Immobilienmarkt: Temporäre Wohnungen liegen im Trend

Immobilienmarkt: Temporäre Wohnungen liegen im Trend

Die Zielgruppe für temporäres Wohnen besteht in der Regel aus Pendlern und Studenten. In Zeiten, in denen Flexibilität von Arbeitnehmern gefordert wird, Menschen aber auch ihr Leben aus eigener Initiative flexibler gestalten, herrscht eine große Nachfrage nach einem temporären Lebensraum. Diese Nachfrage kann für Investoren besonders interessant sein.

Die Zielgruppe: Wer eine temporäre Wohnung sucht

Historisch niedrige Zinsen haben bei vielen Verbrauchern ein Umdenken ausgelöst. Viele sehen aktuell die Chance, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Auf der anderen Seite stehen Investoren, die ihr Geld nun leichter denn je investieren könnten. Für Letztere hat sich ein neuer Zweig im Bereich der Investitionen eröffnet: Neue Arbeits- und Lebensbedingungen erfordern mehr und mehr Flexibilität von Verbrauchern. Folglich steigt die Nachfrage nach temporären Wohnungen.

Die Zielgruppe der temporären Bleibe sind in erster Linie junge Menschen:

  • Studenten passen besonders gut in diese Gruppe. Ein Großteil von ihnen pendelt nicht von dem Ort, wo sie aufgewachsen sind, zur Universität. Aus Kosten- und Zeitgründen ziehen sie (vorübergehend) in die Stadt, wo sich ihre Universität befindet.
  • Eine ähnliche Gruppe sind Auszubildende, die für wenige Jahre einen unter Umständen temporären Job annehmen. Zu Ausbildungsbeginn wissen sie häufig nicht, ob sie später übernommen werden. Deshalb interessieren sie sich zunächst nur für eine temporäre Bleibe. In einer ähnlichen Situation befinden sich übrigens Berufseinsteiger, die die Probezeit abwarten.
  • Au-pairs sind ebenfalls eine Zielgruppe, die einen Lebensort benötigt, wo sie für einige Monate oder Jahre leben können. Meist stellt der Gastgeber, die Au-pair-Familie, diesen zur Verfügung. Das ist aber nicht immer der Fall. Teilweise müssen sich Au-pairs eine eigene Wohnung suchen.
  • Junge Menschen, die keinen Job finden, möchten ihre Zeit nicht vergeuden und beginnen häufig ein freiwilliges soziales Jahr. Falls keine Unterkunft zur Verfügung gestellt wird, müssen sie selbst eine temporäre Bleibe finden.

Zu diesen Gruppen gesellen sich Pendler aber auch Menschen hinzu, die aus beruflichen Gründen regelmäßig umziehen müssen.

Regionen mit Potenzial für Investoren

Auch wenn ein genereller Bedarf für temporäre Unterkünfte erkennbar ist, ist das Potenzial nicht in ganz Deutschland dasselbe. Grundsätzlich haben Investoren immer in Universitätsstädten wie Heidelberg, Göttingen, Freiburg, Tübingen, Marburg sowie Greifswald. Natürlich haben Großstädte wie Hamburg und München meist mehr Studenten als die genannten Universitätsstädte, das Angebot an Wohnungen ist hier aber auch weitaus größer und meist nicht so limitiert.

Eine weitere Möglichkeit, die Nachfrage nach temporärem Wohnraum zu analysieren, ist ein Blick auf Einpersonenhaushalte zu werfen. Diese Statistik müssen Investoren mit der Anzahl der vorhandenen Ein- bis Zweizimmerwohnungen vergleichen. Dabei ermittelt man lediglich einen Teil der Zielgruppe, zu der Studenten und Pendler nicht gehören. Sie sind in der Regel mit ihrem Hauptwohnsitz zu Hause (bei der Familie) gemeldet. Die Nachfrage wäre somit etwas größer als jene, die man mit dem Vergleich zwischen Einpersonenhaushalten und Ein- bis Zweizimmerwohnungen ermittelt hat.

Wohnraumvermittlungsportale auf dem Vormarsch

Die Nachfrage nach temporärem Wohnraum wurde von Geschäftspersonen längst erkannt. Inzwischen gibt es sogenannte Wohnraumvermittlungsportale, die in vielen Teilen der Welt Tausende Wohnungen im Angebot haben. Die Portale bedienen ein Angebot, dessen Nachfrage immer größer wird: Günstigen Wohnraum für befristete Zeit. Es kann sich um einen kurzen Aufenthalt am Wochenende handeln oder aber drei Jahre dauern, bis die Ausbildung abgeschlossen ist.

Ende 2014 wurde dem Wohnraumvermittlungsportal Airbnb vorgeworfen, für Mietpreiserhöhungen verantwortlich zu sein, wie die FAZ berichtet. Allein in Berlin hatte das Portal zu jenem Zeitpunkt rund 13.000 Herbergen im Angebot. Im Vergleich zum US-amerikanischen Markt konnte das Portal hierzulande noch nicht richtig Fuß fassen. Dennoch bietet es Investoren eine gute Möglichkeit, ihr Angebot Interessierten zu präsentieren.

Wohnraumvermittlungsportale ähneln einem Preisvergleich für Hotels. Das Prinzip ist tatsächlich ähnlich: Wohnraumsuchende geben die gewünschte Stadt, das Datum für Check-in und Check-out sowie die Anzahl der Gäste ein – schon werden passende Wohnungen angezeigt.

Um das Potenzial eines solchen Portals zu zeigen, nachfolgend ein kleines Beispiel:

Pendler Hans Zimmer sucht aus beruflichen Gründen eine Wohnung in Berlin, die er vom 30. August bis zum 14. Oktober 2015 bewohnen möchte. Zwar wird seine Firma ihm den Aufenthalt bezahlen, bittet ihn aber, sich selbst eine Wohnung zu suchen und nicht mehr als 1.000 Euro für seinen Aufenthalt auszugeben. Hans Zimmer limitiert die Einträge nach der Art der Unterkunft. Er wählt bewusst Anzeigen aus, die ihm die gesamte Unterkunft anbieten.

Laut dem Wohnraumvermittlungsportal beträgt der durchschnittliche Preis für Berlin in diesem Zeitraum 1.644 Euro. Die günstigste Wohnung kostet 559 Euro pro Monat, die Teuerste 1.001. Beide Wohnungen befinden sich im Bezirk Mitte und ermöglichen es Hans Zimmer, die Innenstadt leicht zu erreichen.

Zusammenfassung

Temporäre Wohnräume sind nicht nur ein kurzweiliger Trend. In Zukunft könnte die Nachfrage für eine solche Bleibe größer werden. Investoren haben die Möglichkeit, diese Nachfrage bereits heute zu ihrem Gunsten zu nutzen.

Artikelbild: © Alena Ozerova / Shutterstock

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