Umzug mit Kindern

Umzug mit Kindern

Schon für Erwachsene ist ein Umzug eine logistische Herausforderung. Für Kinder – vor allem für Kindergarten- und Grundschulkinder – stellt er ein einen bedeutenden Einschnitt in das gewohnte Leben dar. Sie müssen die geliebte Umgebung und Freunde hinter sich lassen und sich wieder an neue Wege, neue Nachbarn, Freunde und Gepflogenheiten gewöhnen. Ist der Umzug gut vorbereitet und winkt die Aussicht auf ein neues Kinderzimmer, wächst aber auch bei Kindern die Vorfreude auf den Ortswechsel und die Neugier auf den neuen Lebensmittelpunkt.

Vorbereiten und erklären: So kommen Kinder mit dem Umzug klar

Kein Kind verzichtet gern auf sein lieb gewonnenes Zuhause mit all den Kleinigkeiten, die den Alltag so lebenswert machen: der Abenteuerspielplatz im Park, die Fußball-Freunde aus dem Sportverein, die Pizza vom Lieblings-Italiener. Wichtig ist es, die Kinder rechtzeitig über die bevorstehenden Veränderungen zu informieren, mit ihnen darüber zu sprechen und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Für kleinere Kinder sind Bücher, die sich mit Thema „Umzug“ beschäftigen, ideal, um sie auf den Ortswechsel vorzubereiten. So fühlen sich Kinder mit ihren Ängsten und Sorgen nicht allein gelassen.

Vor dem Umzug sollte noch genug Zeit sein, um sich vom alten Zuhause gebührend verabschieden zu können: Noch mal alle Freunde einladen oder am besten gleich eine Riesen-Abschiedsparty mit Nachbarn und Freunden feiern. Da ist es auch durchaus in Ordnung, wenn sich in die Partystimmung ein Hauch von Wehmut schleicht. Ein paar Abschiedstränen zu verdrücken, ist bei Kindern – und Erwachsenen – ausdrücklich erlaubt.

Offenheit zahlt sich aus. Wer seinen Kindern offen und ehrlich erzählt, dass sich in der neuen Umgebung die ersten Tage und Wochen erst einmal etwas komisch anfühlen werden, vermittelt ihnen, dass es normal ist, sich anfangs fremd zu fühlen. Jedes Kind verarbeitet den Umzug anders – bei dem einen fließen die Tränen, das andere leidet stumm, manch eines hat auch einen erhöhten Gesprächsbedarf. In jedem Fall gilt: Einfühlsame Eltern nehmen in dieser Zeit besonders viel Rücksicht.

Umzuziehen bedeutet Loslassen, ist aber noch kein Grund langjährige Freundschaften aufzugeben. In Zeiten von Skype haben auch Kinder die Möglichkeit, mit ihren alten Freunden Neuigkeiten auszutauschen und sie am neuen Leben teilhaben zu lassen. Nicht zuletzt ist ein Umzug auch immer eine Chance. Wer schon als Kind gelernt hat, loszulassen, sich auf eine neue Umgebung einzulassen und neue Freundschaften zu knüpfen, wird als Erwachsener davon profitieren.

Der Tag des Umzugs: Dabei sein ist alles

Etwa größere Kinder können am Tag des Umzugs ruhig dabei sein, wenn die Kisten gepackt und die Möbel eingeladen werden. So sind sie Teil des Umzugs und haben nicht das Gefühl, dass alles über ihren Kopf hinweg geschieht. Wer sein Kind am Umzug teilhaben lässt, beschert ihm ein kleines Abenteuer, das es nicht so schnell vergisst. Ein gemeinsamer Abschiedsrundgang durch die Wohnung oder das Haus schließt den Umzug ab.

Kindermöbel und Umzugskartons mit Kindersachen und Spielzeug sollten als Letztes in den Umzugswagen geladen werden, damit sie am Zielort möglichst schnell wieder ausgeladen werden können. Unentbehrliche Dinge wie das Lieblings-Stofftier zum Schmusen kommen in einen kleinen Rucksack, den das Kind selbst tragen kann.

Den neuen Lebensmittelpunkt gemeinsam entdecken

Es ist sehr sinnvoll, schon vor dem Umzug rechtzeitig Erkundigungen über Kita, Kindergarten und Schule einzuholen. Welche liegen in Laufweite zum neuen Zuhause, wie sieht es mit der öffentlichen Verkehrsanbindung aus, welches Konzept liegt den Einrichtungen zugrunde und wie sieht es mit der Hausaufgabenbetreuung aus. Auch ein persönliches Gespräch mit Erziehern und Lehrern erleichtert dem Kind das Ankommen in der neuen Gemeinschaft. Die neue Umgebung lässt sich am besten gemeinsam erkunden. Und nicht vergessen: Eingewöhnung braucht seine Zeit.

Neuanfang im Kinderzimmer

Im neuen Zuhause gilt es, eine vertraute Atmosphäre herzustellen. Während ältere Kinder sich auf das lang ersehnte neue Hochbett freuen, legen vor allem kleinere Kinder größten Wert darauf, dass auch im neuen Kinderzimmer möglichst alles so aussieht wie im alten Zuhause. Die neue Einrichtung kann warten, erst einmal schaffen das vertraute Kinderbett, die kuschelige Bettwäsche und die Nachttischleuchte Geborgenheit.

Ein Umzug bietet die Gelegenheit, die Gestaltung des Kinderzimmers zusammen mit den Kindern zu planen. Welche Wandfarbe soll es sein, wo ist der beste Platz für den Schreibtisch und wo kommt das Spielzeug hin? Kinder freuen sich über ein Mitspracherecht in Sachen Einrichtung und Dekoration. Mädchen im rosaroten Prinzessinnen-Fieber würden am liebsten alles rosa streichen. Als Kompromiss bietet es sich an, zuerst nur eine einzelne Wand farbig zu streichen. Abwechslung an die Wände im Kinderzimmer bringen selbstklebende Wandsticker. Die Sticker mit klassischen Lieblingsmotiven wie Feen, Prinzessinnen, Piraten oder Dinosaurier lassen sich leicht anbringen und ebenso leicht wieder ablösen und austauschen. Perfekt, um der Kreativität freien Lauf zu lassen, ist Tafellack für die Wände. Ob in klassischem Schwarz oder in helleren Farben – darauf können kleine Künstler nach Herzenslust mit Kreide malen.

Die besten Begleiter fürs Kinderzimmer sind mitwachsende Möbel, die Kinder in ihrer Entwicklung begleiten. Sinnvoll sind ein höhenverstellbarer Schreibtisch und ein passender, ergonomischer Stuhl. Eine schlaue Idee sind Wickelkommoden, deren Aufsatz sich abschrauben und später als Wandbord verwenden lässt. Multifunktionale Möbel und Accessoires wie ein kleines Regal auf Rollen, eine Sitztruhe oder Modulmöbel, die sich je nach Lust und Laune als Tischchen, Hocker oder Nachtkästchen nutzen lassen, sind eine gute Wahl.

Damit auch das Aufräumen zum Kinderspiel wird, ist es wichtig, auf ausreichend Stauraum zu achten. Mit witzigen bunten Körben und fantasievollen Regalen fällt es auch Kindern nicht mehr ganz so schwer, Ordnung zu halten. In den großen Kisten verschwinden Stofftiere, Puppen, Legosteine und Playmobilfiguren wie von selbst. Sehr beliebt sind auch Holzcontainer auf Rollen, die sich leicht hin- und herrollen lassen.

Das Kinderzimmer sollte in erster Linie ein Raum sein, in dem sich Kinder wohl und geborgen fühlen, der Geschmack der Eltern ist in diesem Fall nicht unbedingt ausschlaggebend – auch, wenn es manchmal schwerfällt. Dann hilft der Gedanke daran, dass auch die schlimmste Rosa-Phase eines Tages Geschichte sein wird.
Artikelbild: © Dmitry Melnikov / Shutterstock

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