Förderung für Solaranlagen – welche staatlichen Fördermittel können Sie beantragen?

Förderung für Solaranlagen – welche staatlichen Fördermittel können Sie beantragen?

Um die ambitionierten Umweltziele der Bundesregierung zu erreichen, muss der Ausbau von erneuerbaren Energien in Deutschland weiter gesteigert werden. Für Privathaushalte ist vor allem die Errichtung einer Solaranlage auf dem eigenen Dach attraktiv, erfordert jedoch hohe Anfangsinvestitionen.

Zur Abfederung der Kosten eignen sich staatliche Förderprodukte, die Zuschüsse oder Kredite für Photovoltaik, Stromspeicher und Solarthermie anbieten. Welche Solaranlagen gefördert werden und welche Fördermittel Sie beantragen können, erfahren Sie hier.

Wieso fördert der Staat Solaranlagen?

Um die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, sind erneuerbare Energien unverzichtbar. Bis 2030 soll nach Aussage von Wirtschaftsminister Robert Habeck ein Anteil von 80 % durch grünen Strom erreicht werden. Solarenergie durch die Sonne gehört neben Windenergie zu den wichtigsten Energieträgern und wird bereits seit vielen Jahren mit Förderprogrammen bezuschusst.

Doch für viele Hausbesitzer ist die Anschaffung von Photovoltaik, Batteriespeicher oder Solarthermie mit hohen Kosten verbunden. Um Privathaushalten dennoch eine Investition in Sonnenenergie zu ermöglichen, werden seit Langem staatliche Förderprogramme angeboten. Die Fördermittel für Solaranlagen sind Teil einer langfristigen Strategie für den Wechsel auf erneuerbare Energien und sollen für mehr Unabhängigkeit von anderen Ländern sorgen sowie den Klimawandel bekämpfen.

Besonders die Stromerzeugung aus Sonnenstrahlen soll auf vielen Hausdächern eingesetzt werden, um die Energieeffizienz in der Bundesrepublik zu verbessern. Bei Sonnenschein können Sie mit den eigenen Solarmodulen Elektrofahrzeuge aufladen oder eine Wärmepumpe betreiben. Bei Gebäuden mit großer Dachfläche lässt sich mit Photovoltaik, Solarthermie und einem Stromspeicher ein Großteil des Eigenverbrauchs von Energie über das Jahr decken. Dadurch werden die Energieversorger entlastet und die Autarkie von Privathaushalten gesteigert.

Wenn Sie in Ihrem Haushalt eine optimale Energieeffizienz erreichen möchten, sind auch Förderprogramme für Wallboxen oder Wärmepumpen verfügbar. Überlegen Sie, ob Sie die Umstellung in einem Schritt vornehmen oder nach und nach auf erneuerbare Energien wechseln.

Werden Solaranlagen noch gefördert?

Eine Förderung von Solaranlagen für Hausbesitzer ist weiterhin verfügbar, sodass die Investitionskosten durch Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite weniger abschreckend wirken. Im Zuge des Kriegs von Russland gegen die Ukraine wurden jüngst die Anstrengungen für erneuerbare Energien verstärkt und ein neues Osterpaket für 2022 angekündigt.

Geht es nach Bundeswirtschaftsminister Habeck, soll das Osterpaket „der Beschleuniger für den Ausbau der erneuerbaren Energien sein“. Für mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen soll zum Beispiel die Einspeisevergütung für Volleinspeisung angehoben werden. Trotz der Abschaffung der EEG-Umlage für Verbraucher, die bisher einen großen Teil zur Förderung von Solaranlagen beigetragen hat, werden die zukünftigen Fördermittel nicht sinken.

Stattdessen wird der Bund die nötigen Mittel beisteuern. Von der Abschaffung profitieren auch die Betreiber von PV-Anlagen, die ab Juli 2022 keine EEG-Umlage für selbst verbrauchten Strom mehr zahlen müssen. Die Anpassung der Förderung soll die Errichtung von Solaranlagen erheblich beschleunigen, damit die Stromerzeugung aus Photovoltaik bis 2030 mit 215 Gigawatt fast vervierfacht wird.

Der Fördertopf bei vielen Programmen ist begrenzt, sodass Fördergelder nicht unbegrenzt bereitstehen. Gehen Sie deshalb erst von einer Förderung für die Solaranlage aus, wenn Ihr Antrag bewilligt wurde.

Welche Solaranlagen werden gefördert?

Umfangreiche Förderung für Photovoltaikanlagen

Zahlreiche Förderprogramme gibt es für Photovoltaikanlagen, die durch die Erzeugung von Solarstrom eine große Bedeutung für die Energiewende besitzen. Mit der eigenen Solaranlage auf dem Dach lässt sich der Energieverbrauch der Haushalte über einen Großteil des Jahres durch Sonnenenergie decken.

Nur durch eine hohe Verbreitung von Photovoltaik und Windanlagen ist eine Abkehr von fossilen Brennstoffen für die Stromversorgung in Deutschland möglich. Von staatlicher Seite gibt es deshalb bereits seit vielen Jahren zahlreiche Fördermöglichkeiten, mit denen die hohen Investitionskosten verringert werden.

Je nach Eigenverbrauch und Leistung der Solarmodule erwirtschaftet eine PV-Anlage über die Betriebsdauer der Anlage attraktive Renditen, sodass sich die Installation aus finanzieller Sicht für viele Dächer lohnt. Förderfähig sind zum Beispiel im Programm 270 der KfW eine Vielzahl von Solarstromanlagen auf Hausdächern oder Freiflächen, die fast alle Anwendungsbereiche für Photovoltaik durch Förderprogramme abdecken.

Förderung für Stromspeicher soll Last für das Stromnetz verringern

Wenn abends viel Strom im Haushalt verbraucht wird, kann die Installation eines Stromspeichers sinnvoll sein. Überschüssiger Strom wird nicht gegen eine Einspeisevergütung in das Stromnetz eingespeist, sondern in der Batterie gespeichert. Vorteile bietet die Erweiterung durch eine Solarbatterie ebenfalls für die Netzbetreiber.

So können netzdienliche Stromspeicher, die den Füllstand des Speichers intelligent regulieren, die Last für das Stromnetz besser balancieren. Für den Kauf eines Solarspeichers, zur Nachrüstung oder in Kombination mit einer Photovoltaikanlage, gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten. Gefördert werden unterschiedliche Speicherkapazitäten, sodass Sie bequem die passende Batterie für Ihren Anwendungsfall auswählen können.

Zu beachten sind jedoch die Anforderungen der Förderprogramme, die in manchen Fällen Mindestkapazitäten, ein bestimmtes Verhältnis zur Leistung der Solarmodule oder eine Zeitwertersatzgarantie durch den Hersteller des Speichers voraussetzen.

Solarthermie als optimale Ergänzung für große Dachflächen

Haben Hausbesitzer genügend Dachfläche, kommt neben Photovoltaik auch Solarthermie in Betracht. Die Solarförderung für die Erhitzung von Warmwasser und Heizung durch Sonnenenergie ist nur für den Eigenverbrauch nutzbar, reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen jedoch ebenfalls. Für Flach- oder Röhrenkollektoren, die das Trinkwasser im Haushalt erhitzen oder für Wärme im Haus sorgen, ist auf dem Dach nur wenig Platz erforderlich.

Auch die Solarthermieanlagen zeigen ihre Leistung nur bei Sonnenschein, sodass Sie im Wohngebäude weiterhin eine andere Energieform wie eine Wärmepumpe, Öl oder Holz benötigen. Solarthermie wird ebenfalls durch Förderprodukte bezuschusst, wofür die KfW einzelne Programme für Effizienzhäuser anbietet oder Mittel durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Zuschüsse verfügbar sind.

Wie werden Solaranlagen gefördert?

Einspeisevergütung für die Einspeisung von überschüssigem Solarstrom

Eine Einspeisevergütung wird durch die Netzbetreiber für die Teil- oder Volleinspeisung von erzeugtem Solarstrom gezahlt. Bei der Einspeisevergütung handelt es sich nicht um eine direkte Förderung, aber die Entlohnung für eingespeisten Strom macht es einfacher, die Investitionskosten zu finanzieren.

Der aktuelle Vergütungssatz liegt nach Angaben der Bundesnetzagentur pro Kilowattstunde bei 6,93 Cent für PV-Anlagen bis zu 10 kWp und es gibt Pläne, die Vergütung für die Volleinspeisung anzuheben, um die Erzeugung von Solarstrom in Deutschland attraktiver zu machen. Die Einspeisevergütung ist eine Vorgabe der Bundesregierung für Netzbetreiber und wird, falls Sie die Bedingungen erfüllen, an jeden Photovoltaikanlagen-Besitzer ausgezahlt.

Dadurch werden Sie für die Einspeisung jeder Kilowattstunde Strom, die nicht selbst verbraucht wird, entlohnt. Dies steigert die Rentabilität, denn selbst bei der Erweiterung mit einem Stromspeicher übersteigt der Ertrag von Solarmodulen häufig den Energiebedarf im Haushalt.

Privathaushalte entscheiden sich fast ausschließlich für die Teileinspeisung, bei der überschüssiger Strom an die Energieversorger abgegeben wird und Sie dafür eine Vergütung erhalten. Eine Volleinspeisung, bei der die gesamte Produktion von Solarstrom verkauft wird, wird vor allem von gewerblichen PV-Anlagen auf Freiflächen genutzt.

Berechnen Sie im Voraus Ihren Eigenverbrauch und den überschüssigen Strom, um mögliche Einnahmen durch die Vergütung zu ermitteln. Lassen Sie die Einspeisevergütung außerdem in die Berechnung einfließen, ob sich die Installation eines Stromspeichers in Ihrem Haushalt lohnt.

Vielfältige Förderprogramme bei der KfW verfügbar

Die umfangreichste Förderung für Solaranlagen ist bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verfügbar, die Programme für Photovoltaik, Stromspeicher und Solarthermie anbieten. Abhängig vom Förderprodukt erhalten Sie Zuschüsse oder einen günstigen Förderkredit für Ihren Umstieg auf Solar. Durch die attraktiven Fördersätze sind die Anschaffungskosten für Errichtung oder Montage leichter zu stemmen und durch die staatliche Bank erfolgt eine Investition in erneuerbare Energien.

Für eine Förderung zu Photovoltaik, Stromspeicher oder Solarthermie kommen die Programme 261/262 oder 461 infrage, wenn es um die Sanierung, den Neubau oder den Kauf eines Effizienzhauses geht. Dadurch ist eine Förderhöhe von bis zu 150.000 je Wohneinheit und bis zu 50 % Tilgungszuschuss möglich. Schwierig ist die Qualifikation für die erwähnten Fördertöpfe aber nicht nur durch die energetischen Voraussetzungen an das Wohngebäude, denn netzeinspeisende PV-Anlagen dürfen an den Förderprodukten nicht teilnehmen. Deshalb kann nur ein Bruchteil von Haushalten die Programme 261/262 oder 461 beantragen.

Als Alternative bietet die KfW das Förderprodukt 270 an, das mit Errichtung, Erweiterung und Erwerb von Anlagen für erneuerbare Energien fast alle Interessenten von Photovoltaik oder Batteriespeichern abdeckt. Nicht gefördert wird jedoch Solarthermie, die nicht Teil der qualifizierten Solaranlagen ist. Der zinsgünstige Förderkreditder Kreditanstalt für Wiederaufbau punktet durch tilgungsfreie Anlaufjahre und eine lange Zinsbindung, die eine Investition in Solar für viele Haushalte finanzierbar machen.

Der Förderantrag für die Kredite der Aufbaubank wird über einen Finanzierungspartner, zum Beispiel Ihre Hausbank, eingereicht. Die staatliche Bank übernimmt Sicherheiten für das Darlehen, sodass Antragsteller einen niedrigen Zinssatz erhalten. Die Konditionen sind gegenüber einem gewöhnlichen Kredit der Hausbank deutlich besser. Neben Privathaushalten profitieren auch gewerbliche Anlagenbetreiber von der Förderung, die den Ausbau von Solarstrom in Deutschland vorantreiben soll.

Info: Ob Sie die Förderprogramme der KfW mit anderen Fördermöglichkeiten kombinieren können, hängt von den Bedingungen der jeweiligen Partner ab. Lesen Sie die Konditionen genau durch, um mehr zu erfahren.

Separate Förderung von Solar durch Bundesländer

Eine staatliche Förderung für Solaranlagen besteht nicht nur durch die KfW, sondern auch die Bundesländer haben eigene Förderprodukte aufgelegt. Dazu gehört das „10.000-Häuser-Programm“ in Bayern und Solar Invest in Thüringen, mit denen die Verbreitung von erneuerbaren Energien in den Bundesländern verbessert werden soll. Vorrangig werden Photovoltaik und Batteriespeicher gefördert, doch manche Programme können ebenfalls Zuschüsse für Solarthermie enthalten.

Beliebt sind die Förderprogramme der Bundesländer vor allem, weil Zuschüsse vergeben werden, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Im Vergleich zu den Zuschüssen für das Programm 461 der KfW sind die Konditionen jedoch deutlich einfacher zu erfüllen. Die Nachfrage nach Förderanträgen ist allerdings häufig so groß, dass die Fördermittel bereits nach wenigen Tagen ausgeschöpft sind. Stand Mitte Mai sind die genannten Programme von Bayern und Thüringen eingestellt, weil kein Geld für die Förderung mehr verfügbar ist. Deshalb müssen Sie vor der Anschaffung einer Solaranlage überprüfen, ob die Fördermöglichkeiten der Bundesländer noch nur neue Anträge geöffnet sind.

Kommunen fördern Solaranlagen

Wenn Sie in der Stadt leben, können Sie in manchen Kommunen ebenfalls von einer Förderung für Solaranlagen profitieren. Dazu haben unter anderem München, Köln oder Stuttgart entsprechende Programme aufgelegt, mit denen die Installation von Solaranlagen und der Ausbau von erneuerbaren Energien gefördert wird.

Ähnlich wie bei den Fördermöglichkeiten der Bundesländer handelt es sich vorrangig um Zuschüsse für Hausbesitzer, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Nachfrage übersteigt oft jedoch die verfügbaren Fördermittel, weshalb Sie mit Ihrem Antrag schnell sein müssen, um einen Zuschuss zu erhalten. Außerdem sind die Förderprogramme häufig auf größere Städte beschränkt, sodass Sie an vielen Orten in Deutschland leer ausgehen.

Die Förderprogramme von Bundesländern und Kommunen konzentrieren sich vorrangig auf Photovoltaik und Batteriespeicher. Überprüfen Sie die jeweiligen Bedingungen, um herauszufinden, ob Solarthermie ebenfalls gefördert wird.

Förderung für Solarthermie durch BAFA

Eine oft vernachlässigte Förderung sind die Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die sich an Käufer von Solarthermieanlagen richten. Die Förderhöhe richtet sich nach der Bruttokollektorflächeund danach, ob Sie die Sonnenenergie nur für Warmwasser oder auch für die Heizung nutzen möchten.

Falls Sie sich für die Förderung qualifizieren, erhalten Sie für die Anschaffung von Solarkollektoren auf der Dachfläche attraktive Zuschüsse. Eine Doppelförderung von BAFA und KfW ist in der Regel ausgeschlossen und kann nicht in Anspruch genommen werden.

Wie hoch ist die Förderung bei Solaranlagen?

Die Förderhöhe bei Solaranlagen ist davon abhängig, welchen Fördertopf Sie beantragen. Bei der Einspeisevergütung gibt es für Privathaushalte mit kleineren Photovoltaikanlagen kein festgelegtes Maximum, allerdings ist die 70 % Regelung der Bundesnetzagentur nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu beachten.

Diese besagt, dass eine PV-Anlage nur maximal 70 % des Ertrags in das Stromnetz einspeisen darf oder mit einer ferngesteuerten Kontrolleinheit zur Drosselung ausgestattet sein muss. Die Förderung durch die KfW reicht von bis zu 37.500 € je Wohneinheit als Bauzuschuss für das Programm „Wohngebäude – Zuschuss“ bis hin zu 50 Millionen Euro je Vorhaben bei „Erneuerbare Energien – Standard“.

Bei den genannten Programmen der Bundesländer Bayern und Thüringen erhalten Sie einen Zuschuss von bis zu 100.000 € je nach Typ der geplanten Solaranlage, während bei den Kommunen bis zu 450 € je Kilowatt Peak (kWp) für die Stromerzeugung gefördert werden. Die Förderhöhe kann sich nach der Art der Solaranlage und demOrt der Errichtung unterscheiden. Informieren Sie sich deshalb im Voraus, wie Sie die beste Förderung erhalten und wie Photovoltaik oder Solarthermie am schnellsten rentabel sind.

Sind Solaranlagen durch die Förderung ein Muss für jeden Hauseigentümer?

Trotz der umfangreichen Solarförderung für Privathaushalte lohnt sich die Errichtung einer Solaranlage nicht für jeden Hauseigentümer. Die Anschaffungskosten müssen sich durch die Einsparung von Strom, Heizung oder durch eine Vergütung für eingespeisten Strom refinanzieren. Die Kollektoren der Solarthermie sorgen nur für geringere Energiekosten im eigenen Haushalt, sodass bei niedrigem Verbrauch für Warmwasser und Heizung die Investitionskosten langsam refinanziert werden.

Wichtig ist ein hoher Eigenverbrauch auch für die Errichtung einer PV-Anlage oder die Erweiterung mit einem Speicher, denn die Einspeisevergütung deckt die Kosten nicht zufriedenstellend ab. Für Familien mit hohem Stromverbrauch tagsüber und einer Wallbox zum Laden des Elektroautos sind Solaranlagen durch die Förderung besonders attraktiv, während Singles zuerst eine ausführliche Berechnung zur Rentabilität aufstellen sollten.

Die zuletzt gestiegenen Preise für Solarmodule oder die teurere Beauftragung eines Fachbetriebs machen manche Kalkulationen zunichte, sodass sich trotz gestiegener Strompreise eine Anschaffung von Photovoltaik womöglich nicht lohnt. Erstellen Sie eine Berechnung der gesamten Kosten im Vergleich zur Förderung und den Einsparungen, um den Kosten-Nutzen-Faktor zu ermitteln. Die Rentabilität einer Solaranlage hängt immer vom Einzelfall ab.

Lohnt sich die Installation von Solar auch ohne Förderung?

Durch die umfangreichen Fördermittel, besonders für Photovoltaik, gibt es für fast alle Interessenten an Solar eine Möglichkeit, von Zuschüssen oder günstigen Darlehen zu profitieren. Unter Umständen ist es jedoch sinnvoll, auf die Förderprogramme zu verzichten, falls die Erfüllung der Anforderungen deutliche Mehrkosten verursachen würde.

Auch ohne Förderung kann sich die Anschaffung von Solar lohnen, wenn ein hoher Eigenverbrauch besteht. Setzen Sie dazu die Kosten für Solarmodule oder Wärmekollektoren mit möglichen Einsparungen in ein Verhältnis. Geschätzt wird, dass bisher in Deutschland bei der Errichtung von PV-Anlagen mit einer Leistung von einem Gigawatt auf eine Förderung verzichtet wurde. Gleiches gilt für die Erweiterung von bestehenden Anlagen für die Stromerzeugung mit einem Batteriespeicher, der auch ohne Fördermittel bei hohem Eigenverbrauch sinnvoll sein kann. Falls Sie mit Förderprogrammen jedoch unkompliziert die Kosten für Ihre Solaranlage senken können, sollten Sie darauf nicht verzichten.

Volleinspeisung oder Teileinspeisung mit Eigenverbrauch – was lohnt sich mehr?

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage installieren, können Sie sich für eine Voll- oder Teileinspeisung entscheiden. Bei der Volleinspeisung fließt der gesamte erzeugte Strom in das Netz, während bei Teileinspeisung Sonnenenergie im eigenen Haushalt verbraucht wird. Privathaushalte entscheiden sich fast immer für die Teileinspeisung, denn rentabel sind die Solarmodule auf dem Dach vor allem bei einer Stromerzeugung für den Eigenverbrauch.

Ein Grund dafür ist der Vergütungssatz durch die Energieversorger für die Volleinspeisung, der bisher je Kilowattstunde Strom die Kosten der PV-Anlage auf dem Haus kaum wettmachen konnte. Ändern soll sich die Einspeisevergütung für Volleinspeisung durch das Osterpaket 2022 der Bundesregierung, was allerdings vorrangig gewerbliche Anlagenbetreiber betrifft. Für Privathaushalte wird ein hoher Eigenverbrauch weiterhin rentabler als eine vollständige Einspeisung bei der Stromerzeugung sein.

Wie lange ist die Lebensdauer von Solaranlagen?

Ein wichtiger Faktor für die Rentabilität von Solaranlagen ist die durchschnittliche Lebensdauer, die Sie für Ihre Rechnung ansetzen. In der Vergangenheit wurde dafür maximal ein Zeitraum von 20 Jahren angenommen, nachdem sich die Leistung von Solarmodulen oder Solarkollektoren deutlich verringert. Wie das Fraunhofer-Institut jedoch herausfand, ergibt sich bei Photovoltaik nur ein Leistungsverlust von 0,15 % jährlich, der eine Lebensdauer von mehr als 30 Jahren ermöglicht.

Dies deutet darauf hin, dass vergangene Schätzungen womöglich zu pessimistisch waren. Kürzer ist die Lebensdauer bei Stromspeichern, deren Austausch nach 10 bis 15 Jahren von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfohlen wird. Doch wie die jüngste Nachricht von Renault zur Haltbarkeit von Batterien in Elektroautos zeigt, könnte auch deren Kapazität länger halten.

Für die Berechnung der Rentabilität sollten Sie allerdings mit den standardmäßigen 20 Jahren für Photovoltaik und Solarthermie bzw. mit 10 Jahren für Stromspeicher kalkulieren. Dadurch können Sie bei positiven Werten praktisch sicher davon ausgehen, dass sich Ihre Solaranlage finanziell lohnt und jedes zusätzliche Jahr für den Betrieb von Photovoltaik oder Solarthermie verbessert die Rentabilität. Nehmen Sie deshalb am besten pessimistische Werte, wenn Sie herausfinden möchten, ob sich die Errichtung von Solar auf Ihrem Dach lohnt.

Sind Solaranlagen der Schlüssel zur Energiewende?

Durch die Solarmodule auf dem eigenen Dach kann über einen Großteil des Jahres eigene Energie erzeugt werden, um das Stromnetz zu entlasten. Damit ist der Solarstrom unverzichtbar für die Wende von den fossilen Brennstoffen, doch ein komplettes Lösen von Öl, Gas oder Kohle ist bisher nicht möglich. Problematisch ist vor allem die Speicherung von Strom, denn die bisherigen Stromspeicher sind durch Wandlungsverluste nicht effizient genug.

Dadurch steht an sonnenreichen Tagen mehr Strom als benötigt zur Verfügung, doch im Winter oder bei stark bewölktem Himmel muss der Energieverbrauch in Deutschland aus anderen Quellen entdeckt werden. Ähnliches gilt für Windenergie, sodass erst ein Durchbruch für das Speichern von Solar- oder Windstrom fossile Brennstoffe komplett ablösen könnte.

Eine Option dafür ist das bidirektionale Laden („Vehicle-to-Home“- V2H) durch Elektroautos. Dabei werden die E-Fahrzeuge nicht nur durch die Sonnenenergie der Solarmodule aufgeladen, sondern können gespeicherten Strom ebenfalls an den Haushalt zurückgeben. So ließen sich zum Beispiel Produktionsspitzen zur Mittagszeit im Sommer durch das Aufladen der Batterien abfedern und am Abend könnte der Strom an das Haus zurückfließen. Bisher gibt es jedoch in Deutschland noch keine zukunftssicheren Modelle, die das bidirektionale Laden unterstützen. In Zukunft könnte dies aber einer der Schlüssel zu einer Stromversorgung fast ausschließlich durch erneuerbare Energien sein.

Zusammenfassung

Für die Förderung von Solaranlagen gibt es von staatlicher Seite umfangreiche Mittel durch die KfW, Bundesländer, Kommunen oder das BAFA, wenn Sie die Installation von Photovoltaik, Batteriespeicher oder Solarthermie planen. Neben attraktiven Zuschüssen profitieren Privathaushalte von zinsgünstigen Krediten, mit denen die hohen Investitionskosten finanziert werden können. Dennoch ist weiterhin individuell zu ermitteln, ob sich die Errichtung einer Solaranlage für Ihr Wohngebäude lohnt.

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