubstanz gefährdet ist. Aus diesem Grund ist beim Kauf von Dachziegeln auf Qualität zu achten.

Was kosten Dachziegel?

Der Preis der Dachziegel hängt in erster Linie von ihrer Qualität und der Form ab. Heimwerker sollten mit einem Preis zwischen 20 und 40 Euro je Quadratmeter rechnen. Damit sind Dachziegel aus Ton etwas teurer als Dachsteine aus Beton, aber weitaus günstiger als die Sorten aus Schiefer oder Reet, die rund 100 Euro je Quadratmeter kosten.

Angenommen Heimwerker entscheiden sich für den Mittelwert von 30 Euro je Quadratmeter. Für eine 400 Quadratmeter große Dachfläche betragen die Materialkosten 12.000 Euro. Hinzu kommen Kosten für den Dachdecker, falls Heimwerker die Arbeiten nicht selbst ausführen.

Kostenbeispiele der gebräuchlichsten Dachziegelarten:

Art des Ziegels Kosten pro Stück
Biberschwanzdachziegel (ohne Falz) 0,70 – 1,20 Euro
Hohlpfannendachziegel (ohne Falz) 0,90 – 1,20 Euro
Strangfalzziegel (mit einfacher Seitenfalz) 0,60 – 1,20 Euro
Krempziegel (ohne Falz) 2,00 Euro
Doppelmuldenfalzziegel (mit Seiten- und Kopffalzen) 1,00 – 1,50 Euro
Flachdachziegel (mit doppelter Seiten- und Kopfverfalzung) 1,00 – 2,00 Euro

Dachziegel – von der Natur inspiriert

In Europa haben die Dachziegel eine relativ junge Tradition. Kenner wissen, dass es diese Produkte zur Überdachung zu den Zeiten der Römer gab. Wie kamen sie auf darauf, Dachziegel in ihrer bis heute gültigen Form herzustellen? Ganz einfach, sie inspirierten sich von der Natur.

Als Inspiration dienten Tannenzapfen, die mit ihrer Konstruktion ihr Inneres vor Nässe schützen. Durch die Schuppen dringt Niederschlag nicht ein. Dieses Überlappungsprinzip wurde vor über 4.000 Jahren auf das Ziegeldach übertragen. Laut Andrea Paladio, einem Baumeister aus dem 16. Jahrhundert, liegen Ziegel schuppenförmig übereinander. Dadurch drückt das Gewicht des einen auf den anderen Ziegel, sodass kein Wasser ins Dach eindringt.

Nicht nur das Design ist von der Natur inspiriert. Vor über 4.000 Jahren mussten die Menschen natürliche Materialien zur Konstruktion nutzen. Die Bestandteile von umweltfreundlichen Dachziegeln sind die Urelemente Luft, Wasser, Erde und Feuer. Zur Herstellung werden Ton und Lehm aufbereitet und durch die Zugabe von Wasser in ihre Form gepresst. Anschließend werden sie getrocknet und bei Temperaturen von rund 1.000 Grad Celsius gebrannt. Das Resultat ist ein hochwertiges Produkt, dessen Lebensdauer rund 100 Jahre beträgt.

Die Windsogsicherheit für Dachziegel

Bevor wir uns den Qualitätsmerkmalen moderner Dachziegel widmen, zunächst eine Auskunft über die Vorschriften dieser Produkte. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks klärte 2011 über eine neue Vorschrift hinsichtlich der Windsogsicherung für Dächer hin.

Generell sieht die Situation so aus, dass jedes Gebäude durch Wind belastet wird. Die größte Belastung wirkt auf das Dach, insbesondere jene mit Dachziegeln. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu starken Stürmen, die eine besonders hohe Belastung auf Dächer ausüben. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die DIN‐Norm 1055‐4 überarbeitet.

Die strengeren Vorschriften sind für zwei Gruppen von Interesse:

  1. Heimwerker, die ihr Dach jetzt renovieren
  2. Heimwerker, die ein neues Haus bauen

Wer das Dach vor 2011 errichtet hat, dessen Ziegel entsprechen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht den strengeren Richtlinien. Bei neuen Dächern ist es möglich, Sturmklammern nach einem bestimmten Schema anzuordnen. Insgesamt drei Klammerschemen stehen zur Auswahl:

  1. jede Dachpfanne verklammern
  2. jede zweite Dachpfanne verklammern
  3. jede dritte Dachpfanne verklammern

Beim Kauf von Dachziegeln müssen Heimwerker folglich auch die Kosten für die Klammern berücksichtigen. Je nachdem, nach welchem Schma sie diese einsetzen, werden mehr oder weniger Sturmklammern benötigt.

Ausführliche Informationen zur Windsogsicherheit von Dachdeckungen gibt es in diesem PDF des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie.

Unterschied zwischen Dachziegel und Dachsteine

Beim Kauf von Dachziegeln stellen sich Heimwerker immer wieder die Frage, welcher Unterschied zu Dachsteinen besteht. Nicht selten werden beide Produkte in dieselbe Kategorie geworfen, obwohl es Unterschiede gibt:

  1. Dachziegel sind ein Naturprodukt und bestehen traditionell aus Ton.
  2. Dachsteine wurden nach dem Zweiten Weltkrieg als Massenprodukt aus Beton gefertigt, weil es günstig war.

Dachziegel waren schon immer teurer als Dachsteine, da Ton mehr kostet als Beton. In den letzten Jahren ist der Preis für Dachziegel gesunken, sodass beide Produkte ähnlich viel kosten. Auch das breite Sortiment und die hochwertige Oberflächenveredelung sprechen für Dachziegel.

Ein weiterer Vorteil von Dachziegeln ist ihre Leichtigkeit. Ein Ziegeldach trocknet aus diesem Grund schneller, wodurch die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass sich auf dem Dach ein Algen- oder Moosbewuchs ansiedelt. Wer sein Dach selbst verlegt, der wird dem reduzierten Gewicht der einzelnen Ziegel dankbar sein.

Die optische Erscheinung der Dachziegel

Die Herstellung von Dachziegeln ist ein relativ einfacher Prozess. Das ist wohl damit zu begründen, dass es Dachziegel bereits zu den Zeiten der Römer gab. Sie zierten die Dächer von Befestigungsanlagen sowie Häusern in Städten und auf dem Land.

Die Farbe der Ziegel wird durch den Ton und seine Zusammensetzung bestimmt. Daraus resultieren mehrere Kategorien:

  • Naturrote Dachziegel: Im Ton ist Eisenoxid enthalten, sodass die Ziegel eine rötliche Farbe besitzen.
  • Engobierte Dachziegel: Durch die Zugabe von Engoben sind diese Produkte in Erdfarben erhältlich.
  • Gedämpfte Dachziegel: Indem die Bildung von Eisenoxid verhindert wird, werden diese Ziegel grau.
  • Glasierte Dachziegel: Ein farbiger oder farbloser Überzug aus geschmolzenem Glas verleiht den Ziegeln eine glänzende, glatte Oberfläche.

Zusammenfassung

Dachziegel haben eine langjährige Tradition. Beim Kauf ist heute auf Qualität zu achten, da gute Dachziegel eine Lebensdauer von rund 100 Jahren besitzen. Einmal gekauft müssen die Dachziegel zwei Generationen lang nicht getauscht werden.

Artikelbild: © Kzenon / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Ester Diemer 09.07.2019 10:02 Uhr

    Ich hatte nicht gewusst, dass Dachziegel gar nicht die älteste Form von Dachbedeckung sind. Aber es ist ja nicht selten, dass die Natur da gute Konstruktionstechniken entwickelt hat. Nun bin ich mir auch noch einmal der Haltbarkeit und Materialeigenschaften von Dachziegeln auf andere Weise bewusst.

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